Augustin Dumay

Augustin Dumay (* 17. Januar 1949 in Paris) ist ein französischer Violinist und Dirigent.

Leben

Augustin Dumay wurde in eine Musikerfamilie hineingeboren und erhielt ab dem fünften Lebensjahr Geigenunterricht von seinem Vater. Ab dem 10. Lebensjahr konnte er das Pariser Konservatorium besuchen. Nach Erhalt der Goldmedaille nahm er während fünf Jahren Privatunterricht, unter anderem bei Arthur Grumiaux in Brüssel.

Mit 14 Jahren konzertierte er auf einem Festival in Montreux, wo er die Aufmerksamkeit der anwesenden Geiger Henryk Szeryng und Joseph Szigeti auf sich zog, die ihn weitervermittelten. Seine internationale Laufbahn begann 1979 nach einem Konzert unter Leitung des Dirigenten Herbert von Karajan in Paris. 1980 debütierte Dumay, ebenfalls auf Karajans Einladung, bei den Berliner Philharmonikern.[1] Hiernach machte er eine glänzende solistische Karriere, welche ihn mit den renommiertesten Orchestern, darunter das Royal Concertgebouw Orchestra, Orchestre National de France, London Symphony Orchestra, das Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks, Royal Philharmonic Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Philharmonia Orchestra, Camerata Salzburg und London Philharmonic Orchestra, sowie den berühmtesten Dirigenten, wie Seiji Ozawa, Kurt Masur, Sir Colin Davis, Alan Gilbert, Eliahu Inbal, Daniel Harding, Kent Nagano, Charles Dutoit oder auch Christoph von Dohnányi, auftreten ließ.[1][2] Er erhielt unzählige Schallplattenpreise und nahm an zahlreichen Festivals teil, so in Verbier[3], Montreux, Bath, Berlin, Luzern, Aix-en-Provence, Leipzig und im Lincoln Center New York.

Neben seiner solistischen Karriere ist Augustin Dumay weltweit als Dirigent sehr aktiv. Von 2003 bis 2013 leitete er das Orchestre Royal de Chambre de Wallonie (Belgien), welches 1958 durch die rumänische Geigerin Lola Bobesco (1921–2003) gegründet wurde.[1] Seit 2011 leitet er das Kansai Philharmonic Orchestra in Osaka.[1][3]

Außerdem ist er seit 2004 Master in Residence an der „Chapelle Musicale Reine Elisabeth“ in Brüssel.[1][4] Dort werden junge Berufsmusiker intensiv auf ihre Laufbahn vorbereitet. Hier werden auch alljährlich die Finalisten des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs (Concours Musical Reine Elisabeth) betreut und vorbereitet. Von 2002 bis 2005 war Dumay künstlerischer Leiter des Musikfestivals im südfranzösischen Menton.

Der Filmregisseur Gérard Corbiau erstellte 2008 eine Filmbiografie über den Geiger; „Augustin Dumay, Laisser une trace dans le cœur“.

Nach zahlreichen CD-Aufnahmen bei der Deutschen Grammophon[1][5], Onyx Classics[6] und EMI Classics[7], ist Augustin Dumay seit 2025 Exklusivkünstler bei Warner Classics[7].

Augustin Dumay war mit der Pianistin Maria João Pires verheiratet,[8] mit der er unter andere, sämtliche Violinsonaten von Ludwig van Beethoven bei der Deutschen Grammophon aufgenommen hat.[9] Derzeit ist Dumay mit der Cellistin und Musikmanagerin Anne Hermant verheiratet.

Augustin Dumay spielt eine Guarnerius del Gesù von 1743, welche einst die Geige von Leonid Kogan war.[1][2]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Biography. Abgerufen am 17. Januar 2026 (englisch).
  2. a b Dumay Augustin - DE. In: Sion Violon Musique. 28. November 2022, abgerufen am 17. Januar 2026 (französisch).
  3. a b Dumay Augustin. In: Verbier Festival. Abgerufen am 17. Januar 2026 (deutsch).
  4. Augustin Dumay, violin. In: Queen Elisabeth Music Chapel. Abgerufen am 17. Januar 2026 (britisches Englisch).
  5. Pires/Dumay, Beethoven Violin-Sonaten: Was lange währt... - Maria Joao Pires. Abgerufen am 17. Januar 2026.
  6. https://www.onyxclassics.com/artist/augustin-dumay/. Abgerufen am 17. Januar 2026 (englisch).
  7. a b AUGUSTIN DUMAY JOINS WARNER CLASSICS & ERATO. In: International Classical Music Management. Abgerufen am 17. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  8. Die großen Pianisten des 20. Jahrhunderts. Beiheft zur CD-Sammlung. Philips Music Group 1998.
  9. Gesamteinspielung sämtlicher Beethoven Violinsonaten