Mouvement des Minorités Autochtones Pygmées du Gabon
| Mouvement des Minorités Autochtones Pygmées du Gabon (MINAPYGA) | |
|---|---|
| Gründung | 1997 |
| Sitz | Rue Akébé frontiére axe feu rouge-SIN Likouala, C.P: BP 12798, Libreville, Gabun |
| Geschäftsführung | Léonard Fabrice Odambo Adone |
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Mouvement des Minorités Autochtones Pygmées du Gabon (kurz: MINAPYGA) ist eine gabunische Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich für die Rechte und die soziale Inklusion der autochthonen Pygmäen-Gemeinschaften im Gabun einsetzt.[1] Sie gilt als erste und wichtigste Interessenvertretung indigener Bevölkerungsgruppen im Land und ist Mitglied mehrerer regionaler, kontinentaler und weltweiter Netzwerke für den Schutz indigener Rechte im Kongobecken.[2]
Geschichte und Hintergrund
Zu den wichtigsten Pygmäen-Gruppen im Gabun gehören:
- Die Baka, vor allem in den Provinzen Haut-Ogooué und Ogooué-Ivindo.
- Die Babongo, in den zentralen und südlichen Regionen, insbesondere in den Provinzen Ngounié und Nyanga.
- Die Bakoya, die hauptsächlich im Nordosten des Landes, nahe der Grenze zur Republik Kongo, leben.
Diese Gruppen werden oft zusammenfassend als Pygmäen bezeichnet, wobei jede Gruppe ihre eigene kulturelle, sprachliche und historische Identität besitzt.[3]
Die Organisation wurde 1997 von Léonard Fabrice Odambo Adone und anderen Angehörigen der Pygmäen-Gemeinschaften gegründet, mit Unterstützung lokaler Menschenrechtsaktivisten und internationaler Partnerorganisationen. Anlass war die anhaltende Diskriminierung und gesellschaftliche Marginalisierung der Pygmäen im Gabun. Der Hauptsitz von MINAPYGA befindet sich in der Hauptstadt Libreville.[2]
Ziele und Aufgaben
MINAPYGA verfolgt mehrere zentrale Ziele:
- Vertretung der Rechte der autochthonen Pygmäen auf nationaler und internationaler Ebene,
- Förderung des Zugangs zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Staatsbürgerschaft,
- Bewahrung und Förderung der kulturellen Identität und traditionellen Lebensweisen,
- Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung für die Lage indigener Gemeinschaften,
- Zusammenarbeit mit Regierungsstellen und internationalen Organisationen zur Verbesserung der Lebensbedingungen.[4]
Aktivitäten
MINAPYGA führt Programme in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Rechtsaufklärung und Umweltschutz durch. Zu den wichtigsten Aktivitäten zählen:
- Einrichtung von Alphabetisierungszentren in abgelegenen Regionen,
- Unterstützung bei der Ausstellung von Personaldokumenten für Angehörige indigener Gruppen,
- Organisation kultureller Veranstaltungen und Dialogforen zwischen Pygmäen und Regierungsvertretern,
- Mitarbeit an Umwelt- und Entwicklungsprojekten zum Schutz der tropischen Regenwälder.
Kooperationen
Die Organisation arbeitet mit nationalen Institutionen und internationalen Partnern zusammen, darunter:
- das Ministerium für Soziale Angelegenheiten und Menschenrechte des Gabun,
- das UNDP und andere UN-Vertretungen in Gabun[2],
- internationale NGOs wie Survival International, Forest Peoples Programme (FPP) und WWF Gabon.
MINAPYGA ist Mitglied im Réseau des Populations Autochtones et Locales pour la Gestion Durable des Écosystèmes Forestiers d’Afrique Centrale (REPALEAC), einem regionalen Netzwerk zum Schutz der Rechte indigener Völker im Kongobecken, beim Indigenous Peoples of Africa Co-ordinating Committee (indigene Interessensvertretung in ganz Afrika) und bei der Indigenous Peoples Movement for Self-Determination and Liberation (indigene Interessensvertretung weltweit).
