Chloracetonitril

Strukturformel
Strukturformel von Chloracetonitril
Allgemeines
Name Chloracetonitril
Andere Namen
  • Monochloracetonitril
  • Chloressigsäurenitril
  • Chlormethylcyanid
  • Chlorcyanomethan
  • Chlorethannitril
Summenformel C2H2ClN
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 107-14-2
EG-Nummer 203-467-0
ECHA-InfoCard 100.003.153
PubChem 7856
ChemSpider 7568
Wikidata Q2196683
Eigenschaften
Molare Masse 75,50 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,193 g·cm−3[1]

Siedepunkt

123–124 °C[1]

Dampfdruck

11,5 mbar (20 °C)[1]

Löslichkeit

löslich in Wasser (100 g·l−1)[1]

Brechungsindex

1,422 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226​‐​301+311+331​‐​411
P: 210​‐​273​‐​280​‐​302+352​‐​304+340​‐​308+310[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Chloracetonitril ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Nitrile. Es handelt sich hierbei um das Nitril der Chloressigsäure.

Darstellung

Chloracetonitril kann durch Reaktion von Chloracetamid mit Phosphorpentoxid gewonnen werden.[4]

Eigenschaften

Chloracetonitril ist bei Zimmertemperatur eine farblose und flüchtige Flüssigkeit, die einen stechenden Geruch aufweist. Diese ist vollständig zu 100 Gramm pro Liter in Wasser löslich.[1] Der Dampf von Chloracetonitril ist reizend.

Verwendung

Heute wird Chloracetonitril in Mischung mit Triethylamin als Chlorwasserstoffakzeptor verwendet. Früher wurde Chloracetonitril auch als Begasungsmittel eingesetzt.[5]

Sicherheitshinweise

Die Dämpfe von Chloracetonitril können beim Erhitzen über den Flammpunkt (54 °C) mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Chloracetonitril wirkt stark gewässergefährdend, es wurde mit Wassergefährdungsklasse 3 klassifiziert.[1]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h i j k l Eintrag zu Chloracetonitril in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 6. April 2016. (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ Datenblatt Chloroacetonitrile, 99% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 8. November 2014 (PDF).
  3. ↑ Eintrag zu Chloroacetonitrile in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. August 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. ↑ Ahluwalia, V.K. Ahluwalia, Pooja Bhagat, Renu Aggarwal, Ramesh Chandra: Intermediates for Organic Synthesis. I. K. International Publishing House Pvt. Ltd., 2005, S. 300 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ S. Gangolli, Royal Society of Chemistry (Great Britain): The Dictionary of Substances and Their Effects: C. Royal Society of Chemistry, 1999, S. 265 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).