Diaphanes

Diaphanes ist ein seit 2000 bestehender unabhängiger Verlag mit Sitz in Zürich und Berlin. Schwerpunkt der Verlagstätigkeit liegt auf den Bereichen Theorie, Kunst, Literatur und Geisteswissenschaften mit einem besonderen Augenmerk auf deren Verschränkungen.

Der Verlag verfügt über lieferbare Backlist von rund 1000 Titeln in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache sowie ein jährliches Programm von rund 40 Neuerscheinungen in weltweitem Vertrieb[1] und verbindet dabei klassische Printproduktion mit einem innovativen Onlineangebot.[2] Der Vertrieb erfolgt in Kooperation mit Partnern wie The University of Chicago Press und Les presses du réel.[3]

Verlagsgeschichte

Diaphanes wurde im Jahr 2000 von Michael Heitz gegründet und etablierte sich seither als unabhängiger Verlag in den Bereichen Philosophie, Kunst- und Kulturwissenschaft sowie Medientheorie.[4] Dazu trugen zahlreiche Übersetzungen zeitgenössischer internationaler Philosophen und Philosophinnen (wie Anne Dufourmentelle, Jean-Luc Nancy, Catherine Malabou, Giorgio Agamben oder David Graeber), Publikationen deutschsprachiger Theoretiker und Theoretikerinnen (Joseph Vogl, Erich Hörl, Sylvia Sasse, Claus Pias u. a.), der Aufbau eines eigenen englisch- (ab 2011) und französischsprachigen Programms (ab 2012) sowie die Etablierung unterschiedlicher Reihen in Eigenregie sowie in Kooperation mit Forschungsinstituten bei.[5][6][7]

Das heterogene Verlagsprogramm sucht den internationalen Transfer relevanter theoretischer Positionen und die Vermittlung zeitgenössischer internationaler Prosa (wie Tom McCarthy, Angelika Meier, Lisa Robertson) mit literarischen (Wieder-)Entdeckungen (wie Georges Perec, Anna Kavan, Joseph Mitchell oder Chantal Akerman) zu verbinden. Weitere Programmfelder entstanden im Kontext zeitgenössischer kunst- und bildtheoretischer Fragestellungen, aktuellen medien- und kunsttheoretischen Positionen (wie Hito Steyerl, Georges Didi-Huberman oder Isabelle Graw) sowie im Wechselfeld von Ästhetik und Epistemologie.

Nachlass Reiner Schürmann

DIAPHANES verwaltet zudem den Nachlass des Philosophen Reiner Schürmann in Original und Übersetzungen, das, betreut durch ein Editorial board,[8] unter anderem auch im eigenen Verlagsprogramm erscheint.

DIAPHANES Literatur

Das 2008 lancierte mehrsprachige Literaturprogramm stellt neben Übersetzungen international renommierter Autoren und Autorinnen auch aktuelle Literatur, Prosa und Poetik etablierter wie noch zu entdeckender Schriftsteller und Schriftstellerinnen in den Vordergrund. Eigensinnig und klar profiliert, erscheint dort seitdem auf Deutsch, Englisch und Französisch Literatur jenseits des Mainstreams.

Seit 2023 wird das literarische Programm von Marie Glassl in Berlin verantwortet. Der unabhängig geführte Verlag DIAPHANES Berlin[9] widmet sich zunehmend auch der Verbindung zwischen poetisch-poetologischen[10] und performativen Praktiken, welche insbesondere in der von Marie Glassl herausgegebenen mehrsprachigen Buchreihe aktion_fiktion[11] präsentiert werden. Zudem findet das Programm sukzessive auch eine Erweiterung um italienischsprachige Texte und Übersetzungen.

Espaces DIAPHANES

In angegliederten Ausstellungsräumen arbeitet DIAPHANES über das Buchprogramm hinaus auch an realen wie virtuellen, künstlerischen wie diskursiven Räumen der Reflektion. Vor dem Hintergrund von Buchprogramm und Magazinpublizistik sollen dort Denkansätze und Ausdruckformen aller Couleur erprobt und diskutiert werden.

In den Espaces Berlin, Zürich und Paris fanden seit 2012 regelmäßig Symposien, Ausstellungen und Projekte statt, die ästhetische wie theoretische Interventionen verbinden und aktuelle Themenfelder gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Kunst, Theorie und Literatur sowie diversen Publika aus aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten.[12][13][14][15]

Die dort u.a. mit Förderung des Berliner Hauptstadtkulturfonds und Kooperationspartnern aus Kunst und Wissenschaft initiierten Themen wie »Pluralizing the Singular«,[16] »Authentizität und Feedback«,[14] »Einhunderttausend Wörter suchen einen Autor«,[17] »On Wasted Grounds«[18] setzten sich anschließend in andauernden Projekte und Kollaborationen, in Buch- und Magazinpublizistik, Ausstellungen oder virtuellen Archiven fort.

2017 begann der Verlag mit der quartalsweisen Publikation des Diaphanes-Magazines.[19]

Literatur

Commons: Diaphanes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. diaphanes - Gesamtverzeichnis. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  2. Martina Läubli: «In jedem Kopf spielt sich etwas ab» | NZZ. 1. November 2017, abgerufen am 18. Januar 2026.
  3. Diaphanes - Les presses du réel. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  4. Verlagsinfo. Diaphanes-Website.
  5. Objekte widersprechen: neue Buchreihe und Lesung im Humboldt Forum. (PDF) humboldtforum.org, 17. Juni 2025, abgerufen am 18. Januar 2026.
  6. diaphanes - Reihen. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  7. Denkt Kunst. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  8. Reiner Schürmann Selected Writings and Lecture Notes. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  9. DIAPHANES Berlin. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  10. deutschlandfunk.de: Marie Glassl über Alice Ceresa: "Kleines Wörterbuch der weiblichen Ungleichheit". 13. November 2025, abgerufen am 19. Januar 2026.
  11. aktion_fiktion. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  12. Aktuelle Ausstellung. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  13. Ausstellung: Antoine d'Agata: Diagonale du vide, 15.06.2019 – 20.09.2019, ESPACE DIAPHANES, Dresdener Str. 118, 10999 Berlin, Deutschland. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  14. a b Authentizität und Feedback:Performances, Gespräche, Ausstellung, 21.11.2019, 20:30 – 24.11.2019, ESPACE DIAPHANES, Dresdener Str. 118, 10999 Berlin, Deutschland. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  15. Ausstellung: Aya Momose: Borrowing the Other Eye, 07.06.2018, 19:00 – 06.07.2018, ESPACE DIAPHANES, Dresdener Str. 118, 10999 Berlin, Deutschland. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  16. PLURALIZING THE SINGULAR. Abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
  17. Einhunderttausend Wörter suchen einen Autor. Abgerufen am 19. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  18. Julian Hetzel: On Wasted Grounds Festival in Berlin – Studio Julian Hetzel. Abgerufen am 19. Januar 2026 (britisches Englisch).
  19. Magazin. Abgerufen am 1. November 2017.