Gedenkeiche Uhsmannsdorf

Gedenkeiche Uhsmannsdorf

Die Gedenkeiche Uhsmannsdorf ist ein Gedenkbaum sowie ein Naturdenkmal im Ortsteil Uhsmannsdorf der sächsischen Kleinstadt Rothenburg/Oberlausitz. Der 1830 gepflanzte Baum wies 1958 einen Stammumfang von 4,5 Metern und 1984 von 4,8 Metern auf.

Die Eiche steht auf dem ehemaligen Dorfanger von Uhsmannsdorf an der Kreuzung von Spreer Straße und Pappelallee vor der früheren Schmiede auf dem Flurstück 444/2 in der Gemarkung Uhsmannsdorf Flur 1.

Geschichte

In der damals sächsischen Oberlausitz war Christian Mischke aus Quolsdorf (* 8. November 1715) in Nieder Horka als herrschaftlicher Vogt beschäftigt. Er erhielt am 21. Oktober 1746 den Auftrag, Dung aus dem Schafstall des herrschaftlichen Hofes in Uhsmannsdorf fahren zu lassen. Als er dort ankam, waren die Schafe noch eingesperrt. Daraufhin begann er, die Schafhürden zu öffnen. Die herbeigekommene Schäferin Ladasch behinderte dies, da ihr Mann krank war und nicht arbeiten konnte. Im Streit schlug sie mit einem Pfahl von hinten auf den Kopf des Vogts, woraufhin dieser erst das Bewusstsein verlor und am nächsten Morgen starb.

Da die sofort festgenommene Schäferin schwanger war, zog sich die Untersuchung des Falls in die Länge. Sie wurde mit dem Staupbesen bestraft und anschließend an der Grenze zu Schlesien des Landes verwiesen.[1]

Gut 80 Jahre später, Uhsmannsdorf gehörte inzwischen infolge der Teilung des Königreiches Sachsen zum Kreis Rothenburg im schlesischen Regierungsbezirk Liegnitz, pflanzte Mischkes Enkel Johann Christian Mischke, seit 1820/1821 Schullehrer in Trebus,[2] zusammen mit seinem ältesten Sohn, dem Maurermeister Christian Fürchtegott Mischke aus Rothenburg, am Ostermontag, den 12. April 1830 diese Gedenkeiche zum Gedenken an ihren Vorfahren. Ihr Standort soll die Stelle sein, an der zuvor die Staupsäule stand. Dazu hatte zuvor der Ortsvorstand von Uhsmannsdorf seine Einwilligung erteilt und zugleich festgelegt, dass niemand ein Recht haben sollte, diese Eiche nutzbar zu machen, solange sie durch Zeit und Elemente unvernichtet bleibt.[3]

Naturschutz-Eule am Baum

Der Name Gedenkeiche ist bereits 1857 im Görlitzer Anzeiger[1] und 1861 im Sachbuch Das Markgrafthum Ober-Lausitz, Königlich Preußischen Antheils, in geschichtlicher, statistischer und geographischer Hinsicht belegt. Johann Gottlieb Mischke, Autor des letzteren, war ein weiterer Urenkel Christian Mischkes, zudem Lehrer, Gerichtsschreiber und Schiedsmann zu Schadewalde im Kreis Lauban.[4]

In den 1930er Jahren veröffentlichte Oscar Herr, Biologielehrer und Direktor des Museums der Naturforschenden Gesellschaft in den Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz Verzeichnisse der Naturdenkmäler der Kreise Görlitz, Lauban und Rothenburg. Für Uhsmannsdorf wird die Gedenkeiche genannt.[5]

Fußnoten

  1. ↑ a b Zeitungsbericht im Görlitzer Anzeiger vom 29. März 1857, wiedergegeben in Die Gedenkeiche. In: uhsmannsdorf.de. Abgerufen am 8. Dezember 2025.
  2. ↑ Personal-Chronik der öffentlichen Behörden. In: Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Liegnitz. No. 7. Liegnitz 17. Februar 1821, S. 47 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  3. ↑ Die Gedenkeiche. In: uhsmannsdorf.de. Abgerufen am 8. Dezember 2025.
  4. ↑ Johann Gottlieb Mischke: Das Markgrafthum Ober-Lausitz, Königlich Preußischen Antheils, in geschichtlicher, statistischer und geographischer Hinsicht. Köhler, Görlitz 1861, S. 193 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ Oscar Herr: Verzeichnis der Naturdenkmäler des Kreises Rothenburg O.-L. In: Naturforschende Gesellschaft zu Görlitz (Hrsg.): Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz. Band 32, 2. Heft, 1934, S. 153–163, S. 161 (Digitalisat in ZOBODAT [PDF; 1000 kB] Download des ganzen Hefts; PDF; 55 MB).
Commons: Uhsmannsdorf, Gedenkeiche am Dorfanger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 19′ 51,8″ N, 14° 54′ 7,9″ O