Er wurde bekannt durch die Inflammensetzung der Berliner Mauer 1984 und der daraus resultierenden Foto- und Videoarbeit „The Berliner Summernightdream“.[2][3] Aus ununterbrochener Verwendung von Feuerthematiken und künstlerischen Brennprozessen folgten Werke und Projekte in den Ausdrucksformen Aktionskunst, Expedition, Fotografie, Film, Musik, Performance, Radio-Feature, Theater, Videokunst sowie internationale Ausstellungen und Präsentationen in Galerien und Museen, Inszenierungen in Theatern und auf Festivals, Aufträge für Radio und Fernsehen, Lehraufträge in den Bereichen, Fotografie, Theater, Video und Performance sowie Veröffentlichungen als Autor von Artikeln und Büchern.[4] Ab 1999 begannen jährliche Aufenthalte auf dem VulkanStromboli zwecks künstlerischer Auseinandersetzung mit Vulkanismen.[5][6] Aus dem Anspruch, mit künstlerischen Mitteln gesellschaftlich nachhaltiger zu wirken, entstand 2003 unter dem Begriff „mitfeuerSPIELEN“[7] sein wichtigstes Kunstwerk, ein „Lernmodell Feuer für Kitas“, und ab 2008 das „Lernmodell Feuer und Kunst“ für Schulen. Parallel dazu entwickelte er die „Lehrkompetenz Feuer (und Kunst)“, welche er seit 2007 in Seminaren an Pädagogen vermittelt im Auftrag von Behörden, privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen sowie Versicherungen und Feuerwehren.[8] Karawahn erhielt mehrfach Auszeichnungen. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.
„The Berliner Summernightdream“ – Inflammensetzung der Berliner Mauer, Potsdamer Platz 1984
Biografie
Nach Abschluss einer Ausbildung zum Bankkaufmann begann Karawahn 1979 ein Wirtschafts- und Sportstudium an der Georg-August-Universität Göttingen. Reisen nach Jamaika 1980 und 1981 offenbarten seine Leidenschaft für Fotografie und führten zum Studienabbruch nach dem Vordiplom, ersten Ausstellungen und dem 1983 erschienenen Fotobuch „Überdosis Uni!“[9] Am 26. November 1983 anlässlich der Vernissage der gleichnamigen Ausstellung in der Göttinger Galerie Apex verwirklichte Karawahn seine erste Performance mit Feuer „Nötiges Blutvergießen“ unter musikalischer Begleitung der lokalen PunkbandTin Can Army. Weitere Inszenierungen mit kleinen Brennprozessen, der erfolgreiche Start einer eigenen Postkartenedition und fortlaufende Veröffentlichungen seiner Fotos in der taz ließen ihn im Juli 1984 von Göttingen nach West-Berlin umziehen. Sofort nach Bezug seines Ateliers in der Kreuzberger Taborstraße am Landwehrkanal begann Karawahn mit brennendem Benzin unmittelbar an der Berliner Mauer zu experimentieren. Hierbei gewonnene Erkenntnisse führten zusammen mit Tom Skapoda zur aktionistischen, unangekündigten und wiederholten Inflammensetzung der Berliner Mauer am 8., 9. und 15. August 1984 innerhalb des Lenné-Dreieck am Potsdamer Platz,[10] in der Stresemannstraße (zwischen Martin-Gropius-Bau und Abgeordnetenhaus von Berlin) und am Landwehrkanal Kreuzberg.[11][12][13] Umsetzung, Verarbeitung und Verwertung dieser Inszenierung stehen exemplarisch für die feuer- und kunstspezifische Arbeitsweise Karawahns: Eine schadenfreie Aktivität mit Brennprozessen im urbanen Raum wird sowohl fotografisch als auch videografisch dokumentiert, um nach Erlöschen der Flammen anhand der künstlerischen Möglichkeiten der jeweiligen Ausdrucksform weitere Perspektiven, Inspirationen und Aussagen zu formulieren. Fotoserie und Video der Aktion „The Berliner Summernightdream“ werden demzufolge auch unabhängig voneinander präsentiert und erworben.[14][15] Darüber hinaus machte Karawahn flammendes Benzin zum wiederholt verwendeten Werkstoff in seinen Inszenierungen. Nach zwanzigjähriger Erfahrung mit zahlreichen und international verwirklichten Brennprozessen verfolgte er zunehmend sein Vorhaben, mit künstlerischen Mitteln gesellschaftlicher zu wirken. 2003 leitete er das „Lernmodell Feuer und Kunst“ für Kitas, Schulen und Erwachsenenbildung ab.
Aus Karawahns Verbindung mit Kai Karolin Ilchmann gingen zwei Kinder hervor (1989 und 1991). Zwei weitere Kinder (2011 und 2013) stammen aus der Verbindung mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Anne Arnz. Seit 2017 sind beide miteinander verheiratet und leben zusammen in Berlin und Blossin.
Auf Grund der vielfachen Bedeutungen, die das Wort Feuer hervorbringen kann, begann Karawahn frühzeitig, seine disziplinübergreifende Thematisierung und Verwendung von Feuer als bildender und darstellender Künstler nach eigenen Kriterien zu kategorisieren.[16][17]
Werk
Fotografie
Aus einer autodidaktischen Phase des Entwickelns von Schwarzweißfilmen samt Anfertigung von Abzügen auf Fotopapier folgten 1982 die erste Einzelausstellung in der Georg-August-Universität Göttingen, regelmäßige Abbildungen in der taz und 1983 das erste Fotobuch „Überdosis Uni!.“[9] Karawahn konzentrierte sich beim Fotografieren überwiegend auf Inszenierungen mit Personen aus seinem Freundeskreis, um künstlerische Aussagen zu verschiedenen Themen zu formulieren. Es kam zu Veröffentlichungen auf Postkarten, zuerst durch den „BIZARR Verlag“ München. Von 1984 bis 2016 vermarktete Karawahn weitere Motive selber. 1984 wurde er redaktioneller Mitarbeiter des Göttinger Magazins „Fotografie Kultur Jetzt“[18] und lieferte stetig Foto- und Textbeiträge einschließlich der Verantwortung für den zweiten Teil der Doppelausgabe im Jahre 1985[19], Karawahns subjektive Bestandsaufnahme damaliger Kreuzberger Subkultur.
