Moment of Truth World Tour

Moment of Truth World Tour
von Whitney Houston
Präsentationsalbum Whitney
Anfang der Tournee 4. Juli 1987
Ende der Tournee 20. November 1988

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 162
Chronologie
The Greatest Love World Tour
(1986)
Moment of Truth World Tour Feels So Right Tour
(1990)

Die Moment of Truth Tour war die dritte weltweite Konzerttournee der US-amerikanischen Sängerin Whitney Houston. Auf dieser Tour stellte die Sängerin ihr 1987 veröffentlichtes, zweites Studioalbum Whitney vor. Der Tourname Moment of Truth war ursprünglich der Titel eines Liedes, das auf Whitney erscheinen sollte, dann aber durch You’re Still My Man ersetzt wurde. Moment of Truth erschien 1987 schließlich als B-Seite der US-amerikanischen 7-Inch-Single I Wanna Dance with Somebody (Who Loves Me) und 1995 auf der CD-Single Exhale (Shoop Shoop) veröffentlicht.

Hintergrund

Die Moment of Truth World Tour begann am 4. Juli 1987 in Tampa und endete über ein Jahr später am 20. November 1988 in der zum damaligen Zeitpunkt britischen Kronkolonie Hongkong. Die Tournee erstreckte sich über fünfzehn Monate und umfasste 162 Konzerte auf vier Kontinenten (Nordamerika, Europa, Australien, Asien) in 20 Ländern. Dabei trat Whitney Houston u. a. im Sommer 1988 erstmals in Deutschland auf, wo sie acht Konzerte gab. Außerdem fand ein Auftritt jenseits des sogenannten eisernen Vorhangs im polnischen Breslau statt.

Die meisten Konzerte in Nordamerika folgten dem gleichen Muster wie ihre vorherige Tournee, mit leichten Abweichungen und einer größeren Anzahl an Liedern.

Im Mai 1988 spielte Houston neun Abende in Folge in der Wembley Arena in London – damals ein historischer Rekord für eine Künstlerin in dieser Arena. Sie übertraf damit den bisherigen Rekord von Tina Turners sieben Konzerten während ihrer Break Every Rule World Tour. Am 11. Juni 1988 trat Houston beim Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert im Londoner Wembley-Stadion auf, um dem damals inhaftierten Nelson Mandela im Rahmen des Benefizkonzerts die Ehre zu erweisen und die Anti-Apartheid-Bewegung zu unterstützen.[1] Anschließend setzte Houston ihre Tournee in Italien fort. Nach dem Ende des europäischen Teils der Tour kehrte Houston in die USA zurück, um am 28. August 1987 im Madison Square Garden in New York City ein Benefizkonzert für den United Negro College Fund zu geben. Es war Houstons einziger Auftritt in Nordamerika im Jahr 1988, nachdem sie dort im Vorjahr 89 Konzerte gegeben hatte. Das Konzert brachte über 300.000 US-Dollar für den UNCF ein.[2]

Wie schon bei ihrer vorherigen Tournee trat Houston erneut auf einer runden Bühne in der Mitte der Arena oder des Auditoriums auf, sodass sie für alle im Publikum gut sichtbar war. Die siebenköpfige Band befand sich unterhalb der Bühne. Es gab zwei Outfitwechsel; Bühnenrequisiten wurden nicht verwendet. Im Gegensatz zu ihrer vorherigen Tournee engagierte Houston jedoch bei den schnelleren Songs drei Tänzerinnen. Die Choreografien stammten von Damita Jo Freeman und Khandi Alexander.

Mit inzwischen zwei veröffentlichten Studioalben hatte Houston eine größere Auswahl an Livematerial. Sie präsentierte die meisten Lieder ihres aktuellen Albums Whitney, die größten Hits ihres Debütalbums Whitney Houston (1985), sowie den Gospelsong He, I Believe. Houston interpretierte bei verschiedenen Konzerten auch Lieder ihrer Kolleginnen und Kollegen, darunter Aretha Franklin, Chaka Khan, Luther Vandross, Anita Baker und Janet Jackson.[3] Wie schon bei ihrer Debüttournee bewies Houston ihr kreatives musikalisches Talent. Sie arrangierte die meisten Songs neu und schuf daraus gefühlvolle Jazznummern mit viel Improvisation. Die The Gazette schrieb: „Welche Fehler die 24-jährige Sängerin auch haben mag, sie ist in erster Linie eine kreative Musikerin.“[4] Der Pop-Hit How Will I Know erhielt einen jazzigen Anfang und ein gospelartiges Ende. You Give Good Love wurde zu einem sinnlichen und gefühlvollen Slow Jam verlangsamt. Bei Just the Lonely Talking Again improvisierte Houston oft mit ihrem Saxofonisten Jay Davidson. Die meisten Kritiker hoben He, I Believe und Greatest Love of All als Höhepunkte der Konzerte hervor.[5]

