Igreja de Nossa Senhora do Rosário e Convento

Straßenansicht

Die Igreja de Nossa Senhora do Rosário e Convento ist ein Bauensemble aus römisch-katholischer Pfarrkirche und Dominikanerkloster an der Rua General Ribeiro da Costa 164 in Rio de Janeiros Stadtteil Leme.

Innenansicht

Beschreibung

Das hell verputzte Bauensemble aus Kirche und Kloster ist überwiegend von der Neugotik geprägt. Während die dreischiffige Kirche dem Bautyp einer gotischen Basilika folgt und straßenseitig durch eine symmetrische Turmfassade hervorgehoben ist, weist das Kloster den Charakter einer kleinen eklektizistischen Villa auf.

Das im fünfgeschossigen Turm integrierte gotische Hauptportal führt axial über einen Vorraum in das Hauptschiff der Basilika. Auf Kapitellen von Säulen ruhen dort vollplastische Figuren von Hunden, eine Anspielung auf die Dominikaner als domini canes (‚Hunde des Herrn‘) und ihre Rolle bei der Inquisition. Ein Hochaltar in der Apsis, der als Lettner ausgebildet ist, präsentiert über einem Tabernakel ein goldenes Kruzifix, das von einer gotischen Ädikula überdacht wird. Der Mittelbogen der Apsis weist eine Nische auf, in der von plastischen Figuren unter seitlich einfallendem Licht dramatisch gezeigt wird, wie Dominikus im Jahr 1208 in einer Marienerscheinung den Rosenkranz empfing. Kunsthistorisch bemerkenswert ist die Ausstattung der Kirche mit Buntglasfenstern der Firma Casa Conrado (Conrado Sorgenicht III) aus São Paulo.

Geschichte

1927 kamen Dominikaner nach Rio de Janeiro und begannen in Leme damit, ein Klostergebäude zu errichten, das nach dem Dominikaner und Kirchenlehrer Thomas von Aquin benannt ist. Ihr Missionsauftrag fokussierte sich damals auf die Katechese der indigenen Bevölkerung im Innern Brasiliens, in Uberaba, Goiás Velho, Porto Nacional und Conceição do Araguaia (Pará). Ab August 1929 errichteten sie neben dem Kloster eine Kirche, die von Erzbischof Sebastião Leme da Silveira Cintra am 18. Oktober 1936 als Rosenkranzkirche dem Patrozinium Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz unterstellt wurde. Am 4. August 1939 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Am 18. September 1968 wurde die Klosterkirche zur Pfarrkirche erhoben. Sie bildet das spirituelle Zentrum einer Pfarrei, deren Arbeit sich auf karitative Projekte und Schulbildung ausrichtet. Neben der Verteilung von Kleidung, Medikamenten und Lebensmitteln an Bedürftige wurde ein Wohnprojekt verwirklicht. Des Weiteren kümmern sich die Pfarrei und der sie betreuende Orden der Dominikaner um bauliche Verbesserungen in den angrenzenden Favelas. Zur Förderung der Bildung betreibt die Pfarrei eine Bibliothek mit 25.000 Bänden. Ferner übernahmen die Dominikaner 1981 im Auftrag der Sociedade Impulsionadora da Instrução die Betreuung der Grundschule von Leme, der heutigen Escola Municipal Santo Tomás de Aquino.

Literatur

  • Orlindo José de Carvalho: Templos Católicos do Rio de Janeiro. Editora Vozes, Rio de Janeiro 2009.
Commons: Igreja de Nossa Senhora do Rosário e Convento – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 22° 57′ 43,3″ S, 43° 10′ 11,5″ W