Bienenumsatz
Bienenumsatz bezeichnet den regelmäßigen Wechsel von Individuen innerhalb eines Bienenvolkes während der Brutperiode. Er beschreibt das Verhältnis von schlüpfenden und absterbenden Bienen und stellt einen wichtigen Bestandteil der Volksentwicklung dar.
Verlauf im Jahreszyklus
Die Brutperiode dauert in der Regel von März bis Oktober. In dieser Zeit ist das Bienenvolk durch einen kontinuierlichen und schnellen Austausch der Bienen gekennzeichnet. Besonders hoch ist der Bienenumsatz in den Monaten Mai und Juni, wenn das Volk seine größte Stärke erreicht.[1]
Ein starkes Volk verliert in dieser Phase täglich etwa 2000 Bienen. Gleichzeitig schlüpft jedoch eine vergleichbare Zahl von Jungbienen, sodass die Volksstärke erhalten bleibt. Während der Wachstumsphase im Frühjahr übersteigt der Zuwachs die Verluste, während in der Schrumpfungsphase des Hoch- und Spätsommers die Abgänge überwiegen.[1]
Von März bis Oktober entstehen in einem Bienenvolk insgesamt rund acht aufeinanderfolgende Generationen.[2]
Bedeutung
Der Bienenumsatz trägt vermutlich dazu bei, den Ausbruch von Krankheiten im Volk zu verhindern. Da die Generationsdauer im Sommer (etwa ein Monat) wesentlich kürzer ist als im Winter (mehrere Monate), können sich Krankheitserreger mit langer Generationsdauer – wie etwa Tracheenmilben, Nosema oder Amöben – nur eingeschränkt vermehren.[3] Er wird daher in der Regel als positiver Faktor angesehen, auch wenn er mit einer hohen Brutleistung und entsprechend erhöhtem Futterbedarf verbunden ist.[1]
Imkerliche Maßnahmen, die die Bruttätigkeit einschränken, können den Futterverbrauch zwar reduzieren, bergen jedoch das Risiko, die Gesundheit des Volkes zu beeinträchtigen.[1]
Einflussfaktoren
Der Bienenumsatz wird weder durch das Nahrungsangebot in der Natur (Tracht) noch durch Zufütterung seitens des Imkers maßgeblich beeinflusst.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Gerhard Liebig: Einfach imkern. 2. Auflage. Selbstverlag, Aichtal 2002, S. 201.
- ↑ Krankheiten und Abwehrmechanismen – Bienen und mehr, abgerufen am 8. September 2025.
- ↑ Abwehrmechanismen der Honigbiene, Thurgauische Bienenfreunde (VTBF), abgerufen am 8. September 2025.