Trotz des Lobes für ihre Stimme und die Arrangements bemängelten viele Kritiker ihren Mangel an Tanz und Bewegung. Die Richmond Times schrieb: „Sie ist so steif wie ein Pappkarton.“[6] Einige merkten an, dass ihr eine authentische Persönlichkeit fehle. Andere beklagten, dass sie trotz des Tournamens dem gleichen Schema wie bei ihrer vorherigen Tournee folgte.[7] Jon Pareles von der New York Times rezensierte ihr Konzert im Madison Square Garden und schrieb: „Ms. Houston ist vielleicht eine neue Art von Popsängerin für das Videozeitalter: eine enzyklopädische, rastlose Virtuosin. Sie hat die Soul- und Popstile von Aretha Franklin über Barbra Streisand und Diana Ross bis hin zu Al Green in sich aufgenommen; sie beherrscht sowohl eine Gospel-Stimme als auch ein samtweiches Gurren, einen schwebenden Sopran und den Jubel einer Cheerleaderin.“[8]

Die Moment of Truth World Tour zählte zu den zehn umsatzstärksten Tourneen des Jahres 1987.[9] Allein der nordamerikanische Teil der Tournee brachte über 24 Millionen US-Dollar ein und machte Houston laut Forbes zur zweithöchstverdienenden Entertainerin des Jahres.[10] Alle Konzerte des europäischen Teils der Tournee waren ausverkauft.[11]

Liveaufnahmen

Eines der Konzerte in der Wembley Arena in London im Mai 1988 wurde für ein Fernsehspecial aufgezeichnet und im italienischen Fernsehen auf Rai 1 ausgestrahlt. Es wurden jedoch bis heute keine offiziellen Aufnahmen veröffentlicht.

