Kirche Niederglaucha

Kirche Niederglaucha
Ansicht mit Friedhof

Die evangelische Kirche Niederglaucha ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Niederglaucha von Zschepplin im Landkreis Nordsachsen in Sachsen. Sie gehört zum Pfarrbereich Krippehna im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und kann in der Regel nicht besichtigt werden.[1]

Geschichte und Architektur

Die ehemals St. Martin oder St. Georg gewidmete Kirche ist eine im Kern aus dem ersten Viertel des 13. Jahrhunderts stammende spätromanische Chorturmkirche. Um 1500 wurde eine Sakristei auf der Nordseite angefügt; eine barocke Erneuerung der Kirche erfolgte vermutlich 1703, wobei das Obergeschoss des Turms aufgesetzt, die Fenster im Chor vergrößert und eine Patronatsloge über der Sakristei eingebaut wurden. Die Orgel wurde 1784 eingebaut, wobei das obere Emporengeschoss an der Westseite entfernt wurde. Die Portalvorhalle an der Westseite stammt aus dem Jahr 1857. Eine Restaurierung der Kirche erfolgte in den Jahren 1984–88. Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau; der eingezogene Chorturm mit anschließender Apsis erhebt sich über quadratischem Grundriss und ist im Obergeschoss oktogonal ausgebildet; als Abschluss dient eine geschweifte Haube.

Im Innern ist das Bauwerk flach gedeckt. Der romanische Triumphbogen wurde erweitert und ist mit geradem Sturz geschlossen. Das Turmuntergeschoss ist mit Holzbalkendecke gedeckt. Eine spätgotische Sakramentsnische mit Kielbogen aus der Zeit um 1500 ist an der nördlichen Apsiswand eingelassen.

Ausstattung

Eine einheitliche Ausstattung mit Kanzel, Taufgestell, Betstube, Orgel und zweigeschossigen Emporen mit gedrechselter Balusterbrüstung ist eingebaut. Das Hauptstück der Ausstattung ist ein spätgotischer Schnitzaltar, der auf das Jahr 1513 datiert ist und im Jahr 1986 restauriert wurde. Die Attribute der Figuren fehlen teilweise oder sind nicht original. Er zeigt im Schrein Anna selbdritt, seitlich die Heiligen Wolfgang (?) und Rochus.

Auf den Flügeln sind übereinander in zwei Zonen je sechs Heilige aufgestellt; links der Erzengel Michael, Katharina (?) und Hieronymus, darunter Barbara (?) und Heinrich (?); rechts Andreas, Dorothea und Mauritius, darunter ein Apostel, Ottilie und Florinus. Die schlecht erhaltenen Außenseiten sind mit Darstellungen von Elisabeth, Joachim und zwei weiteren Heiligen bemalt. Die einfache hölzerne Kanzel ist ein Werk aus dem 17. Jahrhundert. Das Kastengestühl mit Felderbrüstung und Holzgitter stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Die Orgel mit fein geschnitztem Prospekt ist ein Werk von Johann Christoph Friedrich Flemming aus dem Jahr 1784, das 1854 klanglich verändert wurde.

Von mehreren Grabdenkmälern aus dem 18./19. Jahrhundert ist das Epitaph für Johann Theodor Koch († 1742) erwähnenswert. Es zeigt an einer schmalen Pyramide ein Medaillon mit Reliefbüste des Verstorbenen, darunter eine Inschrifttafel mit Wappen, seitlich die Personifikationen von Glaube und Hoffnung.

Literatur

Commons: Kirche Niederglaucha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Information auf architektur-blicklicht.de

Koordinaten: 51° 33′ 26,3″ N, 12° 34′ 28,6″ O