Gernebach

Gernebach

Daten
Gewässerkennzahl DE: 278796
Lage Deutschland

Ruhrgebiet

Flusssystem Rhein
Abfluss über Lippe → Rhein → Nordsee
Quelle in der Haard
51° 41′ 14″ N, 7° 15′ 2″ O
Quellhöhe ca. 63 m ü. NHN
Mündung bei Ostleven in die LippeKoordinaten: 51° 42′ 41″ N, 7° 17′ 52″ O
51° 42′ 41″ N, 7° 17′ 52″ O
Mündungshöhe 37 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 26 m
Sohlgefälle ca. 5,7 ‰
Länge 4,6 km[1]
Einzugsgebiet 8,654 km²[1]
Abfluss[2]
AEo: 8,65 km²
an der Mündung
MQ
Mq
64,6 l/s
7,5 l/(s km²)

Der Gernebach ist ein etwas über 41⁄2 Kilometer langer und linker Zufluss der Lippe westlich des Dorfes Ahsen im Kreis Recklinghausen. Er ist namengebend für das Naturschutzgebiet Gernebachtal.

Verlauf

Der Gernebach entspringt in der Haard, etwa 1 km westlich des Jammertals, und bildet ein anfangs schmales Tal.[3] Er verläuft in nordöstlicher Richtung. Den Wesel-Datteln-Kanal unterquert der Gernebach in einem Düker. Nach rund 5 km mündet er bei der Bauerschaft Ostleven in die Lippe. Vor seiner Mündung trieb er in Leven eine – nicht mehr bestehende – Wassermühle an.[4]

Geschichte

Von 1903 bis 1910 ließ der Freiherr von Twickel am Mittellauf die ausgedehnten, 70 ha großen „Ahsener Fischteiche“ anlegen,[5] die in denen er vor allem Karpfen züchten ließ.[6] Dazu kaufte er das Gernebachtal auf einer Länge von 2,5 km auf.[7]

Infolge des Grundwasserentzuges zunächst durch eine nahegelegene Sandgrube und die folgende Grundwasserentnahme durch die Schachtanlage An der Haard 1 verringerte sich die Quellschüttung, die 30 Liter/Sekunde betragen hatte, seit den 1960er Jahren stetig,[8] sodass seit den 1980er Jahren Teile des Bachbettes immer wieder trockenfallen und das Wasser dort nur noch unterirdisch fließt. Die Ahsener Fischteiche – zeitweise waren bis zu 72 Teiche bewirtschaftet worden – mussten daraufhin Anfang der 1980er Jahre aufgegeben werden.

Literatur

  • Klaus Nigge: Nährstoffarme Feuchtgebiete im Südwesten der Westfälischen Bucht. Vegetation und Naturschutzsituation. In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Provinzial-Museum für Naturkunde, Jg. 50 (1988), Heft 2, S. 3–90, hier S. 19–24: Gernebachtal.

Fußnoten

  1. ↑ a b c Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. ↑ Modellierte Abflusswerte nach dem ELWAS-WEB - Wasserdaten NRW des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW (Hinweise)
  3. ↑ Heinz Müller: Die Halterner Talung (= Westfälische geographische Studien, Band 3). Geographisches Institut der Universität, Münster 1950, S. 16.
  4. ↑ Hermann Grochtmann: Wassermühlen im Kirchspiel Datteln. In: Vestischer Kalender, Jg. 28 (1956), S. 99–102, hier S. 102.
  5. ↑ Klaus Nigge: Nährstoffarme Feuchtgebiete im Südwesten der Westfälischen Bucht. Vegetation und Naturschutzsituation. In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Provinzial-Museum für Naturkunde, Jg. 50 (1988), Heft 2, S. 3–90, hier S. 19.
  6. ↑ August Kreuz: Fischteiche in der Landwirtschaft deren Bau und Bewirtschaftung nebst einer Anweisung für die Aufstellung von Entwürfen zu Fischteichanlagen mit extensivem Betriebe. Münster 1901, S. 58.
  7. ↑ August Kreuz: Fischzucht und Teichgut zu Ahsen. Verlag G. Neumann, Neudamm 1905.
  8. ↑ Klaus Nigge: Nährstoffarme Feuchtgebiete im Südwesten der Westfälischen Bucht. Vegetation und Naturschutzsituation. In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Provinzial-Museum für Naturkunde, Jg. 50 (1988), Heft 2, S. 3–90, hier S. 20.