Azatadin

Strukturformel
Strukturformel von Azatadin
Allgemeines
Freiname Azatadin
Andere Namen
  • 6,11-Dihydro-11-(1-methyl-4-piperidyliden)-5H-benzo[5,6]cyclohepta-[1,2-b]pyridin
  • 11-(1-Methylpiperidin-4-yliden)-6,11-dihydro-5H-benzo[5,6]cyclohepta[1,2-b]pyridin
Summenformel C20H22N2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 19861
ChemSpider 18709
DrugBank DB00719
Wikidata Q599160
Arzneistoffangaben
ATC-Code

R06AX09

Wirkstoffklasse

Antihistaminika

Eigenschaften
Molare Masse 290,4 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

124–126 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Azatadin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antihistaminika und ein Stickstoffanalogon von Cyproheptadin.[3]

Pharmakologie

Azatadin besitzt starke antihistaminische[4] , anticholinerge, antiserotinin- und antianaphylaktische Eigenschaften. Seine anticholinerge Potenz ist 1/3 derjenigen von Atropin und gleichwertig mit Promethazin und Cyproheptadin. Azatadin zählt zu den stärkeren Antianaphylaktika.[3]

Azatadin ist ein Antihistaminikum der ersten Generation.[5]

Anwendungsgebiet

Die arzneilich verwendete Form von Azatadin ist das Salz der Maleinsäure, Azatadinmaleat.[S 1] Es wird als wirksame Behandlung der akuten und chronischen allergischen Rhinitis[4], der vasomotorischen Rhinitis, der Urtikaria und bestimmter atopischer und Kontaktdermatitis beschrieben. In der empfohlenen therapeutischen Höchstdosis von 4 mg pro Tag reduzierte der Wirkstoff über einen Zeitraum von 7 Tagen bei der Mehrheit der Patienten (80 %) signifikant die Schwere der ganzjährigen allergischen Rhinitis und verringerte signifikant die Schwellungen bei den Histaminprovokationstests und Allergentests. Er wurde im Allgemeinen gut vertragen. 40 % der Patienten berichteten über Schläfrigkeit.[6]

Wirkmechanismus

Antihistaminika wie Azatadin konkurrieren mit Histamin um die Histamin-H1-Rezeptoren auf Effektorzellen. Sie wirken dadurch den pharmakologischen Wirkungen von Histamin entgegen, die durch die Aktivierung H1-Rezeptoren vermittelt werden, und verringern dadurch die Intensität allergischer Reaktionen und Gewebeschäden, die mit einer Histaminfreisetzung einhergehen.[7] Zudem konnte für Azatadin eine Herunterregulierung von Leukotrien C4 infolge der unmittelbaren allergischen Reaktion gezeigt werden.[5]

Synthese

Die mehrstufige Synthese ist in der Literatur beschrieben.[8]

Handelsnamen

Optimine (GB, USA) a; Kombination mit Pseudoephedrin: Trinalin (USA) a[8]

a 
außer Handel

Einzelnachweise

  1. ↑ Azatadine. commonchemistry.cas.org, abgerufen am 19. Mai 2022.
  2. ↑ Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. ↑ a b Salvatore Tozzi, Franklin E. Roth, Irving I. A. Tabachnick: The pharmacology of azatadine, a potential antiallergy drug. In: Agents and Actions. Band 4, Nr. 4, 1. Oktober 1974, S. 264–270, doi:10.1007/BF01965229.
  4. ↑ a b George Milne: Drugs: Synonyms and Properties. Routledge, 2018, ISBN 978-1-351-78990-5, S. 280.
  5. ↑ a b Lawrence M. Du Buske: Clinical comparison of histamine H1–receptor antagonist drugs. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, Bd. 98, Nr. 6, 1996, S. S307-S318, doi:10.1016/S0091-6749(96)80116-3
  6. ↑ Jl Hillas, Sd Somerfield, Jd Wilson, Mg Aman: Azatadine maleate in perennial allergic rhinitis: effects on clinical symptoms and choice reaction time. In: British Journal of Clinical Pharmacology. Band 10, Nr. 6, Dezember 1980, S. 573–577, doi:10.1111/j.1365-2125.1980.tb00513.x.
  7. ↑ Azatadine. In: drugbank.com. go.drugbank.com, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  8. ↑ a b A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances, 5th Edition, 2009: Syntheses, Patents and Applications of the most relevant APIs. Georg Thieme Verlag, 2014, ISBN 978-3-13-179525-0.

Anmerkungen

  1. ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Azatadinmaleat: CAS-Nr.: 3978-86-7, EG-Nr.: 223-615-8, ECHA-InfoCard: 100.021.470, PubChem: 5281066, ChemSpider: 4444523, Wikidata: Q27105896.