Kosto Werke
Kosto oder KS war ein deutscher Hersteller von Landmaschinen und eine ehemalige Motorradmarke. Der vollständige Firmenname lautete zuletzt Kosto-Werke AG Schwerin.
Gegründet wurde das Unternehmen Ende 1918 in Berlin-Reinickendorf als Maschinen- und Motorpflugfabrik von Arthur Korge und Ingenieur Georg Stolle.[1] Seit August 1919 war Stolle alleiniger Inhaber und führte die Kosto-Werke als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) weiter.[2]
Die Maschinenfabrik war vom Sommer 1921 bis Anfang 1924 Eigentümer der ehemaligen Flugwerft und einiger Hallen in Schwerin-Görries, die zur im Frühjahr 1919 aufgelösten Fliegerbeobachterschule (FBS) gehörten.[3]
Anfangs stellte das Unternehmen Ackergeräte aller Art und einen Motorpflug mit 40 PS her, der auch exportiert wurde. Dieser robuste Dreiradschlepper (Bauart Vorspanner) besaß ein Eigengewicht von 3,2 Tonnen und erreichte mit dem Vierzylinder-Kämper-Dieselmotor eine Fahrgeschwindigkeit von 3 bis 5 km/h.[4][5] Kosto begann 1922 auch mit der Motorradproduktion. Die Modelle mit einem Rohrrahmen aus Stahl, der teilweise mit Blech verkleidet war, hatten scheibenförmige Radverkleidungen und anfangs einen 123-cm³-Bekamo-, dann einen 144-cm³-Cockerell- und zuletzt den 200-cm³-ALBA-Motor. Sie wurden unter dem Namen KS (Kosto Schwerin) vertrieben.[6]
Mitte 1922 wandelte Georg Stolle sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um und verlegte die gesamte Produktion von Reinickendorf nach Görries; Anfang 1923 erwarb die Badenia Maschinenfabrik einen Großteil der Aktien.[7] Nach dem Tod des Inhabers Stolle im Frühjahr 1924 übernahm die Badenia Maschinenfabrik die Liegenschaft vollständig, die Motorradproduktion wurde eingestellt. Badenia blieb bis 1934 Eigentümer der Schweriner Fabrik.[8][9] Im September 1934 erwarb die Deutsche Verkehrsfliegerschule (DVS) das gesamte Flugplatzgelände in Görries von der Stadt Schwerin und begann mit groß angelegten Umbauarbeiten, dabei wurden unter anderem sämtliche Gebäude der Badenia abgerissen um Platz für ein Rollfeld zu schaffen.[10]
Einzelnachweise
- ↑ Vgl. Deutscher Reichsanzeiger, 14. Dezember 1918, Eintrag 43378
- ↑ Vgl. Deutscher Reichsanzeiger, 1. August 1919, Handelsregister-Eintrag der Kosto-Werke Korge & Stolle.
- ↑ Vgl. Adressbuch Schwerin, Ausgabe 1922 bis 1925, Einträge der Kosto-Werke in Görries
- ↑ Vgl. Der Tropenpflanzer, Jahrgang 1922, Seite 215
- ↑ Vgl. Michael Bach: Schlepper aus Berlin in Schriftenreihe der Domäne Dahlem, Berlin 1993, Seite 107 ff.
- ↑ Bei Tragatsch wird der Firmenname fälschlich als Koster angegeben. Vgl. Erwin Tragatsch: Alle Motorräder 1894–1981: Eine Typengeschichte. 2500 Marken aus 30 Ländern. Stuttgart 1997, ISBN 3-87943-410-7
- ↑ Gründung der Kosto-Werke AG am 28. April 1922; Vgl. Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften ab Ausgabe 1922
- ↑ Vgl. Deutschlands Städtebau: Schwerin in Mecklenburg, Deutscher Architektur- und Industrie-Verlag, Berlin 1922
- ↑ Vgl. Nachlass- und Vormundschaftsgericht Schwerin, Akte St0849, Georg Stolle
- ↑ Vgl.Bernd Kasten und Jens-Uwe Rost: Schwerin. Geschichte der Stadt, Thomas Helms Verlag, Schwerin 2005, Seite 127 ff.