„brennWEITE FG1-05 und FG2-05“, „6. Int. Feuersalon Stromboli“ 2005
1983 begann Karawahns Spezialisierung auf Inszenierungen von Brennprozessen plus gleichzeitigem Foto- und Videografieren derselben. Aus Wärme, Licht und Dynamik eines Brennprozesses lassen sich mittels Fotografie Material- und Lichtkompositionen einfrieren, die losgelöst von der Schnelligkeit des wirklichen Ereignisses einen eigenständigen künstlerischen Wert erlangen. Anfangs fotografierte Karawahn Feuer ausschließlich in Schwarzweiss. Ab 1988 in Farbe und bedingt durch einen Wohnungseinbruchdiebstahl seiner analogen Kameraausrüstung ab 2005 nur noch digital. Derart entstanden zahlreiche thematische Serien,[20] welche zu Ausstellungen, Katalog- und Buchveröffentlichungen führten.
„Pyromanien Feuerporträt Berlin 1985“ (Mit Feuer übermalte Schwarzweiss-Fotografie) Sammlung Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Zwischen 1984 und 1997 übermalte er selbst angefertigte Schwarzweiss-Porträt-Fotoabzüge damaliger Zeitgenossen gezielt mit Feuer. Dadurch entstanden sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite des Fotopapiers Zeichnungen, Strukturen, Färbungen, die zusammen eine reliefähnliche Verkrustung auf dem Fotoabzug hinterließen, somit jedes „Feuerporträt“ zu einem Original machten.[21] Die Serie „Feuerporträts“ wurde international mehrfach ausgestellt, als Zeitschriften-, Buch- und Plattencover[22] verwendet, als auch für Sammlungen erworben.[23][24]
Im Rahmen des transmedia-Festivals 1997 haben Karawahn und der Musiker Blixa Bargeld das Projekt „7.000 Bücherfeuer“ verwirklicht.[25] Diese öffentliche Selbstorganisation licht- und wärmespendender Bücherbrennprozesse lieferte Fotografien, literarische Fragmente und Erkenntnisse, welche 1999 als wortwörtlich brandneues Buch veröffentlicht wurden: „233° Celsius - Ein Feuerbuch“.[26] Aus einem Zensurfeuer, in welchem pornografischeDruckerzeugnisse während ihrer Verflammung fotografiert wurden, entstand 2002 das Buch „Pyroporno“.[27] Eine Collage aus Bildern, Texten und Essays zum Thema Feuer und Sexualität in Mythen, Ritualen, Alltagssprache, pornographischer Sprache von der Antike an bis zur Kunst und Trivialkultur der Gegenwart. 2023 erschien das umfangreiche Foto- und Textbuch „brenn W E I T E N - Ein Feuerbuch. Eine gebilderte Erzählung der Brenngeschichte des Universums vom Urknall bis zum Burn out und darüber hinaus …“[28] Darin sind ausschließlich Karawahns Bilder aus vier Jahrzehnte währendem Fotografieren von Brennprozessen präsentiert in Verbindung mit zahlreichen Texten über Feuerverständnisse von der Antike bis heute.[29]
Performances und Aktionskunst
Mit der ersten Performance unter Verwendung von Feuer am 16. November 1983 in der Galerie Apex Göttingen beginnt die Nummerierung aller Aktionen und Performances mit Angaben zu Titel, Ort, Datum, mitwirkenden Personen und veranstaltenden Institutionen. Die Zählung endet mit der performativen Inszenierung Nr. 216 „parkzünderzündrom“ im Rahmen der Theaterbiennale Neue Stücke aus Europa veranstaltet vom Staatstheater Wiesbaden am 19. und 20. Juni 2004. Spätere Performances und Aktionen sind ab 2006 per website[30] veröffentlicht.
„feuerfrei (...die Welt geht schnell, wenn man sie sich in Flammen vorstellt: Bachelard)“, Graz Schlossbergbühne Kasematten, steirischerherbst 15. Oktober 1993
Die Konzeption einer öffentlichen Performance oder Aktion unter Verwendung von Brennprozessen erfordert immer eine massgeschneiderte Mixtur aus inhaltlichen, situationsspezifischen, wetterbedingten, personellen, materiellen, finanziellen und behördlichen Einflussfaktoren. Auf der Basis seitenlanger Beschreibungen von Inhalt und Dramaturgie, Material und Technik, Persönlichkeit und Funktion der Mitwirkenden und zuvorderst der räumlichen und zeitlichen Dimensionen samt Kontrolle der Brennprozesse waren bereits im Vorfeld wiederholt ausführliche Vorbesprechungen und langwierige Ortstermine mit Veranstaltern und Behörden erforderlich, in denen es jedoch am Ende immer wieder gelang, das Vertrauen aller Verantwortlichen zu gewinnen. Konzeption und Planung hatten hierbei immer nur einen Rahmen zu stecken, innerhalb dessen sich die Brennprozesse nach Entzündung selbstorganisieren sollten, sodann entweder gelöscht wurden oder ausbrannten. Das Wetter konnte kurzfristig wechseln, worauf die Feuermachenden augenblicklich zu reagieren hatten unter der Prämisse, die künstlerische Qualität und Aussage nicht zu verfehlen.[31]
Karawahn begrüßte jede Aufführung immer mit den Worten: Liebes Publikum, was jetzt folgt, weiss ich auch nicht, denn wir erleben nun gemeinsam und gleichzeitig Probe, Generalprobe, Welturaufführung und Abschiedsvorstellung. Wiederholt mitwirkende Akteure und Darsteller waren zwischen 1985 und 2002 der Berliner Künstler Käthe Be,[32] zwischen 1993 und 2003 Mr. Logo Lard, zwischen 1995 und 2018 Eddie Egal. Im stetigen Wechsel waren Schauspieler, Musiker, Dichter, Tänzer, Feuerwehrmusikkapellen, Feuerwehren und immer wieder Laien als Performer eingebunden. Eine Auswahl der ersten 80 Performances und Aktionen ist in dem 1991 erschienenen Buch „Wie mache ich Kunst, ohne mit die Finger zu verbrennen …“[33] veröffentlicht. Innerhalb der Performances kristallisierten sich dann vier Begriffe heraus, auf deren konzeptioneller Basis sich musterhaft folgenden Formate entwickelten:
„fireselfmusicianized - the Jimi Hendrix tribute pyrophonie (No 18)“, six electric guiters on fire, New Promethians Festival, Center on Contemporary Art Seattle 7. Oktober 2000
„ZünFonien“
1989 kam es zur Begegnung mit dem Komponisten und Musiker Rolf Baumgart. Unter seiner musikalischen Leitung, ab 1989 („Wenn das unsere Eltern wüßten …“, 7. Pantomimenfestival Marburg) bis 2002 („beTRIEBsausFLUG“, Eröffnung Theaterfestival Ruhr)[34], resultierte sowohl die Kreation eigener Sounds und Musik für Performances und Theaterinszenierungen, als auch das verstärkte Mitwirken von Musikern, Chören und Feuerwehrmusikkapellen. Zusätzlich erfolgten in den „ZünFonien“ wiederholt Inflammensetzungen von Instrumenten („fireselfmusicianized - the Jimi Hendrix tribute pyrophony No. 18“, Center on Contemporary Art Seattle 2000),[35] Musikabspielgeräten („ins feuer hören“, Festival Neue Musik Rümlingen 2001)[36][37], brandakustischen Konstruktionen („Wie schön brennt ein Rockkonzert?“,[38]Kunsthalle Faust 2003),[39] „Brennkammerkonzerten“ (Kulturbahnhof Kassel 2004) sowie mehrfachen Einbindungen des pyrophonen Instrumentariums des Künstlers Bastiaan Maris („Ruhrknall Zünfonie No. 17“, Internationale Bauausstellung Emscher Park, Eröffnung der Route der Industriekultur, Zeche Zollverein Essen 1999).[40] Jedes dieser experimentell-feuermusikalischen Werke wurde als „ZünFonie“ nur einmal aufgeführt. Die Feuer, die zu sehen sind, machen Musik und die Töne, die zu hören sind, machen Feuer. Aus dem Live-Konzert „Kerzengesenge / Zünfonie No. 16“, aufgeführt mit Ensemble-Schauspielern im Theater Baden-Baden 1997 entstand in Ko-Produktion mit dem SWR das gleichnamige Musikvideo.[41]
„Kartoffelfeuerrestauration“
Es handelt sich um eine Soziale Skulptur im öffentlich-städtischen Raum als Mittel gegen Einsamkeit, denn sie ermöglicht eine zufällige und doch verbindende Begegnung und Verständigung mit zuvor unbekannten Menschen. Das Projekt besteht aus Tischen, auf denen es brennt samt straßencafe-gestalteter Bestuhlung drumherum.
