Die Kirche wurde zwischen 1757 und 1760 nach Plänen des Amorbacher Baumeisters Johann Martin Schmitt am Marktplatz der Stadt errichtet, aber bereits vor Fertigstellung im Jahre 1758 geweiht. Der Bau folgte einem früheren Kirchenbau auf einer Anhöhe gegenüber der Burg Alzenau, die 1754 wegen Baufälligkeit abgetragen wurde. Der rote Sandsteinbau ist hinsichtlich seiner architektonischen Gestaltung sowie seiner Ausstattung ein typisches Beispiel des Kirchenbaus im unter Kurmainzer Einfluss stehenden Untermaingebiet.
Mit der Weihe der Kirche zu Ehren des Märtyrers Justin des Bekenners schlagen die Alzenauer eine Brücke bis zum Jahr 834. Damals brachte der Mainzer Erzbischof Otgar die Gebeine des Heiligen aus Rom mit. Sie kamen zunächst in die Justinuskirche in Höchst am Main und von dort 1298 ins Stift St. Alban vor Mainz. Ein Teil der Reliquie gelangte auch ins Kloster bei der Einhard-Basilika von Seligenstadt. Über die dortigen Benediktiner, die auch die alte Pfarrkirche von Wilmundsheim, die auf dem heutigen Alzenauer Friedhofsgelände lag, betreuten, kam die Justinusverehrung nach Alzenau.[1]
Orgel
Eine erste Orgel wurde 1734 vom Würzburger Orgelbaumeister Bartholomäus Brünner in der Vorgängerkirche verbaut und 1765 in den neuen Bau verlegt, wobei vermutlich ein zweites Manualwerk hinzugefügt wurde und insgesamt 20 Register bei mechanischen Schleifladen vorhanden waren:[2]
1993 errichtete Klais schließlich eine dritte, nun dreimanualige Orgel als Opus 1717, die jedoch nach wie vor im Prospekt von 1734 steckt und deren Register teils aus der Vorgängerorgel übernommen wurden.[4] Im Zuge einer Generalsanierung 2024 wurden unter anderem ein Zimbelstern und ein Glockenspiel verbaut.[5]
Das heutige Instrument verfügt über 37 Register auf drei Manualen und Pedal und ist folgendermaßen disponiert:[6][7]
Geschichte der Pfarrkirche St. Justinus @1@2Vorlage:Toter Link/www.st-justinus-alzenau.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2025. Suche in Webarchiven)
Einzelnachweise
↑Die Kunstdenkmäler von Unterfranken & Aschaffenburg: Bezirksamt Alzenau. R. Oldenbourg, 1916, S.99 (google.at [abgerufen am 14. April 2025]).