Sextius Paconianus

Sextius Paconianus († 35) war ein Mann von prätorischem Rang und Denunziant. Er ist ohne jeden Zweifel identisch mit Lucius Sextilius Paconianus, der im Jahr 26 n. Chr. als praetor peregrinus amtierte.[1]

Im Jahr 32 wurde er von Kaiser Tiberius durch einen Brief angegriffen, sehr zur Freude des Senats, als ein verwegener Verbrecher, der alle Geheimnisse ausforschte und von Seianus ausgewählt worden war, mit dessen Hilfe ein Anschlag gegen Caligula vorbereitet werden sollte. Die höchste Strafe wurde gegen ihn beschlossen, falls er kein Geständnis ablegte und keine Anzeige machte.[2] Als Paconianus gegen Latinius Latiaris auftrat, boten – so Tacitus – „Ankläger und Angeklagter gleichermaßen ein verhasstes und doch willkommenes Schauspiel.“ Latiaris, zuvor einer der Haupturheber der Intrige gegen Titius Sabinus, war nun der Erste, der dafür die Strafe zu tragen hatte.[3]

Im Jahr 35 wurde er im Gefängnis erdrosselt, wegen Gedichten, die er dort fortwährend gegen den Kaiser verfasst hatte.[4] Seine Verse, wie es scheint (der Name Paconia ist nicht überliefert, zu verbessern in Paconianeum), überlieferte Diomedes in seiner Ars grammatica.[5]

Literatur

  • Pascal Arnaud: Deux fragments de fastes du bois des Arvales [autre]. In: Mélanges de l'école française de Rome, 98-1, 1986, S. 406 (Digitalisat).
  • Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² (2006) S 675.

Einzelnachweise

  1. AE 1991, 307
  2. Tacitus, Annalen 6,3,4; 39.
  3. Tacitus, Annalen 6,4,1.
  4. Tacitus, Annalen 6,39,1.
  5. Heinrich Keil: Grammatici Latini. Band 1. Teubner, Leipzig 1857, S. 499–500 (Digitalisat) = Fragmenta Poetarum Latinorum S. 155.