„KARTOFFELfeuerRESTAURATION“, „Projekt Feuerzeugen“,[42] Fritz Karsen Schule Berlin 2009
Jede zufällig passierende Person ist eingeladen, sich ans Feuer zu setzen und zur Verfügung gestellte Kartoffeln eigenhändig zu garen und zu verköstigen. Die Dauer des Brennens, die einfache Art des gemeinsamen und generationenübergreifenden Seins, Sprechens, Zubereitens und Essens am Feuer stiften während der Begegnung große Gemeinschaftsgefühle – eine Restauration der ursprünglichen, urmenschlichen, sozialen Nutzung des Feuers. Es wurde zum ersten Mal im Auftrag der Siemens Stiftung im Deutschen Museum in München 1995 verwirklicht. Weitere Stationen waren u. a. Kulturamt Oberhausen 2003, Landesgartenschau Niedersachsen 2004, Nachbarschaftszentren Berlin 2023,[43] Stadtteilkulturzentren Hannover 2023 und 2024.[44]
„Haben Sie noch Feuer?“, Kurs BK_GK_1 FES, IGS Trier, Trier Tourismus und Marketing GmbH, Illuminale 2018
Besucher einer Veranstaltung erhalten eine Kerze, welche sie entzünden und innerhalb einer markierten Fläche aufstellen. Derart bilden hunderte tänzelnder Kerzenflammen eine innenräumliche Feuerstelle, in deren mehrstündiger Brenndauer sich farbige Wachsflüsse verschichten, zum selbstorganisierten Relief erkalten, welches abschließend als Gemeinschaftswerk ausgestellt wird. Die erste Präsentation fand 1992 statt im Verein Prima Kunst in Kiel.[47]
Skulptur 98 × 46 × 46 cm (Videokamera, Plastik, elektronische Bauteile auf Stativ, brandneu) „this is an emergency/NOtFALL“,[48] VideoFilmFest des 18. Internationalen Forums des Jungen Films Medienoperative Berlin, 19. Februar 1988
Videokunst
Mit der ersten öffentlichen Videopräsentation 1985 in der Galerie am Chamissoplatz Berlin beginnt die Durchnummerierung aller nationalen und internationalen Videopräsentationen in Galerien, Museen und auf Festivals usw. Die Zählung endet zwar 1996 bei 220 mit dem Festival experiMENTAL 96[49] in Zürich, doch darüber hinaus folgten weiterhin Präsentationen. Es kam zu zahlreichen nationalen und internationalen TV-Ausstrahlungen, Verwendungen von Videos in anderen TV-, Video- und Filmwerken sowie Jurierungen für internationale Tourneeprogramme wie z. B. für den „2., 3., 4., 5., 7. und 8. Marler Video-Kunst-Preis“, zu Präsentationen in zahlreichen Goethe Instituten weltweit, der Festival-Tourneeauswahl European Media Art 1989/90, im Videomagazin Infermental No. 10,[50] der „EuroVideoArt-Tour“ und dem Tourneeprogramm der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen 1996/97.[51] Karawahns Arbeit mit dem Medium Video ist kategorisiert in sechs Serien.
Videoarbeiten auf der Basis eigener Inszenierungen mit Brennprozessen
Videoarbeiten ohne Feuer
„Kameratransformationen“
Videoarbeiten in Kooperation mit Schülern und Studenten
„VocalsVolcanoVideoVenture“
Videoarbeiten „feuerMACHEN kulturell“
Tableau (9 Videostills) aus „Das Videorakel“, U-matic Low-Band – PAL Color – 7:28 min, 1989
1. Die Videoarbeiten der Jahre 1984 bis 1989 entstanden auf Basis künstlerischer Inszenierungen von Brennprozessen und ohne eigenen Besitz von Videotechnik. 1986 ermöglichten kostenlose Ausleihen von Kamera und Schnittstudio des Offenen Kanal Berlin weitere Videowerke. 1990 und 1991 erfolgten Videoproduktionen in Kooperation mit dem NDR[52], 1991 mit dem Museum Folkwang,[53] mit dem SWR 1994 (Videoarbeit: Magischer Schnittplatz, Sammlung Zentrum für Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe)[54] und 1998, Transmediale Kerzengesenge ZünFonie No 16. 1998[55][56] Ko-Produktionmit dem Neuen Berliner Kunstverein 1996 (Videoarbeit Wie das Baden im Nichts ist 1995)[57] und mit Arte 2000 (Videoarbeit Kommissar Kerze mit Käthe Be; Berlin / New York, 2000).
