Teresa de Lauretis

Teresa de Lauretis

Teresa de Lauretis (* 1938 in Bologna, Italien) ist eine italienisch-amerikanische Literaturwissenschaftlerin. Sie publiziert außerdem auf den Gebieten Filmtheorie, Semiotik und feministische Theorie und lieferte maßgebliche Beiträge zur Queer-Theorie. De Lauretis ist Autorin von zehn Büchern, darunter „Alice Doesn't“ , "Technologies of Gender", "The Practice of Love", "Figures of Resistance", "Freud's Drive", und mehr als hundert Essays, die ursprünglich auf Englisch oder Italienisch verfasst wurden. Sie hat drei Essaybände und zwei Sonderausgaben von Zeitschriften herausgegeben oder mit herausgegeben, darunter „Queer Theory” über das Konstrukt Gender (Geschlecht). Anthologien ihrer Werke wurden auf Französisch, Spanisch, Italienisch und Finnisch veröffentlicht, und ihre Schriften wurden in 14 weitere Sprachen übersetzt.[1]

Leben

An der Wirtschaftsuniversität Luigi Bocconi in Mailand promovierte sie in Moderner Sprache und Literatur. Mitte der 1960er Jahre ging sie als junge Mutter in die Vereinigten Staaten, wo sie an einigen romanistischen Instituten arbeitete, bis sie 1968 an die University of Wisconsin–Milwaukee wechselte. Zu jener Zeit war diese das Zentrum der US-amerikanischen Rezeption der europäischen Filmtheorie. Ab 1985 war sie im interdisziplinären History of Consciousness Program der University of California, Santa Cruz tätig, wo sie heute Professorin für die Geschichte des Bewusstseins ist. Für eine Konferenz im Jahr 1990 und eine anschließende Zeitschriftenausgabe über sexuelle Orientierungen, stellt sie den Begriff "Queer Theory" auf und gibt ihren Forschungen einen Namen. Ihr Ziel war die festgeschriebene Kategorisierung von Geschlechterrollen und -identitäten im Bezug auf queere Beziehungen zu hinterfragen und das traditionelle Bild umzuformen.[2] Seit ihrer Pensionierung im Jahr 2008 hält de Lauretis weiterhin international Vorträge und Seminare.[3] 2014 und 2015 führte sie Seminare in dem Kulturlabor ICI Berlin und war somit Teil der Vortragsreihe "Desire's Multiplicity and Serendipity."[4] Im Sommersemester 2017 war sie außerdem Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin.[5]

Veröffentlichungen

  • Sui generis. Scritti di teoria femminista. Trans. Liliana Losi. Milan: Feltrinelli, 1996.
  • The Practice of Love: Lesbian Sexuality and Perverse Desire. Bloomington: Indiana University Press, 1994. Deutsch: Die andere Szene. Psychoanalyse und lesbische Sexualität. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1999.
  • Differenza e indifferenza sessuale. Firenze: Estro Editrice, 1989.
  • Technologies of Gender: Essays on Theory, Film, and Fiction. Bloomington: Indiana University Press, 1987.
  • Alice Doesn't: Feminism, Semiotics, Cinema. Bloomington: Indiana University Press, 1984.
  • Umberto Eco. Firenze: La Nuova Italia, 1981.
  • La sintassi del desiderio: struttura e forme del romanzo sveviano. Ravenna: Longo, 1976.
  1. Teresa de Lauretis - Monoskop. Abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  2. Teresa de Lauretis. Abgerufen am 17. Januar 2026 (englisch).
  3. Teresa de Lauretis - Monoskop. Abgerufen am 17. Januar 2026 (englisch).
  4. Teresa de Lauretis. In: ICI Berlin. Abgerufen am 17. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  5. Teresa de Lauretis - Monoskop. Abgerufen am 17. Januar 2026 (englisch).