I’m Your Baby Tonight World Tour

I’m Your Baby Tonight World Tour
von Whitney Houston
Präsentationsalbum I’m Your Baby Tonight
Anfang der Tournee 14. März 1991
Ende der Tournee 2. Oktober 1991

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 98
Chronologie
Feels So Right Tour
(1990)
I’m Your Baby Tonight World Tour The Bodyguard World Tour
(1993/94)

Die I’m Your Baby Tonight World Tour war eine weltweite Konzerttournee der US-amerikanischen Sängerin Whitney Houston, bei der sie ihr 1990 veröffentlichtes und namensgebendes Studioalbum I’m Your Baby Tonight vorstellte.

Hintergrund

Houston startete ihre Tournee am 14. März 1991 in Yokohama und beendete sie am 2. Oktober des gleichen Jahres in Paris. Innerhalb von sieben Monaten gab Houston 98 Konzerte in Asien, Nordamerika und Europa.

Die beiden Shows in Yokohama blieben ihre einzigen Konzerte in Asien, da Houston mit dem Fernsehsender HBO über ein Fernsehkonzert für die während des zweiten Golfkriegs in Kuwait stationierten US-amerikanischen Truppen verhandelte. Obwohl der Krieg zum Ende ihrer Auftritte in Japan bereits beendet war und die Truppen in ihre Heimat zurückkehrten, wurde der Plan geändert: Stattdessen fand am Ostersonntag, dem 31. März 1991, ein Konzert auf dem Marinestützpunkt in Norfolk (Virginia) statt, dessen Erlös direkt an das Rote Kreuz gehen sollte. Die Sängerin und der Sender vereinbarten ein kostenloses, unverschlüsseltes Konzert, das jeder sehen konnte. Dieses Special mit dem Titel Welcome Home Heroes with Whitney Houston wurde mit über 50 Millionen Zuschauern zum bis dahin meistgesehenen Konzert in der Geschichte von HBO.[1]

Die Tournee verlief nicht ohne Kontroversen: Am Abend vor ihrem Auftritt in Lexington (Kentucky) am 20. April 1991 sorgte Houston für Schlagzeilen, nachdem sie Berichten zufolge in einem örtlichen Hotel in eine Auseinandersetzung mit ihrem Bruder Michael und drei Autogrammjägern verwickelt war. Diese hatten Houston rassistisch beleidigt, woraufhin es zu einer Schlägerei kam, die endete, als Houston einen der Männer, der ihren Bruder angegriffen hatte, angriff und schlug.[2][3] Die Anklage gegen die Sängerin, die zunächst wegen Körperverletzung erhoben worden war, wurde im Mai fallen gelassen, nachdem die Staatsanwaltschaft mit widersprüchlichen Beweisen zu den Aussagen von Ransom Brotherton, einem der Beteiligten, konfrontiert worden war und es dadurch nicht möglich war, Houstons Schuld zu beweisen.[4][5]

Frühjahr und Sommer 1991 galten in Nordamerika als eine der schlimmsten Tourneesaisons überhaupt. Viele Größen der Pop- und Rockmusik sagten Konzerte ab oder spielten vor spärlichem Publikum. Auch Houston war davon betroffen. Die Sängerin spielte vor wenigen Zuschauern und musste aufgrund schlechter Ticketverkäufe sogar einige Konzerte absagen. Experten nannten die damals anhaltende Rezession und Finanzkrise als Hauptgrund.[6][7] Im August erkrankte Houston zudem an einer Halsentzündung. Daher musste die Sängerin zum Ende hin mehrere geplante Auftritte in Kanada absagen, um ihre Stimme zu schonen.[8]

Die Tournee wurde Ende August in Europa fortgesetzt, wo Houston zehn ausverkaufte Konzerte in Folge in der Wembley Arena in London gab und damit ihren eigenen Rekord von neun aufeinanderfolgenden Konzerten in derselben Arena während ihrer vorherigen Moment of Truth World Tour im Jahr 1988 brach. Diese zehn Konzerte in Folge sind bis heute die meisten Auftritte einer Künstlerin in einem einzigen Jahr in der Geschichte der Arena.