2. Die Videoarbeiten ohne Feuer umfassten Experimente wie die Serie „Bona Zero“ (1986–1988), ausgestrahlt vom Offenen Kanal Berlin. Es handelte sich hierbei um eine Persiflage auf das TV-Format Frühstückfernsehen der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender. Oder um Videos für befreundete Künstler[58] oder die ungewöhnliche Dokumentation „Allein auf einer Insel - Teil Zwei“ über das Lebens- und Kunstverständnis des Berliner Bürgers Engelbert Kievernagel (1927–1987).[59][48]
„Magischer Schnittplatz“. Zersägung einer Fernsehstudiokamera im Ernst-Becker-Studio, SWR Baden-Baden am 27. Oktober 1994 anlässlich der Preisverleihung des Deutschen Videokunstpreises 1994 (Zentrum für Kunst und Medien). Aus den Fernsehstudioaufnahmen und den Aufnahmen der zersägten Fernsehstudiokamera erstellte Karawahn das gleichnamige Video: „Magischer Schnittplatz“ – 1994 / 6:21 min „...vor dem Videoschnitt kommt der Kameraschnitt ...“
3. Für die Serie „Kameratransformationen“ wurden zwischen 1988 und 1994 Video- und Fernsehstudiokameras sowohl als Werkzeug auch als zu bearbeitender Rohstoff verwendet. Es begann mit einer öffentlichen Performance vor Publikum (Videofestival, Medienfestival, Theater, Fernsehstudio usw.), welche von der betreffenden Videokamera live aufgezeichnet wurde. Die Videokamera wurde während ihrer Aufnahmen sodann durch weiteres Werkzeug (Feuer,[48]Straßenwalze,[60]Boxen,[61]Bildhauerei, Strom,[62]Kreissäge) künstlerisch derart bearbeitet, dass am Ende sowohl das Geschehen vor der Kamera als auch die chemisch-physikalischen Reaktionen in der Kamera eine mediumspezifische Einzigartigkeit an Bildern und Tönen hervorbrachten. Diese originären Bilder und Töne wurden von einem externen Videorekorder solange aufgezeichnet, bis der Abbruch der Stromzufuhr die Kamerakonstruktion technisch nicht mehr funktionieren ließ.[48] Am Ende bezeugen der performativ und bildhauerisch geformte Kamerakörper als Skulptur, die entsprechende Video- und Tonsequenz als Videoarbeit sowie videostills als Fototableaus eine selbstorganisierte Freisetzung originärer, audiovisueller Wahrheit. Die fünfte von insgesamt sechs „Kameratransformationen“ brachte die Volksbühne Berlin 1994 nach einem Konzept von Kain Karawahn und in der Bühnenfassung von Rolf Baumgart, Kain Karawahn und Michael Zeyfang als Theaterstück heraus.[63] Eine zusätzliche Aufführung erfolgte am 28. Oktober 1994 im Auftrag des ZKM im Filmtheater Schauburg Karlsruhe.
4. Ab 2001 entstanden feuer-, film-, musik- und theaterspezifische Videoarbeiten von Studenten im Rahmen von mehreren Lehraufträgen Karawahns am Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin. Seit 2008 bringen zahlreiche, öffentlich geförderte Kooperationen zwischen Karawahn und Schulklassen wiederholt Video-Ambiente-Loops hervor für Präsentationen in Ausstellungen[64][65] und Theaterstücken.[66] Es handelt sich hierbei um von Schülern erstellte Videos auf der Grundlage inszenierter Inflammensetzungen von Gegenständen aus eigenem Besitz der Schüler.
Für das Buch und den Film „Feuerzeugen“[42] ermittelten Kain Karawahn und Schüler zweier 11. Klassen der Fritz-Karsen-Schule Berlin 2009 mit Feuer, am Feuer und über Feuer in Videointerviews mit Angehörigen der damaligen Seniorengeneration das erste feuerbiographische Profil des 20. Jahrhunderts. 2010 erhielt der Film im Rahmen des Bundesfestival Film in der Filmakademie Baden-Württemberg den Sonderpreis des Projektebüros Dialog der Generationen.[67] Die Kulturstiftung der Länder und die Deutsche Bank haben unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten das Projekt „Feuerzeugen“[42] zum Preisträger im „KINDER ZUM OLYMP! Wettbewerb Schulen kooperieren mit Kultur“[68] 2009/2010 in der Sparte Film und Neue Medien, Altersgruppe Klasse 10–13 gekürt.[69][70]
6. Ab 2006 setzt Karawahn zunehmend Videoarbeiten ein zur Veranschaulichung des „Lernmodells feuerMACHEN kulturell“ in Seminaren für Pädagogen und Feuerwehr.[8] Seit 2012 erfahren ausgewählte Videodokumentationen über feuermachende Kinder ihre Verbreitung über den YouTube-Kanal „mitfeuerspielen“.[72]
Programmzettel „Angeklagt“, Volksbühne Berlin 1994, Kain Karawahn, Rolf Baumgart, Michael Zeyfang, Dramaturgische Beratung Carl Hegemann
1994 brachte die Volksbühne Berlin nach einem Performancekonzept von Kain Karawahn und in der Bühnenfassung von Rolf Baumgart, Kain Karawahn und Michael Zeyfang das Theaterstück „Angeklagt“ heraus (Premiere am 26. Mai 1994, Volksbühne Berlin).[77]Eine Videokamera wird in einem Schau-Prozeß angeklagt, weil sie Bilder machen kann. Richter, Ankläger, Verteidiger, Gutachter, Zeugen und Einschalt-Tote setzen sich laut und deutlich hierüber auseinander. Bilderfluten, -breie, -berge und -teppiche beleben – brennt´s oder brennt´s nicht – das Gerichtsgeschehen. Im Verlauf der Be-handlung (Jury-Vorsitzender: Käthe Be) wird die Angeklagte (Videokamera) durch Stromfolterungen zur Wahrheitsschilderung ermuntert. Gibt es ein fröhlicheres Erlöschen?.[78][79][62] 2001 erschienen Karawahns Betrachtungen über das Thema Feuer und Theater in Form des Artikels „Am Anfang brannte Theater ...“.[80]
Radio-Feature
Im Auftrag des WDR verfasste Kain Karawahn 1997 als Autor das Radio-Feature „Listen to the Fire - Ins Feuer hören“. Im Auftrag des Deutschlandradio entstand 1998 zusätzlich unter seiner Regie das Radio Feature „Pyrophonie“.[81]Keine Feier ohne Feuer – und Musik. Vom Tanz ums Feuer über Feuerwerksmusik über Feuerschlachtmusik über brennende Gitarren, über „Brandsätze“ in der Popmusik bis hin zu Feuerwehrmusikkapellen, Feuerpausen und Pyrophonen (Pressetext Deutschlandradio 1998).[82]
Publikationen, Artikel, Vorträge