Setlist

Setlist Nordamerika

Setlist Europa/Ozeanien/Asien

Tourdaten

Nr. Datum Stadt Land Veranstaltungsort Anmerkungen
Leg 1 – Nordamerika
1 4. Juli 1987 Tampa Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tampa Stadium
2 5. Juli 1987 Milwaukee Marcus Amphitheater Milwaukee Summerfest ’87
3 7. Juli 1987 Canandaigua Finger Lakes Performing Arts Center
4 8. Juli 1987 Lake Placid Olympic Center Ice Rink
5 9. Juli 1987 Providence Civic Center
6 11. Juli 1987 Columbia Merriweather Post Pavilion
7 12. Juli 1987
8 14. Juli 1987 Cuyahoga Falls Blossom Music Center
9 17. Juli 1987 Indianapolis Market Square Arena
10 18. Juli 1987 St. Paul Harriet Island Regional Park Riverfest ’87
11 19. Juli 1987
12 21. Juli 1987 Hoffman Estates Poplar Creek Music Theater
13 22. Juli 1987
14 24. Juli 1987 Peoria Civic Center
15 25. Juli 1987 St. Louis St. Louis Arena
16 26. Juli 1987 Cincinnati Riverbend Music Center
17 27. Juli 1987
18 30. Juli 1987 Pittsburgh Civic Arena
19 31. Juli 1987 Clarkston Pine Knob Music Theatre
20 1. August 1987
21 2. August 1987 Pittsburgh Civic Arena
22 3. August 1987 South Bend Notre Dame Stadium
23 5. August 1987 Charlotte Coliseum
24 7. August 1987 Birmingham Birmingham-Jefferson Civic Center
25 8. August 1987 Atlanta The Omni
26 9. August 1987 Greensboro Coliseum
27 11. August 1987 Norfolk Scope Arena
28 12. August 1987 Richmond Coliseum
29 13. August 1987 Hershey Hersheypark Stadium
30 14. August 1987 Philadelphia Spectrum
31 16. August 1987 Wantagh Jones Beach Marine Theater
32 17. August 1987
33 19. August 1987 Holmdel Garden State Arts Center
34 20. August 1987
35 21. August 1987 Hartford Civic Center
36 22. August 1987
37 24. August 1987 Boston The Common
38 25. August 1987
39 26. August 1987
40 28. August 1987 Montréal Kanada Forum
41 29. August 1987 Ottawa Lansdowne Park
42 30. August 1987 Toronto Exhibition Stadium
43 2. September 1987 Saratoga Springs Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Saratoga Performing Arts Center
44 3. September 1987 Syracuse Onondaga War Memorial Auditorium
45 5. September 1987 Providence Civic Center
46 8. September 1987 New York City Madison Square Garden
47 9. September 1987
48 12. September 1987 Lexington Rupp Arena
49 13. September 1987 Champaign Assembly Hall
50 18. September 1987 Austin Frank Erwin Center
51 19. September 1987 Houston The Summit
52 20. September 1987 Dallas Reunion Arena
53 23. September 1987 Albuquerque Tingley Coliseum
54 24. September 1987 Las Cruces Pan American Center
55 26. September 1987 Irvine Irvine Meadows Amphitheatre
56 27. September 1987 Mountain View Shoreline Amphitheatre
57 29. September 1987 Paradise Thomas & Mack Center
58 1. Oktober 1987 Oakland Coliseum Arena
59 2. Oktober 1987 Inglewood The Forum
60 9. Oktober 1987 Seattle Center Coliseum
61 10. Oktober 1987
62 11. Oktober 1987 Vancouver Kanada Pacific Coliseum
63 12. Oktober 1987 Portland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memorial Coliseum
Leg 2 – Nordamerika
64 27. Oktober 1987 Denver Vereinigte StaatenVereinigte Staaten McNichols Sports Arena
65 29. Oktober 1987 Kansas City Kemper Arena
66 30. Oktober 1987 Ames Hilton Coliseum
67 31. Oktober 1987 Iowa City Carver–Hawkeye Arena
68 3. November 1987 Omaha Civic Auditorium
69 4. November 1987 Oklahoma City Myriad Convention Center
70 8. November 1987 Champaign Assembly Hall
71 9. November 1987 Worcester Centrum Center
72 10. November 1987 East Rutherford Brendan Byrne Arena
73 12. November 1987 New Haven Veterans Memorial Coliseum
74 14. November 1987 Morgantown WVU Coliseum
75 17. November 1987 Charleston Civic Center
76 19. November 1987 Murfreesboro Murphy Center
77 20. November 1987 Knoxville Stokely Athletic Center
78 21. November 1987 Chapel Hill Dean E. Smith Center
79 22. November 1987 Columbia Carolina Coliseum
80 25. November 1987 Memphis Mid-South Coliseum
81 27. November 1987 New Orleans Louisiana Superdome
82 28. November 1987 Biloxi Mississippi Coast Coliseum
83 29. November 1987 Tallahassee Tallahassee-Leon County Civic Center
84 1. Dezember 1987 Auburn Eaves Memorial Coliseum
85 2. Dezember 1987 Jacksonville Veterans Memorial Coliseum
86 4. Dezember 1987 Tampa USF Sun Dome
87 5. Dezember 1987 Hollywood Sportatorium
88 8. Dezember 1987 Orlando Orange County Convention Center
Leg 3 – Ozeanien
89 7. Januar 1988 Sanctuary Cove AustralienAustralien Village Theatre
Leg 4 – Europa
90 17. April 1988 Brüssel Belgien Forest National
91 19. April 1988 Rotterdam NiederlandeNiederlande Sportpaleis Ahoy’
92 21. April 1988
93 23. April 1988
94 24. April 1988
95 27. April 1988 Birmingham EnglandEngland National Exhibition Centre
96 28. April 1988
97 30. April 1988
98 1. Mai 1988
99 2. Mai 1988
100 4. Mai 1988 London Wembley Arena
101 5. Mai 1988
102 7. Mai 1988
103 10. Mai 1988
104 11. Mai 1988
105 12. Mai 1988
106 14. Mai 1988
107 15. Mai 1988
108 16. Mai 1988
109 18. Mai 1988 Paris FrankreichFrankreich Palais Omnisport de Bercy
110 20. Mai 1988 Frankfurt am Main DeutschlandDeutschland Festhalle
111 21. Mai 1988
112 24. Mai 1988 Kopenhagen Danemark Valby-Hallen
113 25. Mai 1988 Drammen Norwegen Drammenshallen
114 27. Mai 1988 Stockholm SchwedenSchweden Johanneshovs Isstadion
115 28. Mai 1988
116 29. Mai 1988 Göteborg Scandinavium
117 1. Juni 1988 Berlin DeutschlandDeutschland Waldbühne
118 2. Juni 1988
119 4. Juni 1988 Dortmund Westfalenhalle
120 5. Juni 1988 Brüssel Belgien Forest National
121 6. Juni 1988 Breslau Polen Hala Stulecia
122 8. Juni 1988 Rom ItalienItalien PalaEUR
123 9. Juni 1988
xx 11. Juni 1988 London EnglandEngland Wembley Stadium Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert
124 12. Juni 1988 Mailand ItalienItalien Palatrussardi
125 13. Juni 1988
126 16. Juni 1988 Wien OsterreichÖsterreich Stadthalle
127 18. Juni 1988 Basel Schweiz St. Jakobshalle
128 19. Juni 1988
129 21. Juni 1988
130 23. Juni 1988 München DeutschlandDeutschland Olympiahalle
131 24. Juni 1988
132 26. Juni 1988
133 28. Juni 1988 Barcelona SpanienSpanien Plaça de Braus de la Monumental
134 29. Juni 1988 Madrid Plaza de Toros de Las Ventas
135 3. Juli 1988 Larvotto Monaco Salle des Etoiles Monte-Carlo Sporting Summer Festival
Leg 5 – Nordamerika
136 27. August 1988 New York City Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Madison Square Garden Concert for the UNCF
Leg 6 – Australasien
137 21. September 1988 Hiroshima JapanJapan Prefectural Sports Center
138 22. September 1988 Fukuoka International Center Hall
139 26. September 1988 Tokio Nippon Budokan
140 27. September 1988
141 28. September 1988
142 1. Oktober 1988 Osaka Ōsaka-jō Hall
143 2. Oktober 1988
144 5. Oktober 1988 Nagoya Rainbow Hall
145 6. Oktober 1988
146 7. Oktober 1988 Shizuoka Kusanagi Gymnasium
147 11. Oktober 1988 Sapporo Makomanai Ice Arena
148 13. Oktober 1988 Sendai City Gymnasium
149 15. Oktober 1988 Yokohama Cultural Gymnasium
150 16. Oktober 1988 Tokio Nippon Budokan
151 17. Oktober 1988
152 22. Oktober 1988 Melbourne AustralienAustralien National Tennis Centre
153 25. Oktober 1988 Canberra National Indoor Sports Centre
154 26. Oktober 1988
155 31. Oktober 1988 Perth Entertainment Centre
156 1. November 1988
157 7. November 1988 Sydney Entertainment Centre
158 8. November 1988
159 11. November 1988 Brisbane Entertainment Centre
160 18. November 1988 Hongkong HongkongHongkong Hong Kong Coliseum
161 19. November 1988
162 20. November 1988

