Düsseldorfer Blutsonntag
Als Düsseldorfer Blutsonntag wird die Unruhe vom 30. September 1923 in Düsseldorf bezeichnet, als die Polizei gegen den Putschversuch der separatistischen Bewegung im Rheinland vorging. Die Separatisten strebten eine Trennung des damals französisch besetzten Rheinlandes vom Freistaat Preußen an. Beim Versuch, eine Rheinische Republik auszurufen, versammelten sich 20.000, nach anderen Angaben 14.000 Separatisten in Düsseldorf zu einer Demonstration. Unterstützt wurden sie dabei von französischen Militärs.[1] Ausgehend vom Hauptbahnhof zogen die Demonstranten, die sich in „Kompanien“ formierten und teilweise mit Pistolen bewaffnet waren, zum Breidenbacher Hof. Dort kam es zu einer Schießerei mit der Schutzpolizei, die nach englischen Quellen von den Separatisten ausgegangen sein soll. Dabei starben 17 Personen, darunter 5 Polizisten, und mehr als 400 Menschen wurden verletzt. Französische Truppen griffen zum Schutz der Separatisten ein, so dass sie ihre Demonstration am Hindenburgwall fortsetzen konnten.[2][3] Dieser Tag war der Höhepunkt der Auseinandersetzung von Separatisten und Weimarer Republik.[4]
Literatur
- Angelika Schnorrenberger: Der Düsseldorfer „Blutsonntag“, 30. September 1923. In: Gerd Krumeich, Joachim Schröder (Hrsg.): Der Schatten des Weltkriegs. Die Ruhrbesetzung 1923. Klartext-Verlag, Essen 2004, ISBN 978-3-89861-251-7, S. 289–304.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Gerd Krumeich: Die Rheinlandbesetzung, Abschnitt 6: Düsseldorfer Blutsonntag Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 3. März 2025
- ↑ Henning Köhler: Adenauer und die rheinische Republik. Der erste Anlauf 1918–1924. Westdeutscher Verlag, Opladen 1986, ISBN 978-3-531-11765-2, S. 154 (Google Books)
- ↑ Eine andere Quelle nennt 11 Tote und 150 Verletzte. – Vgl. Tobias Dupke: Hilden vor 100 Jahren: Deutscher Oktober und Düsseldorfer Blutsonntag. 3. Oktober 2023, abgerufen am 2. März 2025.
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung: Die Rheinlandbesetzung. 11. Mai 2012, abgerufen am 2. März 2025.