Emil Schubert (Landrat)
Emil Schubert (* 21. Februar 1879 in Lichtenstein, Amtshauptmannschaft Glauchau;[1] † nach 1933) war ein deutscher Politiker (SPD). Er war Mitglied des Preußischen Landtags, Landrat der Kreise Herrschaft Schmalkalden und Neurode sowie Oberbürgermeister von Waldenburg.
Leben
Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Schubert eine Schmiedelehre. Außerdem besuchte er Abendkurse an der Universität Zürich, dem Bildungsverein Hamburg und der Gewerkschaftsschule im sächsischen Mittweida.[2]
Er betätigte sich politisch, trat im 17. Lebensjahr in die SPD ein und war einige Jahre Vorsitzender des SPD-Wahlvereins Potsdam-Osthavelland. Über Jahre war er Leiter des Arbeitersekretariats in Potsdam und Vorstandsmitglied der AOK Potsdam, Stadtverordneter und Beisitzer beim Gewerbegericht und beim Schlichtungs- und Einberufungsausschuss in Potsdam. 1917 wurde er in Köln Bezirksleiter des Deutschen Eisenbahner-Verbandes.[2]
Von 1919 bis 1921 war er Mitglied der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung, in die er im Wahlkreis Düsseldorf-Koblenz-Trier gewählt wurde. Anschließend gehörte er bis 1924 dem Preußischen Landtag der ersten Wahlperiode an.[3]
Zum 1. Oktober 1919 wurde Schubert zum kommissarischen Landrat des Kreises Herrschaft Schmalkalden ernannt und ab 19. Dezember 1919 war er definitiv Landrat des Kreises. Zum 9. Oktober 1925 wechselte er als kommissarischer Landrat zum Kreis Neurode, wo er am 7. April 1926 definitiv Landrat wurde.[2]
Am 19. März 1930 wurde er schließlich zum kommissarischen Oberbürgermeister von Waldenburg ernannt, dessen Oberbürgermeister er 1931 definitiv wurde.[4][5] Nach der Machtergreifung wurde er am 24. März 1933 beurlaubt und später auf Grundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen. Im Dezember 1933 wurde er in eines der Emslandlager deportiert.[6][7]
Literatur
- Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867–1945, Hessische Historische Kommission, Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte
Weblinks
- Schubert, Emil. Hessische Biografie. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte
Einzelnachweise
- ↑ Müller: Lassalles Vermächtnis, S. 658, Metropol-Verlag, Berlin, 2025
- ↑ a b c Schubert, Emil. Hessische Biografie. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 19. Januar 2026.
- ↑ Biografie von Emil Schubert. In: Wilhelm H. Schröder: Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1876–1933 (BIOSOP)
- ↑ Landrat Schubert, kommissarischer Oberbürgermeister. In: Neues Tageblatt. Nr. 67, 20. März 1930 (wroc.pl).
- ↑ Einführung von Oberbürgermeister Schubert. In: Neues Tageblatt. Nr. 105, 6. Mai 1931 (wroc.pl).
- ↑ Oberbürgermeister Schubert bis auf weiteres beurlaubt. In: Neues Tageblatt. Nr. 72, 25. März 1933 (wroc.pl).
- ↑ Ins Konzentrationslager übergeführt. In: Polkwitzer Stadtblatt. Nr. 98, 8. Dezember 1933 (bibliotekacyfrowa.pl [PDF]).