Band

  • Whitney Houston: Gesang
  • Curtis Taylor Neishloss: Gitarre
  • Willard Meeks: Keyboards
  • John Simmons: Klavier
  • Rickey Minor: Bass, Bass-Synthesizer
  • Brian Brake: Schlagzeug
  • Kevin Jones: Percussion
  • Gary Houston: Hintergrundgesang
  • Felicia Moss: Hintergrundgesang
  • Voneva Simms: Hintergrundgesang
  • Billy Baker: Hintergrundgesang

Einzelnachweise

  1. http://whfan.free.fr/other87tour.htm
  2. „Choices“. Newsday. August 26, 1988, Page 02
  3. Bream, Jon. Houston is sensational – if you like glitz and glamour. The Minneapolis Star and Tribune. July 19, 1987
  4. Griffin, John. „Whitney Delivers but Stage Presence Slips“. The Gazette. August 29, 1987
  5. Bream, Jon. Houston is sensational – if you like glitz and glamour. The Minneapolis Star and Tribune. July 19, 1987
  6. Young, Monte R. „Houston Leaves Fans In Awe Of Her Voice“. Richmond Times. August 13, 1987
  7. Bream, Jon. Houston is sensational – if you like glitz and glamour. The Minneapolis Star and Tribune. July 19, 1987
  8. https://www.nytimes.com/1987/09/10/arts/pop-whitney-houston.html
  9. MacDonald, Patrick. „U2, Bon Jovi were top concert acts of 1987“. The Seattle Times. January 15, 1988. Page 5. Retrieved May 16, 2008
  10. „Bill Cosby Leads the Millionaire Entertainers“. San Francisco Chronicle. September 7, 1987
  11. „Choices“. Newsday. August 26, 1988, Page 02