St. Agnes (Rüschendorf)
St. Agnes in Rüschendorf im niedersächsischen Landkreis Vechta ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Viktor (Damme).[1] Sie steht unter dem Patrozinium der hl. Agnes von Rom und gehört zum Dekanat Damme im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein neugotischer Backsteinbau mit Turm und bietet 260 Gläubigen Platz.
Geschichte
Die Bauerschaft Rüschendorf liegt westlich vom Dümmersee und ist erstmals 1231 urkundlich belegt. Die zuständige Dammer Pfarrkirche wurde in den 1890er Jahren zu klein. Weil außerdem die Rüschendorfer Katholiken einen Fußweg von ca. einer Stunde zum Gottesdienst auf sich nehmen mussten, entstand der Plan zu einem eigenen Kirchenbau.
Nach den Plänen des Architekten Bernhard Römer (Damme) wurde 1903/05 in Rüschendorf das Gotteshaus im neugotischen Stil gebaut. Das bauliche Vorbild war St. Antonius (Rechterfeld) von 1901. Am 22. Mai 1905 konnte der erste Gottesdienst in der neuen Kirche in Rüschendorf gefeiert werden.
1906 wurden die Katholiken aus Ihlendorf, Kemphausen und Rüschendorf zur Kapellengemeinde Rüschendorf zusammengeschlossen. Am 30. September 1925 erfolgte die Abpfarrung von Damme und St. Agnes war über 80 Jahre eine eigenständige Pfarrei.
Die Gebäude der Kirchengemeinde sind das Pfarrhaus von 1953 sowie das Pfarrheim mit Kindergarten, der 1952 eröffnet, 1957 erweitert und 1986 umgebaut wurde. Weil 1993 für den emeritierten Pfarrer wegen des Priestermangels kein Nachfolger gefunden werden konnte, wird Rüschendorf seitdem von St. Mariä Himmelfahrt (Osterfeine) aus mitverwaltet.[2]
Durch Fusion entstand aus den Pfarreien Damme, Osterfeine und Rüschendorf am 14. Oktober 2007 die neue Kirchengemeinde St. Viktor (Damme). Am 27. Mai 2012 wurde die Pfarrei Neuenkirchen eingegliedert. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden St. Viktor (Damme), St. Catharina (Dinklage), St. Gertrud (Lohne) und St. Johannes Baptist (Steinfeld) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Damme“ mit Sitz in Damme.[3]
Glocken
Im Turm von St. Agnes hängen die folgenden drei Bronzeglocken:
- Glocke 1: Schlagton: gis1; 600 kg; Ø 96 cm; Gießerei: unbekannt; Gussjahr: 1905
- Glocke 2: Schlagton: h1; 360 kg; Ø 81 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1978; Inschrift: „St. Agnes Rüschendorf 1978“
- Glocke 3: Schlagton: cis2; 260 kg; Ø 71 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1978; Inschrift: „St. Johannes Rüschendorf 1978“[4]
Orgel
Die Firma Bernhard Joseph Kröger (Vechta) baute 1913 die erste Orgel (II+P/12) für St. Agnes in Rüschendorf. Herbert Kruse (Lohne) erstellte 1960 die gleich große zweite Orgel (II+P/12). Friedrich Fleiter (Münster) baute 2002 die größere aktuelle Orgel (II+P/18) mit anteiligen Doppelschleifen.
Die Schleifladen-Orgel von 2002 hat 18 Register und besitzt zwei Manuale (C - g3) sowie ein Pedal (C - f1). Die Spieltraktur und die Registertraktur sind mechanisch.[5]
Literatur
- Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.
- Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Heiner Zumdohme: Herzlich willkommen! In: St. Viktor: Katholische Pfarrei in Damme, Neuenkirchen, Osterfeine und Rüschendorf. 2025, abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Willi Baumann, Peter Sieve: Die Dekanate und Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Oldenburg. In: Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9, S. 596–599.
- ↑ Offizialatsarchiv Vechta: Damme, St. Viktor. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Florian Rolfes u. a.: St. Agnes in Rüschendorf: Bau und Kirchengeschichte. In: St. Viktor: Katholische Pfarrei in Damme, Neuenkirchen, Osterfeine und Rüschendorf. 2025, abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Gabriel Isenberg: Rüschendorf, St. Agnes. In: Orgeln im Oldenburger Land. 2025, abgerufen am 23. September 2025.
Koordinaten: 52° 31′ 20″ N, 8° 15′ 54,4″ O