Aus der Notwendigkeit von der Kunst leben zu können, betrieb Karawahn von 1982 bis 2012 die Selbstvermarktung seiner Fotos und Texte als Postkarten. Ab 1989 erfolgten die ersten öffentlich vorgetragenen Verschriftlichungen kultureller und künstlerischer Bezüge über das Arbeiten mit Brennprozessen. Derlei Artikel, Bücher und Vorträge erweisen sich heute noch als äußerst hilfreich, nicht nur in die Tiefen einzelner Bedeutungen des vielseitig verwendbaren Feuerbegriffs vorzudringen, sondern hierbei gewonnene Erkenntnisse und Thesen gegenüber einer feuerthematisch eher oberflächlich gebildeten Allgemeinheit differenzierter und verständlicher vermitteln zu können. Seit 1989 existieren zahlreiche Veröffentlichungen zu folgenden Erweiterungen von Karawahns Feuerverständnis:
In seinen Lehraufträgen hat Karawahn die Teilnehmer zuerst mit Materialien, Techniken und Einflussfaktoren für eine Inszenierung mit Brennprozessen vertraut gemacht. Derlei Feuerkompetenz ermöglichte jedem Studenten die Mitwirkung in jeweils anliegenden Performances und Theaterinszenierungen sowie Theater- und Videoexpeditionen unter Karawahns Regie.[88]
Das Interesse an der Wirkung von Vulkanismen auf Befindlichkeit und Kunst führte von 1999 bis 2009 zur jährlichen Organisation des „Internationalen Feuersalon Stromboli“. Es handelte sich hierbei um ein experimentelles Zusammenwirken internationaler von Karawahn eingeladener Teilnehmer auf dem aktiven Vulkan Stromboli.[6] 2005 initiierte und organisierte Karawahn zusammen mit Barbara Engele auf Stromboli das Projekt „Eruzione d’arte a Stromboli,“[96] eine Begegnung von internationalen Künstlern mit einheimischen Kunstschaffenden in Form öffentlicher Ausstellungen und Performances. Im weiteren Verlauf resultierten aus den wiederholten Aufenthalten und Erkundungen auf Stromboli diverse vulkan-und-kunstthematische Projekte[97], Expeditionen,[98][99] Ausstellungen,[100] sowie Lehraufträge am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin,[92][95] in denen die teilnehmenden Studenten abschließend theatrale Projekte auf Stromboli verwirklichten[88]. Die daraus resultierenden Fotografien, Texte und Videoarbeiten wurden mehrfach ausgestellt.[101]
„fireTAGE mit einem VULKAN“
Verteuerungen der Reise- und Aufenthaltskosten nach und auf Stromboli beendeten den „Internationalen Feuersalon“ als für jeden Künstler finanziell machbares Zusammenkommen. Ab 2011 startete dann zusammen mit Astrid Böttger[102] das Format „fireTAGE mit einem VULKAN“. Es handelt sich um ein jährliches Seminar mit Teilnehmern jeglichen Alters und dementsprechender Lebensläufe zum salonistischen Zelebrieren von Pausenkultur, Müßiggang und Begegnung in einer naturphilosophisch empfundenen Sphäre der Vier Elemente.
„VocalsVolcanoVideoVenture“
Seit 1999 entstanden in der Bild- und Tonkulisse des aktiven Vulkans Stromboli mehrere Videoarbeiten unter dem Serientitel „VocalsVolcanoVideoVenture“.[103] Ab 2015 resultierten daraus zweijährlich stattfindende Projekte ausschließlich unter der musikalischen Leitung von Tina Paar mit singenden und vielfach stimmlich ungeübten Teilnehmern, deren Leidenschaft darin besteht ausschließlich mit ihrer Stimme auf die Stimmung vulkanischer Natur zu reagieren.[104]
13.–25. März 2015 „Vulkanon - Stimmen im Chor der Schallplattentektonik“
24. März – 4. April 2017 „Boccanto / vocal on = volcano“
2.–12. April 2019 „eoliano vulcanissimo“
23. September – 4. Oktober 2022 „LAVanti-interessanti“
20. September – 1. Oktober 2024 „hymnlischmagmabella“
Das Lernmodell „feuerMACHEN kulturell“ für Kitas ist 2003 von Karawahn als Kunstwerk konzipiert worden. Auf Grundlage altersgerechter, soziokultureller und ästhetischer Kriterien erspielen sich Kita-Kinder ab 5 Jahren aufwärts ihre „Familiäre Feuerkompetenz“, den eigenhändigen und verantwortungsbewussten Umgang mit Streichholz, Feuerzeug, Kerze und Holzfeuer.[105][106] Im Auftrag der Kita St. Petrus in Wolfsburg anlässlich der Landesgartenschau Niedersachsen 2004 hat Karawahn das Kunstwerk „feuerMACHEN kulturell“ zum ersten Mal umgesetzt.[107][108] 2007 kam als weiteres Kunstwerk die Grundschulvariante „GEGENfeuer: Schüler machen Feuer und Kunst“ hinzu.[109] Gebildet mit „Familiärer Feuerkompetenz“ inszenieren und fotografieren Schüler mit Feuer, sie malen mit Feuer, sie filmen mit Feuer, sie machen Performances und Theater mit Feuer, sie singen mit Feuer, sie schreiben Texte mit Feuer und präsentieren abschließend ihre Werke in Form von Ausstellungen, Büchern, Chorgesängen und Videos öffentlich.[64]
Zahlreiche Projektkooperationen mit Kitas und Schulen erhielten wiederholt sowohl öffentliche Fördermittel als auch Unterstützungen von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen. In der Terra Xpress-Themensendung „Spiel mit dem Feuer“ präsentiert das ZDF Ausschnitte eines mehrstündigen Experiments unter konzeptioneller, beratender und leitender Mitwirkung von Kain Karawahn,[110] in welchem Kindern im Alter zwischen 6 und 10 Jahren im SOS-Schulhort der Ersten Gemeinschaftsschule Berlin-Mitte mit versteckten Kameras gefilmte Begegnungen mit Streichholz, Feuerzeug, Kerze und ermöglicht wurden.[111] 2016 erweiterte Karawahn in Kooperation mit der Berliner Kita Arche das Lernmodell Feuer um die Variante „Lernpatenschaft Feuer“.[112][113] Hierbei vermitteln „familiär feuerkompetente“ Kinder ab fünf Jahren ihre Feuerbildung spielerisch sowohl an jüngere als auch an ältere Personen.[114]
2020 hat das Portal YouTube das Video „Kinder spielen mit Feuer“ zum dritten Mal zensiert und endgültig gelöscht, "weil es gegen unsere Richtlinien zum Schutz von Kindern verstösst."[115] Das Lernmodell ist mehrfach ausgezeichnet worden.[69][70] Es bewährt sich sowohl bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen als auch bei Kindern und Jugendlichen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen,[116] so auch in dem Projekt „Sonderpädagogisch betreute Schüler machen Feuer“ mit insgesamt 50 Schülern (Klassenstufe 1 bis 13) in der Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule Berlin 2022, welches auf Grund des Erfolgs 2023 wiederholt worden ist.