Projekte
Partizipative 3D-Kartierung
Indigene Gemeinschaften werden über ihre Rechte informiert, insbesondere über ihre Landrechte. Um traditionelle Landstriche und Ressourcen zu dokumentieren und so effektiv an Debatten über die Landbewirtschaftung teilzunehmen, wurden modernste partizipative 3-D Kartierierungsmodell geschaffen und digitalisiert. Die treibende Kraft dabei ist der Journalist Léonard Fabrice Odambo Adone.[1]
Errichtung von Gemeindewäldern
Beim Projekt Verdir les droits fonciers des communautés forestières en République Gabonaise, wurden Gemeindewälder erstellt. Beteiligt waren die Organisationen Brainforest, MINAPYGA und Keva Initiative, die Mittel kamen von der Rights and Resources Initiative (RRI), das Projekt dauerte 3 Jahre.
Im ersten Jahr der Projektdurchführung wurden zehn lokale Forstverwaltungskomitees (CLPAs) identifiziert und hinsichtlich ihrer Rechte und Umsetzungsmechanismen geschult. Sie wurden außerdem bei der Durchführung partizipativer Kartierungsmaßnahmen unterstützt. Im Anschluss daran wurden fünf Gemeinden für die Einrichtung von Gemeindewäldern ausgewählt. Nach Informationsveranstaltungen zur Gemeindeforstwirtschaft wurden Musterstatuten und interne Regelungen zur Prüfung und gegebenenfalls Anpassung verteilt, damit die Gemeinden Vereinigungen gründen konnten. Die nächsten Schritte konzentrieren sich daher auf die Organisation der ersten Generalversammlung und der Konsultationstreffen.
Das Hauptziel des Projektes war die Unterstützung von fünf lokalen Gemeinschaften und indigenen Völkern bei der Einrichtung von Gemeindewäldern. Konkret umfasst dies folgende Maßnahmen:
- Gründung von fünf lokalen und indigenen Vereinigungen (CLPAs);
- Organisation von Konsultationstreffen für die fünf ausgewählten CLPAs;
- Erstellung und Einreichung der rechtlichen Registrierungsdokumente für die fünf neu gegründeten Vereinigungen;
- Erstellung und Einreichung der Anträge auf Einrichtung von Gemeindewäldern für die fünf Zielgemeinden;
- Abstimmung der partizipativen Karten mit den lokalen Behörden.
Die Förderung der Rechte lokaler Gemeinschaften und indigener Völker auf Land und natürliche Ressourcen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und zur Bekämpfung der Entwaldung in Gabun ist das übergeordnete Ziel des Projekts.[5]
Herausforderungen
Trotz wachsender Anerkennung ihrer Arbeit sieht sich MINAPYGA mit strukturellen Problemen konfrontiert, darunter begrenzte finanzielle Mittel, unzureichende politische Unterstützung und zunehmender Verlust traditioneller Lebensräume durch wirtschaftliche Nutzung und Umweltveränderungen. Die Organisation fordert eine stärkere institutionelle Einbindung indigener Vertreter in nationale Entwicklungsprogramme.
Siehe auch
Literatur
- MINAPYGA (2020): Rapport sur la situation des peuples autochtones au Gabon, Libreville.
- Dounias, Edmond (2001): Chasse, cueillette et cultures chez les Babongo du Gabon. CNRS, Paris.
- Forest Peoples Programme (2022): Indigenous Rights and Forest Protection in Central Africa.
- United Nations Gabon (2021): Programme de coopération pour les peuples autochtones du Gabon.
Weblinks
- REPALEAC – Réseau des Populations Autochtones et Locales d’Afrique Centrale (französisch)
- Vereinte Nationen: Indigene Völker und Entwicklung
Einzelnachweise
- ↑ a b Leonard Fabrice Odambo. IPACC, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
- ↑ a b c Mouvement National des Minorités Autochtones et Pygmées du Gabon. UNITED NATIONS Convention to Combat Desertification, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
- ↑ Minorités ethniques : Pygmées blues au Gabon. In: jeuneafrique.com. Abgerufen am 8. November 2025 (französisch).
- ↑ Mission d’information du GITPA consacrée à la situation des Pygmées Baka du Gabon. In: sogip.wordpress.com. Abgerufen am 8. November 2025 (französisch).
- ↑ Mission d’accompagnement de cinq CLPA dans la création des forêts communautaires. Brainforest, abgerufen am 8. November 2025 (französisch).