Eisendecher (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Eisendecher in Siebmachers Wappenbuch
Wappendarstellung von Hildebrand in der großen Wappensammlung

Eisendecher ist der Name einer niedersächsischen Familie mit Wurzeln im Thüringischen, die in einer Linie im frühen 19. Jahrhundert in den russischen Adelsstand erhoben wurde.

Geschichte

Die Familie stammt aus Hannover, wobei Generationen des 17. Jahrhunderts noch im Thüringischen beheimatet waren. Mehrere Familienmitglieder waren in führenden Positionen in Verwaltung und Politik tätig. Mit Johann Georg Dieterich Eisendecher (1773–nach 1825) erwarb ein Familienmitglied am 11. Juni 1821 den kaiserlich-russischen Dienstadel,[1] der auch in Deutschland anerkannt wurde.[2]

Stammfolge

  • Melchior Christoff Eisendächer, Schultheiß und Ober-Gerichtsgeschworener zu „Almenhausen“ in Thüringen (bei Heiratseintrag des Sohnes „H.[err] Andreas Casparus Eisendächer, verordneter Cantor hieselbst, H[err]n Melchior Christoff Eisendächers, Schuldheissens und Ober-Gerichtsgeschwornen zu Almenhausen in Thüringen nachgel.[assener] ehel.[icher] Sohn“), ⚭ „14. Februarii“ (1680) Melchior Christoph „Eysentecher“ und Dorothea Fritschen in Schernberg „copuliret worden“
    • Andreas Caspar Eisendecher (* in Allmenhausen bei Sondershausen[3]; Kantor und Kustos in Springe[4], † 1744 in Springe; ⚭ am 4. Januar 1707 in Springe mit Anna Magdalena Cypressa Schomburg (* in Hildesheim, † 1737 in Springe)[3]
      • Maria Christine Eisendecher (* 28. Juli 1714 in Springe, † 16. Mai 1802 in Aerzen), ⚭ 27. Dezember 1730 in Springe mit Johann Christoph Kuntze (* 24. Oktober 1698 in Springe, † 18. September 1783 in Hannover), um 1734 bis 1749 in den Höhenlagen des Deisters Königlich Großbritannisch und Kurfürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Reitender Förster mit Wohnsitz in Springe. Gemeinsam Eltern von Dieterich Eberhard Kuntze (* 18. Februar 1734 in Seelze im Calenberger Land bei Hannover), Königlich Großbritannisch und Kurfürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Oberförster Dieterich Eberhard Kuntze zu Aerzen im Fürstentum Calenberg.[4]
      • Julius Christoph Siegfried Eisendecher (* in Allmenhausen bei Sondershausen, ~~ 1710 in Springe, † 1794 in Springe), Zolleinnehmer und Stadtvogt in Springe,[5] ⚭ I. 1739 in Hannover (Schlosskirche) mit Magdalena Elisabeth Wissel (* 1715 in Wehrbergen; † 1755 in Springe); aus erster Ehe „zwei Söhne und zwei Töchter“, darunter als 2. Kind Wilhelm Christian und als 4. Kind Johann Christoph;[3] ⚭ II. 1755 in Springe mit Christine Charlotte Kuntze (* 1727 in Springe; † 1806 in Springe), aus zweiter Ehe 2 Töchter.[3]
        • Wilhelm Christian Eisendecher (1741–1804), hannoverscher Klosterregistrator, Rechnungsführer der Universitätskasse und Oberkommissar sowie Redakteur des Hannoverischen Magazins, ⚭ Oktober 1771 Maria Sophia Luise Iffland (1747–1823), Schwester von August Wilhelm Iffland
        • Johann Christoph Eisendecher (1750–1821), Registrator und Oberkommissar bei der General-Steuerkasse, ⚭ Christine Henriette Brande
          • Charlotte Christine Auguste Eisendecher (1781–1818) ⚭ Friedrich Ernst Ballhorn-Rosen
          • Ernst August Christoph Eisendecher (1782–1893)
          • Friedrich August Christian Eisendecher (1784–1842), Leiter der General-Steuerkasse des Königreichs Hannover, ⚭ Henriette Friederike Ramberg (1801–1860)
        • zwei weitere Geschwister

Wappen

Blasonierung: In Blau ein breiter in drei Reihen von Gold und Schwarz geschachter Balken, begleitet von drei (2:1) silbernen Sternen. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein aus brennendem grünen Nest wachsender schwarzer Phönix.[1] Adolf Matthias Hildebrandt stellt das Wappen ohne die Sterne dar.[8]

Literatur

Commons: Eisendecher family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Gritzner (1872), S. 4.
  2. a b Gerd Hoffmann: Karl von Eisendecher – Preußischer und Kaiserlicher Marineoffizier und Diplomat aus Oldenburg, in: Oldenburgische Familienkunde, Jg. 53 (2011), S. 245 (lb-oldenburg.de).
  3. a b c d Gerd Hoffmann: Karl von Eisendecher – Preußischer und Kaiserlicher Marineoffizier und Diplomat aus Oldenburg. In: Jahrbuch der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde. Band 53. Oldenburg 2011, S. 241–288 (hier S. 280) (Volltext [PDF; abgerufen am 18. Januar 2026]).
  4. a b Bernd Bendix (Hrsg.): Anweisung zum Anbau des Nadelholzes. Verlag Kessel, 2023, S. V (Einführung) (forstbuch.de [PDF; abgerufen am 18. Januar 2026]).
  5. Gerd Hoffmann: Karl von Eisendecher – Preußischer und Kaiserlicher Marineoffizier und Diplomat aus Oldenburg, in: Oldenburgische Familienkunde, Jg. 53 (2011), S. 241 f. (lb-oldenburg.de).
  6. Paul Raabe, Erik Dal (Hrsg.): Hans Christian Andersen – Lina von Eisendecher. Briefwechsel, 2013, ISBN 978-3-89244-648-4.
  7. a b Jahrbuch des Deutschen Adels, Erster Band, Berlin 1896, S. 587 f. (Google Bücher).
  8. Eine Sammlung von 8000 Bildern von Wappen von Herrschern, Adel und Bürger, Stadt und regionalen Wappen, herausgegeben um 1910–1920 von A. Wellers Verlag, Kahla in Thüringen, Nr. 186.