Kleiderbügelmuseum
Das Kleiderbügelmuseum ist ein Privatmuseum in Basel-Breite, das sich ausschliesslich der Geschichte und Gestaltung von Kleiderbügeln widmet.[1] Es wurde 1987 eröffnet[2] und befindet sich in den Räumen des Unternehmens Dunkel-Service Basel.[3]
![]() Kleiderbügelmuseum | |
| Daten | |
|---|---|
| Ort | Basel, Schweiz |
| Art |
Spezialmuseum (Kleiderbügel)
|
| Eröffnung | 1987 |
| Website | |
Das Museum befindet sich an der Birsstrasse 56 in Basel am Ufer der Birs.[3] Das Haus dient in erster Linie als Geschäftssitz des Unternehmens, das auf den Handel mit Kleiderbügeln und Kleiderständern spezialisiert ist.[3] Das Kleiderbügelmuseum ist in die Räumlichkeiten des Unternehmens integriert.
Entstehung
1974 übernahm der Unternehmer Hans Martin Dunkel die Schweizer Vertretung eines schwedischen Kleiderbügelherstellers und gründete den Dunkel-Service Basel.[2] Im selben Jahr begann er aus persönlichem Interesse Kleiderbügel zu sammeln, womit die Grundlage für das spätere Museum gelegt wurde.[2] Das Museum wurde 1987 als privates Haus offiziell eröffnet, und seither dokumentiert es die kulturgeschichtliche Entwicklung des Kleiderbügels.[4] 1989 erwarb Dunkel die Sammlung von Johannes Albert, 1994 kam die Sammlung von Joachim Niederhenke hinzu.[5]
Sammlung

Die Sammlung besteht aus über 4000 Kleiderbügeln, die sich in ihrer Form, Gestaltung und Funktion unterscheiden.[3] Die Objekte können in unterschiedliche Kategorien unterteilt werden, unter anderem nach dem verwendeten Material, nach der Epoche, ihrer Herkunft sowie nach ihrer jeweiligen Funktion. So befinden sich in der Sammlung sowohl einfache Alltagsgegenstände als auch aufwendig gearbeitete Modelle aus Hotels, Theatern oder Modehäusern. Manche davon sind Einzelanfertigungen oder Raritäten, die heute nicht mehr produziert werden.[1]
- Ein besonderes Exemplar der Sammlung ist ein Aufhänger aus dem Gebiet des mittleren Sepik in Papua-Neuguinea. Der Aufhänger ist aus Palisanderholz geschnitzt und stellt den sogenannten «Mondmann» dar. In der Mythologie der lokalen Region ist diese Figur mit Schutz- und Wachfunktion verbunden und soll über die daran aufgehängten Gegenstände wachen.[1]
- Der grösste Kleiderbügel der Sammlung diente dazu, den Umhang eines Bischofs oder Kardinals zu Pferd aufzuhängen. Aufgrund seiner Dimensionen und seiner spezifischen Funktion stellt er ein aussergewöhnliches Beispiel für die Anpassung alltäglicher Gebrauchsgegenstände an besondere Anforderungen des kirchlichen und zeremoniellen Lebens dar.[1]
- Ein Exponat dokumentiert die Auswirkung der Nachkriegszeit auf die Kleiderbügelproduktion. Es handelt sich um einen Kleiderbügel mit einem angehängten Schreiben der Firma Oskar Heisse aus Crottendorf vom November 1945. Darin wird mitgeteilt, dass aufgrund von Rohstoffmangel und der Sperrung der Zonengrenze keine weiteren Aufträge ausgeführt werden konnten, da die benötigten Bügelstifte aus Westfalen nicht geliefert wurden.[1]
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Kleiderbügel «Mondmann» -
Kleiderbügel für den Umhang eines Bischofs oder Kardinals zu Pferd -
Dokument über die Auswirkung der Nachkriegszeit auf die Kleiderbügelproduktion
Literatur
- Hans M. Dunkel: Vom Kleiderbügel bis zum Regenbogen. Herausgeber: Dunkel Service, Basel 2001. Gestaltung und Druck: Schwabe, Basel/Muttenz.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Benjamin Rosch: Ein Museum für Kleiderbügel – hier hängen die Geschichten von den Wänden. In: bz Basel. 28. Oktober 2018.
- ↑ a b c Ein Kleiderbügel-Museum. Wo gibt’s denn sowas? Nur in Basel natürlich. In: barfi.ch. 5. Februar 2017.
- ↑ a b c d Website des Kleiderbügelmuseums Basel.
- ↑ 4000 Bügel und ein alter Haken. 16. Februar 2024, S. 7 (online; PDF; 2,0 MB).
- ↑ Hans M. Dunkel: Vom Kleiderbügel bis zum Regenbogen. Herausgeber: Dunkel Service, Basel 2001, S. 9.
