Sitzung des Berlinischen Künstler-Vereins im Englischen Haus, 1830Englisches Haus (Bildmitte). Bis 1871 Tagungsort des Vereins
Der Berlinische Künstler-Verein (BKV) war ein 1814 gegründeter deutscher Verein bildender Künstler. Andere Bezeichnungen waren auch Verein der Maler, Bildhauer, Baukünstler und Kunstgenossen, Berliner Künstler-Verein, Künstlerverein zu Berlin (1814) und Älterer Berlinischer Künstler-Verein.
Geschichte
Nach einem Aufruf des Architekten Ludwig Catel zur Gründung eines Künstlervereins, trafen sich Johann Gottfried Schadow, Friedrich Georg Weitsch, Carl Franz Jacob Heinrich Schumann, Johann Joseph Freidhoff, Ludwig Friedrich Catel, Carl Friedrich Hampe, Karl Wilhelm Kolbe d. J. und Heinrich Anton Dähling, mit Ausnahme Catels allesamt Professoren an der Akademie der Künste, um die Gründung eines Vereins zu beschließen. Am 22. November 1814 erfolgte die Gründung des BKV in einer ersten konstituierenden Sitzung mit 32 Personen im Englischen Haus, Mohrenstraße 49. Vorsteher des Vereins wurde Schadow, der 1833 auf Lebenszeit gewählt wurde und dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1850 bekleidete. Die Mitgliedschaft war einem exklusiven Kreis anerkannter Berliner Künstler vorbehalten. Angehende Künstler konnten keine Mitgliedschaft erwerben. Daher gründeten die aufstrebende Künstlergeneration 1825 den Verein jüngerer Künstler,[1] aus dem dann 1841 der Verein Berliner Künstler hervorging. Diesem schloss sich der Berlinische Künstler-Verein 1871 an, bestand dort bis 1955 als Traditionsgruppe innerhalb des Vereins und nannte sich zuletzt Berlinischer Künstler-Verein (1814). Der Verein tagte von 1814 bis 1871 im Englischen Haus, im Sommer auch in Ausflugslokalen in der Umgebung Berlins. Von 1872 bis 1889 tagte er im Vereinslokal des Vereins Berliner Künstler, Kommandantenstraße 77–79, ab 1898 im Architektenhaus, Wilhelmstraße 92/93 und ab 1898 im Künstlerhaus, Bellevuestraße 3. Die Mitgliederzahl war nie sehr groß. So hatte der Verein z. B. im Jahr 1895 nur 45 Mitglieder.[2]
Uta Motschmann: Handbuch der Berliner Vereine und Gesellschaften 1786–1815. de Gruyter, Berlin/München/Boston 2015, ISBN 978-3-05-006015-6, S.462–475.
Anmerkungen
↑ Hier ist die Angabe bei Uta Motschmann unglaubwürdig. Der genannte Generalmünzdirektor Johann Friedrich Gentz lebte von 1726 bis 1810. Sein Sohn, der von 1764 bis 1832 lebte, war der Politiker Friedrich Gentz, der aber 1814 in Wien war.
Einzelnachweise
↑Ulrike Krenzlin: Johann Gottfried Schadow. Ein Künstlerleben in Berlin. Stuttgart – Berlin 1990. ISBN 3-345-00467-4, S. 84–86.
↑Künstler-Vereine und Vereine zur Förderung der Kunst. In: Statistisches Amt der Stadt Berlin (Hrsg.): Berliner städisches Jahrbuch für Volkswirthschaft und Statistik. Band20, 1895, S.425 (Volltext in der Google-Buchsuche).