TrueNAS

TrueNAS

Bildschirmfoto der Webschnittstelle (oben)
und der Kommandozeile (unten)
Entwickler Olivier Cochard-Labbé
Volker Theile
iXsystems (2009)
Lizenz(en) BSD-Lizenz, GNU General Public License, Version 3, proprietäre Lizenz
Akt. Version 25.10.0[1] vom 28. Oktober 2025
Abstammung FreeBSD (12)
↳  FreeNAS
Architektur(en) x64
Sprache(n) Multilingual u. a. Deutsch
www.truenas.com

TrueNAS (ehemals FreeNAS) ist ein freies Betriebssystem für Network Attached Storage (NAS). Es basierte auf FreeBSD und ist auf x86-kompatiblen Plattformen in der 64-Bit-Architektur lauffähig. Mit 25.04 wurde auf Linux gewechselt. Mit Version 12 wurde der Name von FreeNAS zu TrueNAS Core geändert.[2] Das bisherige TrueNAS wurde in TrueNAS Enterprise umbenannt.[3]

Technik

TrueNAS ist eine Minimal-Version des Betriebssystems FreeBSD auf Basis von NanoBSD.[4] Die Versionsnummer orientiert sich hierbei jeweils an der zugrundeliegenden FreeBSD Version, beispielsweise basiert FreeNAS 9.2.x auf FreeBSD 9.2.[5]

TrueNAS unterstützt das Dateisystem ZFS und UFS. Auf die Dateisysteme Ext2/Ext3, FAT32 und NTFS (durch NTFS-3G) kann lesend und schreibend zugegriffen werden, jedoch können diese nicht über TrueNAS angelegt werden. Das Betriebssystem wird auf einer CompactFlash-Karte oder einem USB-Stick (Mindestgröße: 8 GB, empfohlen: 16 GB)[6] installiert und davon gebootet. Alternativ kann auch eine Festplatte verwendet werden, diese kann dann aber nicht als NAS-Speicher genutzt werden. Eine Konfiguration von IP-Adressen und dem administrativen Passwort kann über die Konsole erfolgen, die grundsätzliche Verwaltung wird aber mit Hilfe einer webbasierten Administrationsoberfläche über das Netzwerk durchgeführt.[7] Über diese WebGUI ist auch ein Update von TrueNAS möglich.

Die Software enthält NAS-Dienste wie zum Beispiel CIFS (Samba), FTP, SFTP, NFS, rsync, iSCSI, S.M.A.R.T., AFP, Zeroconf, lokale Benutzer-Authentifizierung, Software-RAID-0/-1/-5, RAID-Z und Unison. Des Weiteren ist eine Integration in ein Active Directory möglich.

Funktionen

  • Dateisysteme: ZFS, UFS, FAT32, ext2/ext3, NTFS (ZFS-Volumina werden empfohlen, aber benötigen zum performanten Betrieb mindestens 8 GB Arbeitsspeicher.[8])
  • Protokolle: CIFS (Samba), FTP, NFS, SSH, rsync, iSCSI, AFP und Avahi (zeroconf), SNMP, BitTorrent.
  • GPT/EFI Partitionierung >2 TByte möglich.
  • Booten von USB-Speicherstick oder Flash-Speicher
  • Software RAID 0, 1 und 5, außerdem JBOD und das instabile Geom Vinum, sowie RAID-Z1, RAID-Z2 und RAID-Z3
  • Verschlüsselung des NAS-Speicher (es stehen vier Algorithmen zur Auswahl: 3DES 168 Bit, AES 256 Bit, Blowfish 448 Bit, Camellia 256 Bit)
  • HTTPS (zur sicheren Schlüsselübertragung für die Festplatten-Live-Verschlüsselung)
  • Local User Authentication (noch nicht vollständig implementiert bei SMB/CIFS – keine Berechtigungen auf Ordner- und Dateiebene) und Windows-Domänen
  • Unison
  • S.M.A.R.T.
  • UPnP (in Version 8.0 nicht implementiert, wieder Bestandteil ab Version 8.1)
  • Webserver-Funktion
  • Statusberichte per E-Mail
  • Status-Graphen für die CPU-Auslastung und LAN-Transferraten
  • Eingeschränkte Kommandozeile über die Webschnittstelle
  • ab Version 9 Unterstützung von FreeBSD Jails
  • ab Version 9.3 ist es möglich, von ZFS-Partitionen zu booten (Mirror-Setups sind möglich)[9]

