(5368) Vitagliano

Asteroid
(5368) Vitagliano
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 5. Mai 2025 (JD 2.460.800,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,972 AE
Exzentrizität 0,081
Perihel – Aphel 3,649 AE – 4,295 AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 6,262°
Länge des aufsteigenden Knotens 159,5°
Argument der Periapsis 337,1°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 28. Januar 2027
Siderische Umlaufperiode 7 a 335 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 14,92 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 34,8 km ± 0,4 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,06
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 2 d 11 h
Absolute Helligkeit 11,2 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker H. Debehogne
Datum der Entdeckung 21. September 1984
Andere Bezeichnung 1980 CE, 1984 SW5, 1985 VQ4, 1988 DC1, 1991 NF1
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(5368) Vitagliano ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 21. September 1984 vom belgischen Astronomen Henri Debehogne am La-Silla-Observatorium in Chile bei einer Helligkeit von 18,0 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte der Asteroid bereits auf Aufnahmen des Lowell-Observatoriums in Arizona vom 11. Februar 1980 und des Siding-Spring-Observatoriums in Australien vom 8. Oktober 1983 nachgewiesen werden.

Der Asteroid wurde nach dem italienischen Professor Aldo Vitagliano benannt, der an der Universität Federico II in Neapel Allgemeine und anorganische Chemie lehrte.[1] Vitagliano entwickelte das Himmelsmechanik-Programm „SOLEX“, mit dem sich Ephemeriden der Körper des Sonnensystems, einschließlich Asteroiden und Kometen, mit hoher Genauigkeit und über lange Zeiträume berechnen lassen.[2] Die Namensgebung erfolgte nach einem Vorschlag von Jean Meeus.

(5368) Vitagliano wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne.[3] Obwohl nach den derzeit bekannten Bahnelementen der minimale Abstand zwischen den Umlaufbahnen (Minimum orbit intersection distance, MOID) von (5368) Vitagliano und Jupiter nur etwa 107 Mio. km (0,71 AE) beträgt, nähern sich Asteroid und Planet innerhalb einer Zeitspanne von 100.000 Jahren um die gegenwärtige Epoche durch ihre gegenseitige Bahnresonanz nie auf weniger als etwa 253 Mio. km (1,69 AE) aneinander an.[4]

Wissenschaftliche Auswertung

Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 34,8 km bzw. 0,06.[5]

Photometrische Beobachtungen von (5368) Vitagliano fanden erstmals statt vom 2. bis 5. Februar 1995 mit dem Jacobus-Kapteyn-Teleskop (JKT) am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve konnte für die Rotationsperiode nur ein etwas unsicherer Wert von 31 ± 1 h abgeleitet werden.[6] Neue Messungen erfolgten vom 29. September bis 9. Oktober 2016 am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado. Die Auswertung der gemessenen Lichtkurve ließ zwar Rotationsperioden von 30 als auch von 60 Stunden zu, es wurde aber der längere Wert von 59,36 h präferiert.[7]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 30,283 h bestimmt werden.[8] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 30,281 h berechnet.[9]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. docenti.unina.it – Aldo Vitagliano. Università degli Studi di Napoli Federico II, abgerufen am 21. März 2016 (englisch).
  2. A. Vitagliano: Numerical Integration for the Real Time Production of Fundamental Ephemerides over a Wide Time Span. In: Celestial Mechanics and Dynamical Astronomy. Band 66, 1997, S. 293–308, doi:10.1007/BF00049383 (PDF; 1,37 MB).
  3. C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, bibcode:1989JRASC..83..393S (PDF; 173 kB).
  4. SOLEX 12.1 von A. Vitagliano. Abgerufen am 9. Juli 2020 (englisch).
  5. T. Grav, A. K. Mainzer, J. Bauer, J. Masiero, T. Spahr, R. S. McMillan, R. Walker, R. Cutri, E. Wright, P. R. Eisenhardt, E. Blauvelt, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, E. Hand, A. Wilkins: WISE/NEOWISE Observations of the Hilda Population: Preliminary Results. In: The Astrophysical Journal. Band 744, Nr. 2, 2012, S. 1–15, doi:10.1088/0004-637X/744/2/197 (PDF; 3,45 MB).
  6. M. Dahlgren, J. F. Lahulla, C.-I. Lagerkvist, J. Lagerros, S. Mottola, A. Erikson, M. Gonano-Beurer, M. Di Martino: A Study of Hilda Asteroids. V. Lightcurves of 47 Hilda Asteroids. In: Icarus. Band 133, Nr. 2, 1998, S. 247–285, doi:10.1006/icar.1998.5919.
  7. B. D. Warner, R. D. Stephens, D. R. Coley: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2016 Septmeber–December. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 44, Nr. 2, 2017, S. 130–137, bibcode:2017MPBu...44..130W (PDF; 6,86 MB).
  8. J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).
  9. J. Ďurech, J. Hanuš: Reconstruction of asteroid spin states from Gaia DR3 photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 675, A24, 2023, S. 1–13, doi:10.1051/0004-6361/202345889 (PDF; 32,9 MB).