Stettiner Tor (Pyrzyce)

Stettiner Tor
Stadtmauer mit dem Stettiner Tor

Das Stettiner Tor (polnisch Brama Szczecinska) gilt als das bedeutendste Turmgebäude der Stadt Pyrzyce (Pyritz) im polnischen Teil Pommerns in der Woiwodschaft Westpommern in Polen. Das Stadttor sicherte im Mittelalter den Zugang aus Richtung Stettin, Stargard und der Ostseeküste.[1]

Geschichte

Das Gebäude wurde im 13. Jahrhundert errichtet und um die Mitte des 14. Jahrhunderts in die Stadtbefestigung integriert. Im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts wurde der Bau erweitert.[1] Das Außentor, das eigentliche Stettiner Tor, wurde im Jahre 1854 abgetragen. Das Aussehen dieses Tors ist durch Stiche von Lubin von 1617, von Matthäus Merian um 1650 und einer Lithographie von 1844 überliefert. Zwischen Stettiner Tor und dem Eulenturm (Baszta Sowia) befand sich anstelle des hier eingeebneten Walles der Viktoria-Platz. Zu deutscher Zeit stand hier eine Siegessäule.

Das Tor wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die unterste Etage zerstört und ist so erhalten.[1]

Bauwerk

Das abgetragene Außentor, bei Merian Hamney genannt, war ein Giebelbau aus Ziegeln mit Satteldach und hatte eine spitzbogige Durchfahrt. Davor erhob sich noch ein zweites Vortor, das von zwei äußerst kräftigen, niedrigen, kreisrunden Ziegeltürmen mit Zinnenkränzen und Helmen abgedeckt war. Der Giebel des Satteldaches der Tordurchfahrt war im Stil der Spätrenaissance gestaltet. Es war dem Schwedter Tor in Königsberg Neumark (Chojna) verwandt und hatte eine pyramidale Spitze, bekrönt mit dem pommerschen Greifen. Die Durchfahrt im Unterbau war als gotischer Spitzbogen ausgeformt. Die Fassade darüber war durch verschiedenartige Blendnischen gegliedert, unterbrochen durch Sägefriese. Die Mauern wurden aus Ziegeln im Wendischen Verband errichtet. Die Bogenformen waren rund-, flach- und spitzbogig. Der Zinnenkranz war ausgenischt; ein mächtiger achteckiger Aufbau, an den sich vier Türmchen als Dreiviertelzylinder mit Kegelspitzen anlehnten, hatte wiederum einen Zinnenkranz, aus dem sich die pyramidenhafte Spitze erhob. Die Abdeckung des Achtorts wurde durch eine massive Pyramide mit dekorativem Zinnenkranz gebildet. Zur Stadtseite befand sich eine Uhr mit einem darüber befindlichen Gehäuse, das die Schlagglocke überdachte.

Literatur

  • Hugo Lemke: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Stettin, Heft VII, Der Kreis Pyritz
  • Immanuel Meyer-Pyritz: Pyritz: das Antlitz der siebenhundertjährigen Stadt. Sonderdruck aus den Baltischen Studien, Neue Folge 49, 1965

Siehe auch

Commons: Stettiner Tor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Brama Szczecińska / Stettiner Tor. In: polska-org.pl. Abgerufen am 17. Januar 2026 (polnisch, mit historischen Bildern).

Koordinaten: 53° 8′ 43,7″ N, 14° 53′ 34,9″ O