Imma Battaglia

Imma Battaglia (* 28. März 1960 in Portici als Immacolata Battaglia) ist eine italienische Aktivistin und Politikerin, eine der Anführerinnen der LGBT-Bewegung in Italien. Von 2013 bis 2016 war sie Stadträtin in Rom.
Beruflicher Werdegang
Imma Battaglia studierte Mathematik an der Universität Neapel Federico II. Sie war Mitglied des Circolo di cultura omosessuale Mario Mieli in Rom und bis 2000 dessen Präsidentin. Sie war eine Protagonistin der italienischen LGBT-Bewegung.
Seit den frühen 1990er-Jahren gehörte Imma Battaglia gemeinsam mit Vladimir Luxuria zu den Organisatoren des ersten offiziellen Gay Pride Italiens 1994 in Rom. 1996 reichte sie als Vertreterin Roms die Bewerbung zur Ausrichtung der World Gay Pride 2000 ein. Nachdem Rom den Zuschlag erhalten hatte, übernahm Battaglia die Koordination der Veranstaltung.
Politische Aktivitäten
Die World Gay Pride fand vom 1. bis 9. Juli 2000 in Rom statt. Der Vatikan betrachtete die Veranstaltung – insbesondere im sog. Heiligen Jahr – als Provokation und versuchte, ihre Durchführung zu verhindern oder zu verlegen. Der Bürgermeister Roms, Francesco Rutelli, zog seine Schirmherrschaft über die Veranstaltung zurück.[1] Papst Johannes Paul II. verurteilte die Demonstration später scharf und bezeichnete sie als Angriff auf die christlichen Werte Roms, die für Katholiken weltweit von großer Bedeutung seien.[2][3] Trotz der starken Widerstände kamen zehntausende Menschen zur Kundgebung.[4]
Nach dem World Pride verließ Battaglia aufgrund interner Konflikte den Circolo di Cultura Omosessuale Mario Mieli und gründete das APS Di'Gay Project, das sich dem Schutz der Rechte von LGBTQ-Menschen und der Förderung von Gleichberechtigung und Solidarität widmet.[5] Das Kürzel APS steht für „Associazione di Promozione Sociale“ und bezeichnet den rechtlichen Status des Di'Gay Project als gemeinnützige Organisation ohne Gewinnabsicht.
2001 initiierte Battaglia das Gay Village, ein Sommerfestival und kultureller Treffpunkt der römischen LGBTQ-Community, das sich schnell zu einer festen Größe entwickelte. Das Gay Village bietet neben Feierlichkeiten vielfältige Informations-, Beratungs- und Bildungsangebote. Es wurde 2011 mit dem Best Event Award ausgezeichnet, einem Preis für herausragende Veranstaltungen in Italien, der im Rahmen des jährlich stattfindenden Bea World Festivals verliehen wird.
Am 27. Mai 2012 organisierte sie in der Zentrale des Di'Gay-Project eine symbolische „Zivilehe“ zwischen zwei Frauen. Grundlage war eine von den Anwälten des Vereins vorbereitete private Vereinbarung, die ihren gemeinsamen Lebensentwurf im Rahmen der damals bestehenden rechtlichen Möglichkeiten in Italien schützen sollte.
Seit 2012 schreibt Battaglia für die italienische Ausgabe der Huffington Post.[6]
Privates
Imma Battaglia ist seit 2019 verheiratet mit der Schauspielerin Eva Grimaldi.[7]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Philip Willan: Gay pride takes a knock from mayor of Rome. In: The Guardian. 31. Mai 2000, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 7. November 2025]).
- ↑ Regenbogen-Parade empört den Papst - WELT. Abgerufen am 3. September 2025.
- ↑ Richard Boudreaux: Thousands Come Out for Gay Parade in Rome. 9. Juli 2000, abgerufen am 3. September 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ "World Pride 2000". Abgerufen am 7. November 2025 (österreichisches Deutsch).
- ↑ Il Team di DGP. In: Di'Gay Project - DGP. Abgerufen am 3. September 2025 (italienisch).
- ↑ Imma Battaglia. Abgerufen am 3. September 2025 (italienisch).
- ↑ Eva Grimaldi e Imma Battaglia spose: il bellissimo album di nozze Vanity Fair, 12. Mai 2019, abgerufen am 17. Juni 2021.