Aída Cartagena Portalatín
Aída Cartagena Portalatín (* 18. Juni 1913 in Moca; † 3. Juni 1994 in Santo Domingo) war eine dominikanische Dichterin, Erzählerin und Essayistin. Sie gilt als eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Dominikanischen Republik des 20. Jahrhunderts und als zentrale Vertreterin des Avantgardekreises La Poesía Sorprendida.[1]
Leben
Cartagena wuchs in Moca auf und studierte später an der Universidad Autónoma de Santo Domingo Humanwissenschaften.[1] Sie absolvierte anschließend ein Postgraduiertenstudium in Paris in Museografie und Theorie der Bildenden Künste.[1] Über Jahre lehrte sie Geschichte der Kunst und Geschichte der Zivilisation an ihrer Alma Mater sowie an der Escuela Nacional de Bellas Artes in Santo Domingo.[1][2] Sie war eine der Herausgeberinnen und Leiterin literarischer Reihen und Zeitschriften, darunter Brigadas Dominicanas und das Journal der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universidad Autónoma de Santo Domingo.[1] Im Jahr 1965 wirkte sie als Beraterin der UNESCO in Paris, und 1977 gehörte sie der Jury des kubanischen Literaturpreises Casa de las Américas an.[2][1] Ihre häufigen Reisen nach Europa, Lateinamerika und Afrika prägten Themenwahl und Blickwinkel ihres Werkes.[2] Im Februar 1987 wurde in Santo Domingo eine Autorenaufnahme für das Archive of Hispanic Literature on Tape der Library of Congress mit ihr produziert.[3]
Wirken
Cartagena gehörte zur Gruppe La Poesía Sorprendida, die in den 1940er-Jahren eine ästhetische und intellektuelle Erneuerung der dominikanischen Dichtung anstrebte.[1][4] Ihr lyrisches Werk thematisiert wiederkehrend weibliche Erfahrung, soziale Fragen und ein starkes Freiheits- und Gerechtigkeitsethos.[5][6] Mit dem Gedichtband Una mujer está sola (1955) formulierte sie eine prägnante, modernistische Poetik, die in der Dominikanischen Republik vielfach Widerhall fand.[5][7] Im Jahr 1981 veröffentlichte sie das dokumentarische Langgedicht Yania Tierra, welches die Geschichte der Dominikanischen Republik poetisch aus weiblicher Sicht nachzeichnet.[1] Zu ihren Prosaarbeiten zählen die Erzählungen Tablero (1978) und die Romane Escalera para Electra (1970) und La tarde en que murió Estefanía (1983).[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i Aida Cartagena Portalatín a 100 años de su nacimiento. In: Hoy Digital. 19. Mai 2018, abgerufen am 21. September 2025 (spanisch).
- ↑ a b c Hoy en la historia. Nace Aída Cartagena Portalatín. In: Hoy Digital. 18. Juni 2022, abgerufen am 21. September 2025 (spanisch).
- ↑ Dominican poet Aída Cartagena Portalatín reading from her work (1987). In: Library of Congress. 1987, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
- ↑ Aída Cartagena Portalatín, eterno símbolo de las Letras Dominicanas. In: El Caribe. 10. Juni 2022, abgerufen am 21. September 2025 (spanisch).
- ↑ a b Aída Cartagena Portalatín y Una mujer está sola. In: Listín Diario. 5. Januar 2025, abgerufen am 21. September 2025 (spanisch).
- ↑ Aída Cartagena Portalatín y «Una mujer está sola». In: Hoy Digital. 15. April 2023, abgerufen am 21. September 2025 (spanisch).
- ↑ Ponen a circular cuarta edición libro “Una Mujer está Sola” de Aída Cartagena Portalatín. In: Listín Diario. 9. April 2023, abgerufen am 21. September 2025 (spanisch).