Nach den historischen Konzerten im Vereinigten Königreich spielte Houston weitere Shows in Spanien, Deutschland und Frankreich, bevor die Tournee am 2. Oktober 1991 in Paris ihren Abschluss fand. Anderthalb Monate nach Tourneeende begann Houston mit den Dreharbeiten zu ihrem ersten Spielfilm The Bodyguard.

Im Gegensatz zu ihren vorherigen Tourneen lag der Fokus diesmal stärker auf der visuellen Gestaltung. Die Bühne wurde von 300 Scheinwerfern erleuchtet, die sich synchron zur Musik drehten und blinkten. Das hochmoderne System wurde von Mark Fisher und Jonathan Park entworfen. Es war zuvor nur von Roger Waters bei dessen Aufführung von Pink Floyds Album The Wall in Berlin im Juli 1990 und den Rolling Stones auf ihrer Urban Jungle Tour (1989/90) eingesetzt worden.[9] Houston integrierte außerdem erstmals Kostümwechsel während ihrer Auftritte. Sie trug oft hautenge Jumpsuits. Houston wirkte auch an choreografierten Tanzeinlagen mit Tänzern mit. Anders als bei ihren vorherigen Tourneen war die Bühne nicht rund. Sie wurde von einer siebenköpfigen Band begleitet. Nach dem Tod ihres vorherigen musikalischen Leiters John Simmons übernahm Bassist Rickey Minor die musikalische Leitung der Tour. Die US-amerikanische R’n’B-Gruppe After 7 eröffnete den nordamerikanischen Teil der Tour, während das deutsche Eurodance-Projekt Snap! Houston auf dem europäischen Teil unterstützte. Besonders auffällig waren Houstons extravagante Catsuits, entworfen vom südafrikanischen Modedesigner Marc Bouwer, der von da an mehrere Jahre lang ihr persönlicher Designer sein sollte.[10]

Einige Musikjournalisten kritisierten Houston dafür, dass sie sich auf den MTV-Trend konzentriere, auf Tanz und aufwendige Bühnenbeleuchtung zu setzen. So merkte Deborah Wilker im Fort Lauderdale Sun Sentinel an, die Sängerin solle kleinere Veranstaltungsorte und Theater wählen, die „ihrer Raffinesse und ihrem Talent weitaus besser gerecht werden“.[11] USA Today lobte die Sängerin hingegen, weil sie „die Grenzen der durchkalkulierten Produktionen ihrer Aufnahmen sprengt und sich geradezu mutig und gefühlvoll präsentiert“.[12]

Liveaufnahmen

Das Konzert in A Coruña am 29. September 1991 wurde aufgezeichnet und in mehreren spanischsprachigen Ländern sowie in ausgewählten europäischen Ländern ausgestrahlt. Ein offizieller Mitschnitt dieses Auftritts ist bis heute jedoch nicht erschienen.

