Plymouth Cricket
Unter der Bezeichnung Plymouth Cricket verkaufte der US-amerikanische Konzern Chrysler in den 1970er-Jahren zwei unterschiedliche Fahrzeuge im Kleinwagensegment. Die erste Cricket-Generation waren aus Großbritannien importierte Hillman Avenger, die von 1971 bis 1973 in den USA und in Kanada vertrieben wurden. Bei der zweiten Generation handelt es sich um den in Japan gebauten Mitsubishi Colt Galant, der in dieser Form 1974 und 1975 nur in Kanada verkauft wurde.
Erste Generation: 1971 bis 1973
| Plymouth | |
|---|---|
![]() Hillman Avenger
(baugleich mit dem Cricket) | |
| Cricket | |
| Produktionszeitraum | 1971–1973 |
| Klasse | Kleinwagen |
| Karosserieversionen | Limousine, Kombi |
| Motoren | Ottomotoren: 1,5 Liter (52 kW) |
| Länge | 4115–4239 mm |
| Breite | 1588 mm |
| Höhe | 1387–1395 mm |
| Radstand | 2500 mm |
| Leergewicht | 864–887 kg |
Als in den USA importierte Kleinwagen immer beliebter wurden, stiegen zum Modelljahr 1971 die großen US-amerikanischen Automobilhersteller in diesen Markt ein. AMC, Ford und General Motors brachten mit dem AMC Gremlin, dem Ford Pinto und dem Chevrolet Vega eigens entwickelte Modelle; Ford und GM importierten zudem einzelne europäische Fahrzeuge, so etwa den Opel Kadett, der zeitweise in den USA unter der Marke Buick verkauft wurde. Chrysler hatte keinen originär nordamerikanischen Kleinwagen im Programm. Der Konzern setzte vielmehr darauf, Kleinwagen anderer Hersteller zu importieren und sie im Wege des Badge Engineering unter den in Nordamerika gängigen Marken zu verkaufen. Dabei ging Chrysler zweigleisig vor: Für die Konzernmarke Dodge wurde ab 1971 ein japanischer Mitsubishi Colt Galant importiert, der die Bezeichnung Dodge Colt erhielt, während die Marke Plymouth ein Auto europäischen Ursprungs erhielt. Basis des als Plymouth Cricket verkauften Autos war der Hillman Avenger, den die britische Chrysler-Tochter Chrysler United Kingdom, eine Nachfolgerin der Rootes-Gruppe, seit 1970 in Ryton-on-Dunsmore produzierte.[1] Der Name Cricket (deutsch: Heuschrecke) wurde in Anlehnung an den VW Käfer (in den USA: Beetle) gewählt.[2]
Zu den Anpassungen für den nordamerikanischen Markt zählten in die Sitze integrierte Kopfstützen, vier Rundleuchten als Scheinwerfer und der Entfall des schwächeren Motors. Angeboten wurde ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit obenliegender Nockenwelle und 70 bhp (52 kW), der wahlweise über ein manuelles Vierganggetriebe oder eine Dreigangautomatik die Kraft auf eine starre Hinterachse übertrug. Auf die viertürige Schrägheck-Limousine folgte 1972 ein fünftüriger Kombi. Der Listenpreis für einen viertürigen Cricket lag 1971 bei 1.915 US-$; das Automatikgetriebe kostete 178 US-$ Aufpreis, und eine Klimaanlage war für 338 US-$ erhältlich.[2]
Der in Großbritannien gebaute Cricket war auf dem nordamerikanischen Markt ein Misserfolg. Der neue Wagen wurde von etlichen Kinderkrankheiten geplagt und litt unter mangelhafter Rostvorsorge. Ab 1972 wurden keine Cricket mehr importiert, bei den Fahrzeugen des Modelljahres 1973 handelte es sich nur noch um Abverkäufe des Vorjahres. Die genaue Zahl der verkauften Exemplare ist nicht bekannt; 1971/72 wurden 41.564 Stück abgesetzt. Mit Ablauf des Modelljahrs 1973 gab Chrysler diese Version des Cricket auf. Ein weiterer Grund neben den schwachen Absätzen war der Umstand, dass der Cricket die ab 1974 geltenden verschärften Emissionsschutzbestimmungen nicht einhielt und eine Anpassung erhebliche Investitionen erfordert hätte.[1]
Nach zweijähriger Unterbrechung nahm Plymouth 1976 wieder einen Kleinwagenimport ins Programm auf. Diesmal handelte es sich um einen japanischen Mitsubishi Celeste, der in den USA als Plymouth Arrow verkauft wurde.
Zweite Generation: 1974 bis 1975

Auf dem kanadischen Markt setzte Chrysler nach der Einstellung der Avenger-Importe die Modellreihe Plymouth Cricket mit einem anderen Importfahrzeug fort. Der 1974 und 1975 in Kanada verkaufte Plymouth Cricket war der in Japan produzierte Mitsubishi Colt Galant, der in den USA (allerdings nicht in Kanada) bereits seit 1971 als Dodge Colt im Programm stand.[3]
Literatur
- Albert R. Bochroch: American Cars of the Seventies. Warne´s Transport Library, London 1982, ISBN 0-7232-2870-1.
- Mike Covello: Standard Catalog of Imported Cars 1946–2002, Krause Publications, Iola 2002, ISBN 0-87341-605-8
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Keith Adams: Plymouth Cricket (1971-1973). aronline.co.uk, 29. November 2025, abgerufen am 19. Januar 2026.
- ↑ a b Plymouth’s British Beetle-Fighter: The 1971–73 Cricket. macsmotorcitygarage.com, 25. April 2023, abgerufen am 19. Januar 2026.
- ↑ Lou Cataldo: The Plymouth Cricket Was A Failed Effort To Bring The Hillman Avenger To The US. carbuzz.com, 15. Juni 2025, abgerufen am 19. Januar 2026.

