Nickel(II)-sulfid

Kristallstruktur
Strukturformel von Nickel(II)-sulfid
_ Ni2+ 0 _ S2−
Allgemeines
Name Nickel(II)-sulfid
Andere Namen
  • Nickelmonosulfid
  • Nickelsulfid (mehrdeutig)
  • Schwefelnickel (veraltet)
Verhältnisformel NiS
Kurzbeschreibung

geruchloses schwarzes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 240-841-2
ECHA-InfoCard 100.037.113
PubChem 28094
Wikidata Q1985595
Eigenschaften
Molare Masse 90,76 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,66 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

797 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (4 mg·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331​‐​350i​‐​341​‐​372​‐​317​‐​410
P: 260​‐​272​‐​280​‐​304+340+311​‐​308+313​‐​405[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Nickel(II)-sulfid ist das Nickel(II)-Salz der Schwefelwasserstoffsäure, also eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfide.

Vorkommen

Nickel(II)-sulfid kommt natürlich in Form des Minerals Millerit vor. Es kann auch in der Glasherstellung als unerwünschter Einschluss in Gläsern entstehen, die zu Brüchen führen können.[3]

Gewinnung und Darstellung

Nickel(II)-sulfid fällt aus ammoniakalischen, nicht jedoch aus sauren, nickelhaltigen Lösungen mit Ammoniumsulfid aus und dient so als Nachweisreaktion.

α-Nickel(II)-sulfid kann auch durch Reaktion von Nickel(II)-chlorid-hexahydrat in einer Ammoniumchloridlösung mit Schwefelwasserstoff unter Luftausschluss dargestellt werden.[4]

β-Nickel(II)-sulfid kann bei 900 °C aus den Elementen gewonnen werden.[4]

γ-Nickel(II)-sulfid kann aus Nickelsulfat und Schwefelwasserstoff dargestellt werden.[4]

Eigenschaften

γ-Nickel(II)-sulfid ist ein schwarzes Pulver. In verdünnter Salzsäure ist es schlecht löslich. Es hat eine trigonale Kristallstruktur vom Millerit-Typ mit der Raumgruppe R3m (Raumgruppen-Nr. 160)Vorlage:Raumgruppe/160, a = 961,2 pm, c = 325,9 pm, und es geht bei 396 °C in β-Nickel(II)-sulfid über. Dieses ist ein ebenfalls schwarzes Pulver, das in heißer Salzsäure löslich ist. Es hat eine hexagonale Kristallstruktur vom Nickelarsenid-Typ mit der Raumgruppe P63/mmc (Nr. 194)Vorlage:Raumgruppe/194, a = 343,9 pm, c = 534,8 pm. α-Nickel(II)-sulfid ist ein röntgenamorphes schwarzes Pulver, das in Salzsäure löslich ist. Es geht an der Luft in Ni(OH)S über.[4]

Verwendung

Verwendet wird Nickel(II)-sulfid als Mineral zur Nickelherstellung und als Katalysator.

Sicherheitshinweise

Wie viele Nickelverbindungen wird Nickelsulfid als krebserzeugend eingestuft.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g Eintrag zu Nickel(II)-sulfid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2025. (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ Eintrag zu Nickel sulphide in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. ↑ Spontanbruch von Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG). In: Baulinks.de, 17. Juli 2003, abgerufen am 6. Dezember 2012.
  4. ↑ a b c d Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1693.