Projekt „Feuerabenteuer“[117], Kita Arche Berlin 2016/2017: Die abgebildeten Kinder (Alter 3 bis 4 Jahre) haben das Entzünden ihrer Streichhölzer von feuergebildeten Kindern (Alter 5 Jahre) spielerisch vermittelt bekommen nach dem Modell „Lernpatenschaft Feuer“
„Lehrkompetenz Feuer“
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Vivantes Netzwerk für Gesundheit veranstaltete am 10. und 11. März 2006 in Berlin unter der Leitung von Kain Karawahn das zweitägige „Symposium Kind und Feuer“[118] unter Beteiligung der Berliner Feuerwehr und zahlreichen Referenten aus unterschiedlichen Disziplinen.[119] Seit 2007 wird Karawahn als Künstler vom Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB)[120], der Unfallkasse Berlin[121], der Unfallkasse Sachsen-Anhalt, dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten der Stadt Halle,[122] Kindergärten NordOst Eigenbetrieb von Berlin, sowie von Versicherungen, Kita- und Schulträgern, pädagogischen Fachschulen, Feuerwehren und weiteren pädagogischen Einrichtungen beauftragt, Erziehern, Lehrern, Feuerwehrmitarbeitern und Berufstätigen in Jugend- und Freizeiteinrichtungen eine „Lehrkompetenz Feuer“ zu vermitteln.[8] Dieses Weiterbildungsmodell ist 2012 vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg ausgezeichnet worden.[123] Seit 2024 vermittelt Karawahn auch eine „Soziale Feuerkompetenz“[124] an Tätige in Familien- und Nachbarschaftszentren.
Im Zuge seiner Tätigkeit als Dozent hat Karawahn zahlreiche Artikel zum Thema Kind und Feuer veröffentlicht, darunter auch einen Beitrag für Schadenprisma über drei tragische Kerzenunfälle in Kitas (1999, 2004, 2008). Pädagogen hatten Kerzen angezündet, als deren Folge sich Kinder lebensgefährliche Verbrennungen zuzogen. Gerichtlich wurde festgestellt, dass niemand der Pädagogen gegen eine Vorschrift verstoßen hatte. Im Vergleich der drei Ereignisse stellt Karawahn dar, dass der unfallentscheidende Faktor weder erkannt noch beseitigt worden ist, demzufolge weitere von Pädagogen verursachte Unfälle mit Kerzen bzw. Feuer in Kitas und Schulen folgen werden.[125]
„Edition Feuerkinderbuch“
2012 gegründet von Kain Karawahn und seiner Frau Anne Arnz zur Veröffentlichung von Feuergeschichten, in denen Kinder nicht als Brandstifter und -opfer vorgeführt werden, sondern ausschließlich die schönen Seiten des menschlichen Feuermachens vermittelt bekommen. Die Illustrationen zum ersten Buch „Die Feuersalamanderin oder wie das Feuer zu unseren Eltern kam“ stammen von Sibylle Anderl, vom zweiten Buch „Strombolina“ von Carola Göllner und vom dritten Buch „Feuerabenteuer“ von Kindern der Kreuzberger Kita Arche. Hier haben Kinder, die eigenhändig mit „Familiärem Feuer“ spielen, malen und kochen, ein Buch für all die Kinder und Erwachsenen kreiert, welche mehr über die poetischen, spielerischen und nützlichen Seiten des Feuers erfahren wollen.[126]
Aktionen und Performances von 1983–2004 (werknummeriert)
01. „Nötiges Blutvergießen“, Galerie Apex Göttingen 26. November 1983
03. „The Berliner Summernightdream“, Berliner Mauer 8., 9., 15. August 1984
19. „Bockschach“, Künstlerhaus Bethanien Berlin 27. November 1985
24. „Performance counts“, Empire State Building New York City am 14. November 1986
25. „Schule/Übermut/Zeppelin“, IV. Atonal Festival Berlin 12. Dezember 1986
30. „Reisefieber in Ägypten“, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl 28. März 1987
32. „Asfaltowy waz (Asphaltschlange)“, Galeria Hybrydy Warschau am 11. Mai 1987
19. „Öff Öff“, FAMA Festival Swinemünde 15. Juli 1987
36. „Black Money“, Wallstreet, New York Stock Exchange 23. Oktober 1987
39. „this is an emergency/NOtFALL“, VideoFilmFest des 18. Internationalen Forums des Jungen Films Medienoperative Berlin 19. Februar 1988
45. „The Cave (Workout)“, Creative Time New York 15. Juli 1988
46. „Noch 11 Arbeitstage August - noch 95/96 Arbeitstage 1988“, Offensive Videokunst Dortmund 16. August 1988
47. „Ich bin schon da“, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) Berlin 24. August 1988
48. „stop in the middle“, Schloss Morsbroich, Städtisches Museum Leverkusen 28. August 1988
50. „The right to yell theater in a crowded fire“, Hallwalls Contemporary Arts Center Buffalo 20. Oktober 1988
57. „Pentacon meets Feuer - Die Bilder unter den Bildern“, kuratiert von Christoph Tannert in der Ost-Berliner Skredzkistraße 64/DDR am 11. Juni 1989
67. „Wie‘s Baden im Nichts ist“, Kunsthaus Wiesbaden 12. Oktober 1990
69. „Etwas Warmes braucht der Mensch“, Szechenyi-Thermalbad Budapest 23. November 1990
73. „Feu Ile Ton“, Museum Folkwang Essen vom 29. August 1991
87. „dokumentales verpuffen“, documenta IX Videokunstfest Kassel 16. Juli 1992
95. „Cease Fire: why cities don‘t have forest fires?“, 6. Cleveland Performance Art Festival am 18. April 1993
99. „The Loss of Fire“, ‚fotofeis‘ Scottish Festival of International Photography Edinburgh 19. Juni 1993
100. „feuerfrei (...die Welt geht schnell, wenn man sie sich in Flammen vorstellt: Bachelard)“, Festival steirischer herbst Graz am 15. Oktober 1993
106. „Westbrennen“, Martin Gropius Bau Berlin 30. September 1994
112. „feuerfrei - Pyromödie“, Kampnagel Theater Hamburg 14.–17. September 1995