Setlist

Beispiel-Setlist

Tourdaten

Nr. Datum Stadt Land Veranstaltungsort Anmerkungen
Leg 1 – Asien/Nordamerika
1 14. März 1991 Yokohama JapanJapan Yokohama Arena
2 15. März 1991
Leg 2 – Nordamerika
3 18. April 1991 Knoxville Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Thompson-Boling Arena
4 20. April 1991 Lexington Rupp Arena
5 21. April 1991 Champaign Assembly Hall
6 22. April 1991 East Lansing Breslin Student Events Center
7 23. April 1991 Columbia Hearnes Center
8 24. April 1991 Ames Hilton Coliseum
9 26. April 1991 Iowa City Carver–Hawkeye Arena
10 27. April 1991 Minneapolis Target Center
11 29. April 1991 Winnipeg Kanada Winnipeg Arena
12 1. Mai 1991 Saskatoon Saskatchewan Place
13 3. Mai 1991 Edmonton Northlands Coliseum
14 5. Mai 1991 Calgary Olympic Saddledome
15 7. Mai 1991 Vancouver Pacific Coliseum
16 8. Mai 1991 Portland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memorial Coliseum
17 9. Mai 1991 Seattle Center Coliseum
18 11. Mai 1991 Oakland Coliseum Arena
19 12. Mai 1991 Sacramento ARCO Arena
20 13. Mai 1991 Mountain View Shoreline Amphitheatre
21 16. Mai 1991 Inglewood Great Western Forum
22 17. Mai 1991 Costa Mesa Pacific Amphitheatre
23 19. Mai 1991 Phoenix Desert Sky Pavilion
24 21. Mai 1991 Paradise Thomas & Mack Center
25 23. Mai 1991 Albuquerque Tingley Coliseum
26 24. Mai 1991 Greenwood Village Fiddler’s Green Amphitheatre
27 25. Mai 1991 Salt Lake City Salt Palace
28 28. Mai 1991 New Orleans Lakefront Arena
29 30. Mai 1991 Oklahoma City Myriad Convention Center
30 31. Mai 1991 Dallas Coca-Cola Starplex Amphitheatre
31 2. Juni 1991 The Woodlands Cynthia Woods Mitchell Pavilion
32 4. Juni 1991 San Antonio HemisFair Arena
33 5. Juni 1991 Austin Frank Erwin Center
34 7. Juni 1991 Birmingham Birmingham-Jefferson Civic Center
35 9. Juni 1991 Pensacola Civic Center
36 10. Juni 1991 Orlando Orlando Arena
37 11. Juni 1991 Miami Miami Arena
38 13. Juni 1991 Columbia Carolina Coliseum
39 15. Juni 1991 Atlanta Atlanta-Fulton County Stadium
40 16. Juni 1991 Greensboro Coliseum
41 19. Juni 1991 Chattanooga UTC Arena
42 20. Juni 1991 Nashville Starwood Amphitheatre
xx 22. Juni 1991 Maryland Heights Riverport Amphitheatre
43 23. Juni 1991 Kansas City Starlight Theatre
xx 25. Juni 1991 Omaha Civic Auditorium
44 27. Juni 1991 Milwaukee Marcus Amphitheater Milwaukee Summerfest ’91
45 28. Juni 1991 Noblesville Deer Creek Music Center
46 30. Juni 1991 Tinley Park World Music Theatre
47 3. Juli 1991 Detroit Joe Louis Arena
xx 5. Juli 1991 Hampton Coliseum
48 6. Juli 1991 Charlotte Blockbuster Pavilion
49 7. Juli 1991 Raleigh Walnut Creek Amphitheatre
50 10. Juli 1991 Cuyahoga Falls Blossom Music Center
51 11. Juli 1991 Grove City Capital Music Center
52 13. Juli 1991 Burgettstown Coca-Cola Star Lake Amphitheater
53 14. Juli 1991 Richmond Coliseum
54 16. Juli 1991 Columbia Merriweather Post Pavilion
55 17. Juli 1991 Providence Civic Center
56 19. Juli 1991 Philadelphia Spectrum
57 20. Juli 1991 Hershey Hersheypark Stadium
58 21. Juli 1991 Saratoga Springs Saratoga Performing Arts Center
59 23. Juli 1991 New York City Madison Square Garden
60 26. Juli 1991 East Rutherford Brendan Byrne Arena
61 27. Juli 1991 Cincinnati Riverfront Stadium
62 29. Juli 1991 Lenox Tanglewood
63 30. Juli 1991 Canandaigua Finger Lakes Performing Arts Center
64 2. August 1991 Buffalo Memorial Auditorium
65 3. August 1991 Hartford Civic Center
66 6. August 1991 Mansfield Great Woods Center for the Performing Arts
67 7. August 1991
68 9. August 1991 Old Orchard Beach The Ballpark
69 10. August 1991 Nashua Holman Stadium
xx 11. August 1991 Moncton Kanada Magnetic Hill Concert Site
xx 13. August 1991 Halifax Metro Centre
xx 15. August 1991 Montréal Forum
xx 16. August 1991 Ottawa Lansdowne Park
xx 17. August 1991 Toronto Exhibition Stadium
Leg 3 – Europa
70 27. August 1991 Birmingham EnglandEngland National Exhibition Centre
71 28. August 1991
72 29. August 1991
73 30. August 1991
74 31. August 1991
75 1. September 1991
76 3. September 1991 London Wembley Arena
77 4. September 1991
78 6. September 1991
79 7. September 1991
80 9. September 1991
81 10. September 1991
82 11. September 1991
83 13. September 1991
84 14. September 1991
85 15. September 1991
86 17. September 1991 Glasgow Schottland SECC
87 18. September 1991
88 19. September 1991
89 21. September 1991 Rotterdam NiederlandeNiederlande Sportpaleis Ahoy’
90 22. September 1991
91 23. September 1991
92 25. September 1991
93 26. September 1991
94 27. September 1991
95 29. September 1991 A Coruña SpanienSpanien El Coliseo
96 30. September 1991 Frankfurt am Main DeutschlandDeutschland Festhalle
97 1. Oktober 1991 Paris FrankreichFrankreich Palais Omnisport de Bercy
98 2. Oktober 1991

