Bleiacetat, basisch

Strukturformel
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Bleiacetat, basisch
Andere Namen
  • Bleidiacetatbis(bleidihydroxid)
  • Basisches Bleiacetat
Summenformel C4H10O8Pb3
Kurzbeschreibung

weißer geruchloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1335-32-6
EG-Nummer 215-630-3
ECHA-InfoCard 100.014.210
PubChem 5284406
Wikidata Q24629250
Eigenschaften
Molare Masse 807,71 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

75 °C[1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser (456 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 351​‐​360Df​‐​373​‐​410
P: 201​‐​273​‐​280​‐​308+313​‐​260[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bleiacetat, basisch (= basisches Bleiacetat, auch basisches Bleiazetat) ist eine chemische Verbindung des Bleis aus der Gruppe der Carbonsäuresalze.

Gewinnung und Darstellung

Basisches Bleiacetat kann durch Reaktion von Blei(II)-oxid mit einer Menge an Essigsäure, die nicht zur vollständigen Neutralisierung ausreicht, gewonnen werden.[3] In alter Zeit, etwa in der Alchemie, bezeichnete man aus Bleiweiß und Essig hergestellte basische Bleiazetate (etwa als CH3-COO)2Pb · 3 H2O)[4] auch als Oleum plumbi („Bleiöl“).[5][6]

Eigenschaften

Basisches Bleiacetat ist ein weißer geruchloser Feststoff, der in Wasser leicht löslich ist. Es zersetzt sich bei Erhitzung, wobei Essigsäure und bleihaltige Dämpfe entstehen.[1]

Verwendung

Basisches Bleiacetat wird in der Zuckeranalyse zur Entfernung von Farbstoffen, zur Klärung und Entfärbung anderer Lösungen organischer Stoffe verwendet.[7]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g Eintrag zu Bleiacetat, basisch in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 12. August 2021. (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ Eintrag zu Lead, bis(acetato-O)tetrahydroxytri- in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 12. August 2021. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. ↑ Encyclopedic Dictionary of Polymers. Springer, New York, NY 2007, ISBN 978-0-387-30160-0, Basic lead acetate, S. 92–92, doi:10.1007/978-0-387-30160-0_1077.
  4. ↑ Vgl. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 392 (zu glet, hier „bereyt glett“).
  5. ↑ Vgl. etwa Acetum plumbicum.
  6. ↑ Udo Benzenhöfer: Johannes’ de Rupescissa „Liber de consideratione quintae essentiae omnium rerum“ deutsch. Studien zur Alchemia medica des 15. bis 17. Jahrhunderts mit kritischer Edition des Textes (= Heidelberger Studien zur Naturkunde der frühen Neuzeit. Band 1). Steiner, Wiesbaden/Stuttgart 1989, ISBN 3-515-05388-3 (Zugleich Philosophische Dissertation, Universität Heidelberg, 1988), S. 188.
  7. ↑ S. Gangolli: The Dictionary of Substances and Their Effects: K-N. Royal Society of Chemistry, 1999, ISBN 978-0-85404-828-1, S. 62.