113. „Das Kartoffelfeuerrestaurant I“, Siemens Stiftung und Deutsches Museum München 20. September 1995
115. „Anfeuerung“, Schauspielhaus Bochum vom 29. Oktober 1995
117. „Feuerring“, „Ich Phoenix“ Gasometer Oberhausen 21. Juni 1996
120. „52-69-96 / Overbridged Fire“, Cleveland Performance Art Festival 9.–18. Juli 1996
122. „Liberty of Firecreatures (Die Freiheit der Feuerwesen VI)“, Media-Scape 4 Museum of Contemporary Art Zagreb 5. Oktober 1996
128. „7.000 Bücherfeuer“, transmedia-Festival Berlin 31. Mai 1997
132. „Kerzengesenge - Zünfonie No.16“, Theater Baden-Baden und SWF Baden-Baden vom 21. September 1997
133. „Brandstiftungen“, Galerie Tammen & Busch und Willy-Brandt-Haus Berlin 31. Oktober 1997
138. „dietheaterbrandstiftung“, dietheater Künstlerhaus Wien 10. Oktober 1998
142. „hall of flame - Pottsblizzpurgatorium“, Theaterfestival Ruhr, Gießbühne der Stranggießanlage im ehemaligen Krupp-Hüttenwerk Duisburg Rheinhausen 17.–18. April 1999
143. „Ruhrknall Zünfonie No. 17“, Internationale Bauausstellung Emscher Park, Route der Industriekultur Zeche Zollverein Essen vom 29. Mai 1999
145. „Faustfeuerwaffen“, ARD TV-Livesendung und Nationaltheater Weimar am 27. August 1999
153. „fireselfmusicianized - the Jimi Hendrix tribute pyrophony No. 18“, Center on Contemporary Art Seattle 7. Oktober 2000
155. „Funkstille Can Internet burn?“, Internationaler Feuerkongreß Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn 28. Oktober 2000
163. „Feuerberge - Bücherberge“, Festival Feuerberge, Universität Innsbruck und Französisches Kulturinstitut Innsbruck 22. Juni 2001 Einladung: „beTRIEBsausFLUG“ (No. 170), Eröffnung Theaterfestival Ruhr,[76]Hochofenwerk Phoenix West, Dortmund-Hörde 19. April 2002 – Karawahn beendete danach das Arbeiten mit Grossinzenierungen konstatierend: "Mehr Geld ist nicht gleich mehr Poesie."
165. „ins feuer hören“, Festival Neue Musik Rümlingen 18. August 2001
166. „BergzünFonie“, Kulturfeuerreihe des Kommunalverbandes Hannover 25. August 2001
170. „beTRIEBsausFLUG“, Theaterfestival Ruhr, Hochofen im Stahlwerk Phoenix West Dortmund-Hörde 19. April 2002
175. „Pyroglyphs (handwritten)“, Robodock Festival Amsterdam 19. September – 21. September 2002
180. „Pyroglüphen II“, Berlinische Galerie Berlin 30. November 2002
186. „Wie schön brennt ein Rockkonzert?“, Musikfestival über die Welt, Kunsthalle Faust Hannover 23. Januar 2003
216. „parkzünderzündrom“, Theaterbiennale Neue Stücke aus Europa, Staatstheater Wiesbaden 19.–20. Juni 2004
„Öffentliche Entzündungen aus dem Elementarverzeichnis der Urbanalität“, Bundeskongress der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren Nürnberg, 2004
„vulkanFESTakt“, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn 20. April 2008
„Mein Recht auf Feuer“, 2. SOS Kinderkonferenz Berlin 20.–22. Juni 2012
„Ist ein Brennpunkt ein Punkt der brennt? “Deutsche Messe Hannover 21. April 2008
„ParkZünderZündrom“, Landeshauptstadt Hannover/Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, Herrenhäuser Gärten 2. Juli 2019
„Eine kleine "Brannt-Tournee": KARTOFFELfeuerRESTAURATION“, Stadtteilzentren Hannover 9. / 15. / 17. / 22. Februar, 1. März 2023 und Stadtteilzentrum Steglitz Berlin 3. November / 8. Dezember 2023
„lichtenbergleuchten I“, Kulturamt Göttingen 27. Februar 2025
Ausstellung „brennWERTE - Feuer Kinder Schüler Studenten Senioren Kunst“ (Werke aus 2 × 20 Jahren von Autoren zwischen 0 und 100) Göttingen, 16. März – 25. Mai 2025„brennWERTE - Feuer Kinder Schüler Studenten Senioren Kunst“, Altes Rathaus Göttingen 2025
„Videokunst aus NRW-Sammlungen“, Stiftung IMAI, Haus der Universität Düsseldorf, Kunstmuseum Bonn, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Museum Folkwang 2019
„Anything Goes? Berliner Architekturen der 1980er Jahre“, Berlinische Galerie 2021
„Zagreus 2000 – 2020“, Zagreus Projekt, Galerie für Kochen und Kunst Berlin 2021
„Fringe of the Fringe“, NRW-Forum Düsseldorf, Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Stiftung IMAI 2021
„Goldmarie und Fürstenkrone - Die Kartoffel in der Gegenwartskunst“, Museum Brot und Kunst, Ulm 2022
„Aus dem Archiv - Videos aus 50 Jahren Künstlerhaus Bethanien“ 2024
„RE:VISION – 20 Jahre Kunstverein Tiergarten“, Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten 2024
Videoarbeiten (Auswahl)
1985: „The Berliner Summernightdream“
1986: „Bericht aus die Sand“ (Original Super 8 Film)
1988: „this is an emergency/NOtFALL“
1988: „Das Videorakel“
1991: „Wundbrand“ (Sound: Blixa Bargeld)
1991: „1:1“
1992: „dokumentales verpuffen“
1993: „Pyrokalypse süß“
1994: „Magischer Schnittplatz“
1996: „Wie das Baden im Nichts ist“ (Sound: Blixa Bargeld)
1998: „FeurioFonie/Zünfonie No. 15“
1998: „Kerzengesenge/Zünfonie No. 16“
2000: „Kommissar Kerze“
2013: „Das Video zum Lied das es nicht gibt“
2016: „Vulkanon - Stimmen im Chor der Schallplattentektonik“
2016: „gesang der unflüchtlinge im feuerofen“
2016: „INgRId BERGman(n) - Opfertanz auf dem Vulkan - lasciatemi morire“
2008: 1. Preis Bildende Kunst, Wettbewerb Kinder zum Olymp!, Schulklasse 1–4, Kulturstiftung der Länder, Deutsche Bank Stiftung, Schirmherrschaft Bundespräsident[69]