Band

  • Whitney Houston: Gesang
  • Ray Fuller: Gitarre
  • Bette Sussman: Keyboards
  • Michael Bearden: Keyboards
  • Kevin Lee: Keyboards
  • Rickey Minor: Bass, Bass-Synthesizer
  • Ricky Lawson: Schlagzeug
  • Bashiri Johnson: Percussion
  • Kirk Whalum: Saxophon
  • Gary Houston: Hintergrundgesang
  • Vonchita Rawls: Hintergrundgesang
  • Carmen Rawls: Hintergrundgesang
  • Tiawana Rawls: Hintergrundgesang

Einzelnachweise

  1. ↑ Smith, Patricia. „Mom, apple pie and Whitney Houston in concert for troops“. The Boston Globe, April 1, 1991.
  2. ↑ https://www.latimes.com/archives/la-xpm-1991-04-25-ca-648-story.html
  3. ↑ https://blackamericaweb.com/2017/09/05/book-details-whitney-houstons-racial-fist-fight-with-three-kentucky-males/
  4. ↑ https://osupublicationarchives.osu.edu/?a=d&d=LTN19910509-01.2.26&e=-------en-20--1--txt-txIN-------
  5. ↑ https://www.deseret.com/1991/5/9/18919574/whitney-houston-won-t-face-charges/
  6. ↑ Watrous, Peter. „Pop Life“. The New York Times. August 7, 1991. Page C15.
  7. ↑ Dafoe, Christopher M. „Rock ’n’ Ruin Not just the recession is to blame for the small crowds at rock concerts this summer“ The Globe and Mail. August 17, 1991. Page C1.
  8. ↑ „Houston cancels rest of tour“. The Globe and Mail. August 10, 1991. Page C3.
  9. ↑ Stout, Gene. „Whitney Houston will be impossible to ignore when she comes to Seattle“. Seattle Post. May 3, 1991. Page 5.
  10. ↑ https://www.whitneyhouston.com/de/news/whatwhitneywore-marc-bouwer-on-designing-clothes-for-whitney-houston/
  11. ↑ Wilker, Deborah. „Whitney Houston: Bigger – but better?“ Fort Lauderdale Sun Sentinel. June 13, 1991. Page 3E.
  12. ↑ Jones, James T. „Whitney is so emotional, soulful in concert“. USA Today. April 19, 1991. Page 01D.