Paul A. McNally

Paul McNally (* 14. Oktober 1890 in Philadelphia; † 4. März 1955 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer Jesuit und Astronom.

Leben

Paul Aloysius McNally wurde am 14. Oktober als Sohn von Charles S. (1863–1955) und Martha V. Tully McNally (1863–1944) in Philadelphia geboren. Er hatte fünf Geschwister, John (1885–1966), Rodger (1887–1922), Mary (1894–1962), Herbert (1897–1967) und Eugene (1901–1963).[1] Nach Besuch des Saint Joseph’s College trat er am 13. August 1908[2] in den Jesuitenorden St. Andrew-on-Hudson nahe Poughkeepsie ein, wo er bis 1912 sein Noviziat und Juniorat absolvierte.[1] Zu philosophischen Studien ging er 1913 an das Woodstock College nahe Baltimore, Maryland, hatte 1914 einen Auslandsaufenthalt in Innsbruck, war von 1916 bis 1919 Mathematikdozent am Boston College[1] und erhielt 1915 seinen Bachelor- und 1917 seinen Master-Abschluss am Woodstock College.[3] Er lehrte 1920 am Jesuitenkolleg St. Francis Xavier in New York City und von 1921 bis 1922 an der dortigen Fordham University, wo er 1921 einen Doktortitel in Astronomie erwarb. 1923 wurde er ordiniert und beendete bis 1925 seine philosophischen Studien am Woodstock College[1]. In diesem Jahr erhielt auch den Sacrae Theologiae Doctor der Päpstlichen Universität Gregoriana.[3] Anschließend war er bis 1928 stellvertretender Direktor (assistant director) des Observatoriums der Georgetown University in Washington, D.C. Während dieser Zeit beendete er seine jesuitische Ausbildung und legte 1927 das Gelübde ab.

McNally beendete ein weiterführendes Studium an der University of San Francisco und kehrte 1928 als Direktor an das Georgetown Observatorium zurück, eine Position, die er bis 1948 innehatte.[1] Hier interessierte er sich besonders für die Beobachtung von Bedeckungen und erweiterte die Ausrüstung des Observatoriums um zwei 3-Zoll-Astrografen vom Ross-Typ.[4] Während dieser Zeit nahm er an mehreren Sonnenfinsternis-Expeditionen teil, 1932 in Fryeburg (Maine), 1936 in Qostanai (UdSSR, heute Kasachstan), 1937 auf Kanton (Kiribati) im Südpazifik und 1940 in Brasilien.[1] Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem in der Zusammenarbeit zwischen US-Regierung und Universitätsverwaltung eingebunden war, wurde er beauftragt, Gelder für das neue Universitätskrankenhaus zu sammeln. Wegen seines großen Erfolges wurde er von 1946 bis 1954 zusätzlich zum Dekan der medizinischen Schule der Georgetown-Universität ernannt, obwohl er selbst keinen medizinischen Hintergrund hatte.[4] Für seine Verdienste wurde ihm 1952 ein akademischer Grad ehrenhalber verliehen.[1]

Schon seit 1952 litt er an einer koronaren Herzkrankheit[5] Nach dem Rückzug von seinen Ämtern leitete er noch die Physik-Abteilung am Georgetown College.[1] Am 4. März 1955 erlag er im Alter von 64 Jahren einem Herzinfarkt, er wurde auf dem Georgetown University Jesuit Cemetery (jesuitischer Friedhof der Georgetown-Universität) in Washington, D.C. beerdigt.[2]

Ehrungen

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h Paul A. McNally, SJ Papers. Georgetown University, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
  2. ↑ a b Paul A. McNally in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 13. Januar 2026.
  3. ↑ a b Rev. P. A. McNally, Educator, is dead; Georgetown Vice President Directed Observatory and Led Eclipse Expeditions. New York Times, 5. März 1955, abgerufen am 13. Januar 2026 (englisch).
  4. ↑ a b Obituary Notices : Paul A. McNally. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 116, 1956, S. 152–153, bibcode:1956MNRAS.116Q.152. (englisch).
  5. ↑ Paul McNally. Prabook, abgerufen am 12. Juni 2025 (englisch).
  6. ↑ Rev. Paul A. McNally. Royal Astronomical Society, abgerufen am 6. Dezember 2025 (englisch).
  7. ↑ McNally im Gazetteer of Planetary Nomenclature der IAU (WGPSN) / USGS