Kamran Diba

Kamran Diba (* 5. März 1937 in Teheran) ist einer der international renommiertesten iranischen Architekten und Städteplaner. Er trat in den 60er Jahren auch als Maler hervor und gehört zu den führenden Künstlern der modernen Teheraner Schule.

Bei seinen Bauten verbindet er klassische islamische Architekturelemente mit modernen Raumkonzepten.

Werdegang

In den Jahren 1958–64 studierte Diba Architektur und Soziologie an der Howard University (Washington, D.C.). Nach seiner Rückkehr nach Teheran 1966, war er dort als freier Architekt tätig.

Er gründete 1968 gemeinsam mit Amir Rezvani, Farzin Sadeghi, D. Zayam, K. Farnoush, A. Vakili, Ahmed Kashanijo und Parviz Rezagholizadeh das führende iranische Architektenbüro DAZ Architects Planners & Engineers und gewann 1986 den (Aga Khan Award for Architecture für die Planung und Realisierung der Satellitenstadt Schuschtar im Iran.[1]

1976–77 war er Direktor des MMA Teheran und Dozent an der Universität Teheran.

Er siedelte 1977 nach Paris und Washington, D. C. und war im Frühjahr desselben Jahres Dozent („Visiting Critic“) an der Cornell University (Ithaca, N.Y.) in Vertretung von Oswald Mathias Ungers.

Wirken

"Diba ge­hört zu den auch in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­tes­ten Ar­chi­tek­ten des Iran. Ent­wi­ckelt seine Bau­ent­würfe mit dem Ziel, den so­zia­len Ge­mein­sinn durch die Ar­chi­tek­tur zu stär­ken. Be­son­ders Be­deu­tung mißt Dobi auch den phy­si­ka­li­schen und öko­lo­gi­schen Kom­po­nen­ten bei (Namaz-Ḫaneh-Moschee, Te­he­ran, mit P. Pe­zeshki, 1977 – 78; Mu­seum of Mo­dern Art Te­he­ran, 1967 – 76, mit N. Adralan und A. J. Major). Dibas Bau­ten ver­bin­den klas­si­sche is­la­mi­sche Ar­chi­tek­tur­ele­mente (zum Bei­spiel Ziyāda-Höfe) mit mo­der­nen Raum­kon­zep­ten (Frei­tags­mo­schee Šuštar, 1977). Bau­ma­te­rial und -techniken fol­gen der lan­des­üb­li­chen ira­ni­schen Bau­weise (Zie­gel­bau­ten, zum Teil mit Flie­sen­aus­stat­tung), da Diba be­wußt an die na­tio­nale Tra­di­tion an­knüpft. Ohne den Vor­ga­ben der w. mo­der­nen Ar­chi­tek­tur zu fol­gen, ent­wi­ckelte Diba so einen ei­ge­nen Bau­stil mit ein­fa­chen und ge­rad­li­ni­gen For­men, die immer auch eine äs­the­ti­sche Wir­kung an­stre­ben; reine Zweck­bau­ten lehnt er ab. Mit sei­nem größ­ten ira­ni­schen Pro­jekt, dem Bau der Neu­stadt von Šuštar (Susa) in Ku­h­zes­tan, konnte er seine Ideen zur Stadt­pla­nung um­set­zen, die den so­zia­len Be­dürf­nisse der mo­der­nen is­la­mi­schen Stadt mit ihren spe­zi­fi­schen Bau­auf­ga­ben ent­spricht und doch die Ar­chi­tek­tur har­mo­nisch in die um­ge­bende Land­schaft in­te­griert (1974 – 80, ge­mein­sam mit P. Pe­zeshki, G. H. Mar­moon, S. K. Man­chan­dara, S. H. Bagley und an­de­ren). Diba trat in den 60er Jah­ren auch als Maler her­vor und ge­hört zu den füh­ren­den Künst­lern der mo­der­nen Te­he­ra­ner Schule."[2]

Bauwerke (Auswahl)

  • Ziyāda-Höfe
  • 1966 – 69 Park mit Ge­bäu­den (mit Bo­duhi, P. Ta­ba­ta­bai)
  • 1967 – 76 Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst (mit N. Adralan und A. J. Major)
  • 1968 – 71 Kin­der­ta­ges­stätte (mit P. Gupta)
  • 1968 – 76 Uni­ver­si­tät (mit N. Beyavi und A. Fro­uhi)
  • 1970 – 73 Frau­en­zen­trum (mit P. Gupta)
  • 1970 – 78 Kul­tur­zen­trum Nia­va­ran (mit A. J. Major und P. Gupta)
  • 1973 Na­tio­nal­park (mit Fat­hali Beḫnam)
  • 1974 – 80 Bau der Neustadt (Shushtar New Town) von Susa in Chuzestan (mit P. Pe­zeshki, G. H. Mar­moon, S. K. Man­chan­dara, S. H. Bagley et al.)[3]
  • 1975 Schule für So­zio­lo­gie (mit R. Ami­ram, S. Sen)
  • 1977 – 78 Namaz-Ḫaneh-Moschee, Te­he­ran (mit P. Pe­zeshki)

Literatur

  • Diba, Kamran: Kamran Diba. Hatje Cantz Verlag, Stuttgart- Bad Cannstatt 1981, ISBN 978-3-7757-0158-7, S. 243 (englisch).

Einzelnachweise

  1. Kamran Diba: Shushtar New Town. In: https://www.archnet.org. Abgerufen am 18. Januar 2026 (englisch).
  2. Günter Meissner: Allgemeines Künstlerlexikon: die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. In: G. Meissner, A. Beyer, B. Savoy, W. Tegethoff (Hrsg.): Mehrbändiges Lexikon, Band 27. K.G. Saur Verlag, München 200, ISBN 978-3-598-22740-0.
  3. Sedighi, S. M. A.: Shushtar New Town, Shushtar (IR): Kamran Diba (DAZ Architects Planners & Engineers). In: DASH (Delft Architectural Studies on Housing), 7(12/13), 246–257. 1. Juni 2018, abgerufen am 18. Januar 2026 (englisch).