2010: 1. Preis Film und Neue Medien, Wettbewerb Kinder zum Olymp!, Schulklasse 10–13, Kulturstiftung der Länder, Deutsche Bank Stiftung, Schirmherrschaft Bundespräsident[70]
2010: Sonderpreis „Dialog der Generationen“ Bundesfestival Video, Filmakademie Baden-Württemberg[67]
2012: 2. Platz und Publikumspreis für das Weiterbildungsmodell Lehrkompetenz Feuer im Wettbewerb Weiterbildungspreis 2012[123]
Associazione Italiana Amici Cinema d'Essai (A.I.A.C.E.)[132]
Encontros Da Imagem, Int. Festival der Fotografie Braga[24]
mediaartbase (documenta Archiv, European Media Art Festival, Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe, Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest)
Veröffentlichungen (Auswahl)
Kain Karawahn: Überdosis Uni! Fotografie Verlag, Göttingen1983, ISBN 978-3-921907-05-4
Kain Karawahn: Wie mache ich Kunst ohne mir die Finger zu verbrennen oder wie betrüge ich meine Feuerversicherung ohne Kunst zu machen? Arkana Verlag, Göttingen 1991, ISBN 978-3-923257-17-1
Kain Karawahn, Galerie Tammen & Busch: Naked Lights, Berlin 1994
Blixa Bargeld, Kain Karawahn und Yoko Tawada: 233 °Celsius – Ein Feuerbuch. Konkursbuch Verlag, Tübingen 1999, ISBN 978-3-88769-133-2
Kain Karawahn: Am Anfang brannte Theater ... In: Theaterperipherien, Hartmut Fischer (Hrsg.) Konkursbuchverlag Tübingen 2001, ISBN 978-3-88769-235-3
Kain Karawahn: Sind Sie denn verrückt geworden? Erkenntnisse über öffentliche Entzündungen im urbanalisierten Raum. In: Feuer, Schriftenreihe Forum der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.), Wienand Verlag Köln 2001, ISBN 978-3-87909-751-7
Kain Karawahn: Pyroporno – Betrachtungen über Feuer und Sexualität. Konkursbuch Verlag, Tübingen 2002, ISBN 978-3-88769-196-7
Kain Karawahn: Von Prometheus zu Promethäusch – Entlarvung einer Feuermarionette. In: Brandschutz – Deutsche Feuerwehr-Zeitung 2/2002, ISSN 0006-9094
Kain Karawahn: Autobrennsport – Vom Urknall zur Autobombe. In: Auto, Gerburg Treusch-Dieter u. a. (Hrsg.), Konkursbuchverlag Tübingen 2004, ISBN 978-3-88769-242-1
Gundel Mattenklott und Kain Karawahn:Feuer und Flamme – Ein Bildungsthema, Themenschwerpunkt der Zeitschrift PÄD Forum: Unterrichten und Erziehen 4/2008
Kain Karawahn; Unfallkasse Berlin und Aktion Das Sichere Haus (Hrsg.): Faszination Feuer! Kinder lernen den verantwortungsvollen Umgang mit Feuer. Hamburg 2009
Kain Karawahn; Fritz-Karsen-Schule Berlin: Feuerzeugen – Ein interdisziplinäres Generationen-, Schule-, Geschichte- und Kunstprojekt. Berlin 2009
Kain Karawahn: Pädagogik – Feuer – Kunst: Als Künstler in der Schule. In: Kulturstiftung der Länder/Kulturstiftung des Bundes (Hrsg.). KINDER ZUM OLYMP! – Konkret! Kooperationen für kulturelle Bildung, Berlin 2009
Sibylle Anderl, Kain Karawahn: Die Feuersalamanderin oder Wie das Feuer zu unseren Eltern kam. Edition Feuerkinderbuch, Berlin 2011, ISBN 978-3-00-078842-0
Carola Göllner, Kain Karawahn: Strombolina. Edition Feuerkinderbuch, Berlin 2014
Sandro Brandl: Kraterkunst. Zur theatralen Dimension der Vulkanprojekte von Kain Karawahn und James Turrell. GRIN Verlag, München 2014, ISBN 978-3-656-59617-2
Kain Karawahn, Kita Arche Berlin: Feuerabenteuer – Kinder machen, vermitteln, gestalten und verschenken Feuer. (Projektdokumentation) Berlin 2017
Kain Karawahn, Kita Arche Berlin: Feuerabenteuer – Kinder machen, vermitteln, gestalten und verschenken Feuer. (Kinderbuch) Berlin 2017
Kain Karawahn: brenn W E I T E N – Ein Feuerbuch – Eine gebilderte Erzählung vom Urknall bis zum Burn out und darüber hinaus. Göttinger Verlag der Kunst, Göttingen 2023, ISBN 978-3-945869-15-4
↑Frühes Feuer - Die Anfänge des Karawahn-Sinn. W. P. Fahrenberg In: Kain Karawahn: brenn W E I T E N - Ein Feuerbuch - Eine gebilderte Erzählung vom Urknall bis zum Burn out und darüber hinaus. Göttinger Verlag der Kunst, Göttingen 2023, ISBN 978-3-945869-15-4
↑Aus dem Grenzprotokoll der DDR sind folgende Angaben überliefert: 08. August 1984, 05:40-05:50 Uhr, Potsdamer Platz; 9. August 1984, 05:36-05:49 Uhr, Potsdamer Platz
↑Gefährlichen Unfug mit Feuer trieben Unbekannte gestern früh in der Stresemannstraße (Kreuzberg). Sie gossen Benzin in die Rillen alter Straßenbahnschienen und zündeten es an. Die etwa 20 Meter lange Feuerlinie erlosch, bevor die Polizei eintraf. In: Berliner Morgenpost, 9. August 1984, S. 4, Polizeibericht Spiel mit dem Feuer
↑The Berliner Summernightdream. In: taz, 23. August 1984, S. 14
↑Kain Karawahn 1. radikal, 2. konsequent, 3. spielerisch, 4. neugierig.Wulf Herzogenrath In: Kain Karawahn: Wie mache ich Kunst ohne mir die Finger zu verbrennen oder wie betrüge ich meine Feuerversicherung ohne Kunst zu machen? Arkana Verlag, Göttingen 1991, ISBN 978-3-923257-17-1
↑Von der Entzündung des Künstlers an der Realität. Christoph Tannert In: Kain Karawahn: Wie mache ich Kunst ohne mir die Finger zu verbrennen oder wie betrüge ich meine Feuerversicherung ohne Kunst zu machen? Arkana Verlag, Göttingen 1991, ISBN 978-3-923257-17-1
↑Illustrierte Einführung in das Ausgebrannt-Verständnis zu Zeiten nichtelektrischer Leuchtkörper hin zur Suche nach Bildmetaphern für heutiges Burn-Out-Zündromnano - Neugier auf neue Optionen, 2. September 2011