Thiometon

Strukturformel
Strukturformel von Thiometon
Allgemeines
Name Thiometon
Andere Namen
  • S-[2-(Ethylthio)ethyl]-O,O-dimethyldithiophosphat
  • O,O-Dimethyl-S-(3-thiapentyl)dithiophosphat
Summenformel C6H15O2PS3
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch[1][2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 640-15-3
EG-Nummer 211-362-6
ECHA-InfoCard 100.010.330
PubChem 12541
ChemSpider 12024
Wikidata Q426304
Eigenschaften
Molare Masse 246,36 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,209 g·cm−3[1]

Siedepunkt

110 °C (13,3 Pa)[1]

Dampfdruck

vernachlässigbar[1]

Löslichkeit
  • schlecht löslich in Wasser (200 mg·l−1 bei 25 °C)[1]
  • löslich in den meisten organischen Lösungsmitteln[2]
Brechungsindex

1,5515 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​312
P: 280​‐​301+310​‐​331[4]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Thiometon ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Thiophosphorsäureester.

Gewinnung und Darstellung

Thiometon kann durch Reaktion von 2-Ethylthioethylchlorid oder 2-Ethylthioethanol [in Anwesenheit von p-Toluolsulfonsäurechlorid (TosCl)] mit O,O-Dimethyldithiophosphat gewonnen werden.[5]

Synthese von Thiometon

Eigenschaften

Thiometon ist eine farblose ölige Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch, die schlecht löslich in Wasser ist.[1] Es metabolisiert in Tieren und Pflanzen rasch zum wasserlöslichen Sulfoxid- und Sulfonderivat. Einige der Metaboliten von Thiometon sind stärkere Inhibitoren der Cholinesterase und damit toxischer als Thiometon an sich.[2]

Verwendung

Thiometon wird als Insektizid und Akarizid verwendet.[2]

Zulassung

Thiometon war zwischen 1971 und 1981 in der BRD und bis 1967 in der DDR zugelassen.[6]

Es ist nicht auf der Liste der in der Europäischen Union zulässigen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe enthalten.[7] In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[8]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h i j Eintrag zu Thiometon in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 3. September 2012. (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ a b c d e WHO/FAO Data Sheet on Pesticides (PDS) für Thiometon (Memento vom 11. August 2014 im Internet Archive)
  3. ↑ Eintrag zu Thiometon in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. August 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. ↑ Datenblatt Thiometon in Shellsol bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 21. Mai 2017 (PDF).
  5. ↑ Thomas A. Unger: Pesticide Synthesis Handbook. William Andrew, 1996, ISBN 0-8155-1853-6, S. 369 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. ↑ Peter Brandt: Berichte zu Pflanzenschutzmitteln 2009: Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln ... Springer DE, 2010, ISBN 3-0348-0028-2, S. 27 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. ↑ Verordnung (EG) Nr. 2076/2002 (PDF) der Kommission vom 20. November 2002.
  8. ↑ Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Thiometon in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands, abgerufen am 25. Februar 2016.