Rohitscher Lokalbahn

Rohitscher Lokalbahn
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1903
Auflösung unbekannt
Sitz Wien, später Belgrad
Branche Schienenverkehr

Die Rohitscher Lokalbahn war ein österreichisches, später jugoslawisches Eisenbahnunternehmen. Ihre einzige Bahnstrecke war die normalspurige Lokalbahn Grobelno–Sauerbrunn–Rohitsch im Kronland Krain.

Geschichte

Aktie der Rohitscher Lokalbahn über 100 Kronen

Das Unternehmen wurde im Jahr 1903 gegründet und hatte seinen Sitz in Wien. Das Aktienkapital betrug 3.040.000 Kronen. Die Konzession war bereits am 10. Mai 1902 erteilt worden und bezog auch einen Abschnitt zur kroatischen Landesgrenze "gegen Krapina" ein.[1] Konzessionär war der "Ingenieur Hugo Ritter von Heider" in Wien.

Zug im Bahnhof Rohitsch-Sauerbrunn

Die erste archivalisch nachweislich Erwähnung der Rohitscher Lokalbahn im Onlinesystem ANNO der Österreichischen Nationalbibliothek war im Jahr 1881, als die Südsteirische Post berichtete, die Pläne für eine Rohitscher Lokalbahn wären im Handelsministerium eingegangen und würden dort geprüft.[2] Weiteres war im November 1903 im Allgemeinen Bade-Blatt für die Frauenwelt zu finden. Hier wurde in einem Beitrag über den Kurort Rohitsch-Sauerbrunn erwähnt, dass die Eröffnung der Bahnstrecke bevor stünde.[3]

Im August 1924 brachte die Kärntner Zeitung eine Kurzmeldung über die Verlegung des Sitzes der Gesellschaft nach Jugoslawien.[4] Im Juni 1929 erwähnte die Zeitschrift Die Börse eine anstehende Statutenänderung des Unternehmens. Als Unternehmenssitz war Belgrad angegeben.[5]

Betrieb und Verlauf

Fahrplan 62k Grobelno-Rohitsch, 1. Mai 1914

Die Bahnstrecke wurde am 21. Dezember 1903[6] eröffnet. Das Unternehmen führte den Betrieb seiner Bahnstrecke nicht selbst, sondern übertrug ihn der Südbahn-Gesellschaft.

Nach dem Ende von Österreich-Ungarn gelangte die Bahn hintereinander an alle nachfolgenden Staatsbahnen der Region. Während der nationalsozialistischen Annexion der Untersteiermark[7] führte die Deutsche Reichsbahn den Betrieb. Aktueller Betreiber sind die Slowenischen Eisenbahnen.

Das Unternehmen beschaffte bei der Wiener Neustädter Lokomotivfabrik zwei dreigekuppelte Lokomotiven der Südbahn-Baureihe 32d.

Die Bahnstrecke nahm in Grobelno ihren Ausgang, einem Bahnhof an der Hauptstrecke der Südbahn-Gesellschaft, die Wien über Graz und Laibach mit Triest verband und im betreffenden Abschnitt bereits seit 1849 in Betrieb war. Von Grobelno sollte das Kurbad Rohitsch-Sauerbrunn erreicht und erschlossen werden.

Strecke der Rohitscher Lokalbahn
Streckenlänge:29 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Strecke
Bahnstrecke Spielfeld-Straß–Triest von Maribor
Bahnhof
0,0 Grobelno
Abzweig geradeaus und nach rechts
Bahnstrecke Spielfeld-Straß–Triest nach Ljubljana
Haltepunkt / Haltestelle
3 St. Veit bei Grobelno H slow. Šentvid pri Grobelnem
Bahnhof
7 St. Marein bei Erlachstein slow. Šmarje pri Jelšah
Haltepunkt / Haltestelle
11 Stranje H
Bahnhof
15 Möstin slow. Mestinje
Bahnhof
16 Kostreinitz-Podplat slow. Podplat
Bahnhof
22 Rohitsch-Sauerbrunn slow. Rogaška Slatina
Kopfbahnhof Streckenende
29 Rohitsch slow. Rogatec

Erinnerungskultur

Eine der beiden originalen Lokomotiven blieb beim Slowenischen Eisenbahnmuseum erhalten und steht als Denkmallokomotive vor dem Bahnhof von Maribor.

Am Bahnhof von Rogatec wurde die ebenfalls zum Bestand dieses Museums gehörende Lokomotive 53-003 als Denkmal aufgestellt.

Literatur

  • Dieter Geerkens. Wertpapiere österreichischer Eisenbahnen. Teil 2: Österreichisch-Ungarische Lokalbahnen. bahnmedien.at. Wien. 2014. ISBN 978-3-9503304-5-8
  • Eisenbahnatlas Italien und Slowenien, Schweers + Wall, Köln, 2010, ISBN 978-3-89494-129-1.
Commons: Grobelno–Rogatec railway – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ÖNB-ALEX - Reichsgesetzblatt 1849-1918. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  2. ANNO, Südsteirische Post, 1881-09-24, Seite 6. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  3. ANNO, Allgemeines Bade-Blatt für die Frauenwelt, 1903-11-15, Seite 2. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  4. ANNO, Kärntner Zeitung, 1924-08-19, Seite 7. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  5. ANNO, Die Börse, 1929-07-25, Seite 12. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  6. ANNO, Grazer Volksblatt, 1903-12-20, Seite 8. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
  7. 1941: Annexion der Untersteiermark. Abgerufen am 15. Oktober 2025.