Hardware-Unterstützung

  • Hardware RAID-Controller: alle von FreeBSD in der jeweiligen Version unterstützten
  • Festplattenschnittstellen: PATA (IDE) / SATA, SCSI, USB (ab Version 8.0.1 auch USB 3.0) und FireWire.
  • Netzwerkkarten: alle von FreeBSD in der jeweiligen Version unterstützte WLAN und Ethernet.
  • CPU-Architekturen: 64-Bit-x86-Architektur („x64“, der Intel Architecture 32-Bit, IA-32, zugehörig); Bis Version 9 auch 32-Bit-x86 (ab i386).[8]

Geschichte

Das FreeNAS-Projekt wurde im Jahr 2005 durch Olivier Cochard-Labbé initiiert. Volker Theile stieß im Juli 2006 zum FreeNAS-Projekt hinzu und übernahm im April 2008 die Projektleitung.

Nachdem zunächst die FreeBSD-Distribution m0n0wall als Basis genutzt wurde, beschloss das Entwicklerteam im September 2009, FreeNAS von Grund auf neu zu entwickeln.[10] Dies führte zum Abgang von Volker Theile, welcher die Ansicht vertrat, das Projekt solle bei diesem Schritt von FreeBSD auf Debian GNU/Linux wechseln. Er startete nach seinem Ausscheiden die Entwicklung an coreNAS (heute OpenMediaVault). Daraufhin stieg Cochard-Labbé wieder ins Projekt ein und übergab die Projektverantwortung 2010 an das Unternehmen iXsystems.[11]

Auszeichnungen

  • SourceForge – Project of the Month, Januar 2007[12]
  • InfoWorld – Best Open Source Offerings 2008[13]

Siehe auch

Literatur

  • Gary Sims: Learning Freenas. Packt Publishing, Birmingham 2008, ISBN 1-84719-468-0.
Commons: TrueNAS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ TrueNAS 25.10.0 is Now Available! 28. Oktober 2025 (englisch, abgerufen am 30. Oktober 2025).
  2. ↑ TrueNAS CORE is the new FreeNAS (Memento vom 4. August 2021 im Internet Archive), iXsystems (englisch).
  3. ↑ Moritz Förster: Ab Version 12.0: FreeNAS geht in TrueNAS auf. In: Heise online. 6. März 2020. Abgerufen am 20. Juni 2020.; Zitat: „Der Anbieter verspricht sich von dem Schritt eine schnellere Entwicklung und eine bessere Qualitätssicherung des Systems“.
  4. ↑ iXsystems’ FreeNAS snapshot (englisch) Abgerufen am 30. April 2017.
  5. ↑ FreeNAS 9.2.0-RC Available (englisch) Abgerufen am 30. April 2017.
  6. ↑ Download TrueNAS CORE. iXsystems, abgerufen am 4. Oktober 2023 (englisch).
  7. ↑ FreeNAS Screenshots (englisch) Abgerufen am 30. April 2017.
  8. ↑ a b FreeNAS Hardware Requirements (englisch) Abgerufen am 30. April 2017.
  9. ↑ FreeNAS 9.3 bootet von ZFS und vereinfacht Installation Abgerufen am 30. April 2017.
  10. ↑ FreeNAS vs NAS4Free (englisch) Abgerufen am 30. April 2017.
  11. ↑ FreeNAS bleibt bei FreeBSD Abgerufen am 30. April 2017.
  12. ↑ Project of the Month, January 2007. SourceForge, 31. Dezember 2006, abgerufen am 7. Februar 2007 (englisch).
  13. ↑ Sam Dean: InfoWorld's Bossies Recognize the Best Open Source Offerings. Ostatic Student Resources, 4. August 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. August 2008; (englisch).